Fehlerhafte Klimaskeptiker-Studie führt zu Rücktritt

9. September 2011, 12:55

Kritikpunkt: Wärmeabstrahlung ins All übertrieben dargestellt - Wiener Wolfgang Wagner nicht mehr Herausgeber von "Remote Sensing"

Wien - Nach Veröffentlichung einer umstrittenen Klima-Studie im internationalen Fachjournal "Remote Sensing" ist nun Wolfgang Wagner, Professor für Fernerkundung an der Technischen Universität (TU) Wien, als Herausgeber des Magazins zurückgetreten. US-Forscher hatten in der Studie die in aktuellen Klimamodellen ausgewiesene Temperatursteigerung bezweifelt. Wagner begründet in einem Editorial seinen Rücktritt damit, dass die Arbeit mit "fundamentalen Mängeln" behaftet und zu Unrecht veröffentlicht worden sei - eine Causa, die auch in den großen Wissenschaftsmagazinen wie "Nature" oder "Science" diskutiert wird.

Roy Spencer und William Braswell von der University of Alabama in Huntsville behaupteten in ihrer Ende Juli in dem Open-Access-Journal "Remote Sensing" veröffentlichten Arbeit unter Berufung auf Daten eines NASA-Satelliten, dass die Erde viel mehr Wärme ins Weltall abstrahle als in den Klimamodellen etwa des Weltklimarats IPCC berücksichtigt würde. Deshalb wären die Temperatursteigerungen übertrieben. Vor allem in den USA - wo der Streit zwischen Klimaschützern und Klimaskeptikern heftig geführt wird - wurden die Ergebnisse auch von Publikumsmedien wie "Forbes" oder "Fox News" aufgegriffen. Gleichzeitig regte sich aber auch heftige fachliche Kritik an der Arbeit und ihrer Veröffentlichung in dem Journal.

Gore in Flammen

Wagner gibt nun den Kritikern recht: In seinem Editorial protestiert der TU-Professor dagegen, wie "die Autoren und gleichgesinnte Klima-Skeptiker die Schlüsse aus der Studie in öffentlichen Statements stark übertrieben" hätten und spricht von einer "Kampagne". "Ich habe das nicht mehr als Wissenschaft, sondern als Pseudowissenschaft gesehen", sagte Wagner. Schaut man sich die Homepage des Hauptautors Roy Spencer  an, ist dessen Einstellung jedenfalls schnell klar: eines seiner Bücher ("The Great Global Warming Blunder") wird dort beworben, ein brennender Umweltschützer Al Gore illustriert einen Blog-Beitrag.

Für Wagner würden die politischen Ansichten der Autoren allein allerdings nicht automatisch ihre Arbeit für die Publikation in dem Fachjournal disqualifizieren. Herausgeber sollten sehr sorgfältig darauf achten, dass "Minderheiten-Meinungen" nicht unterdrückt werden, und nicht jede kontroversielle Arbeit sollte schon während des Begutachtungsprozesses abgelehnt werden.

Studie bleibt Diskussionsobjekt

In sogenannten "Peer-review-Journalen", die Wagner "eine Säule der modernen Wissenschaft" bezeichnet, werden die eingereichten Arbeiten vor Veröffentlichung von unabhängigen Experten geprüft. Doch im konkreten Fall räumt Wagner Probleme bei der Beurteilung der Arbeit durch die vom Magazin ausgewählten Experten ein. Es seien "unabsichtlich drei Gutachter ausgewählt worden, die offensichtlich klima-skeptische Ideen der Autoren teilen". Die Autoren und Experten hätten zudem vergleichbare Studien mit gegenteiligen Ergebnissen "ignoriert". Aus diesen Gründen hätte die Studie der beiden US-Wissenschafter nicht veröffentlicht werden sollen.

Zurückgezogen wird die Studie vom Magazin allerdings auch nicht. Laut Wagner verfolgt das Verlagshaus (MDPI Publishing in Basel) vielmehr die Strategie, in dem Journal Antworten auf die umstrittene Arbeit zu veröffentlichen, "sprich Publikationen, die die fundamentalen Mängel der Arbeit offenlegen". (APA/red)

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Pipi Langstrumpf 2000
31
22.9.2011, 01:08
Searles
 
01
22.9.2011, 13:32

Mein Gott, jetzt kommt diese bloede Desinformationskampagne hervor.

http://www.skepticalscience.com/Climatega... hacked.htm

xecapb
22
12.9.2011, 18:35

hm, wenn ein papier schlecht ist, wird es zurückgezogen - was aber nicht passiert ist weil das papier nicht schlecht war.
dessler hat eine antwort geschrieben:
http://www.carbonbrief.org/blog/2011... s-skeptics
die jetzt relativiert wurde - eigentlich noch nicht publiziert heisst es nachdem spencer einen feedback per internet geschrieben hat - die ganze geschichte kann man hier lesen:
http://wattsupwiththat.com/2011/09/0... 011-study/

Alex79
42
13.9.2011, 12:47

Was uebrigens das von Spencer so betitelte "red carpet treatment" von Dessler's Paper betrifft: da baut die Denialistenbrigade wieder mal einen gewaltigen Strawman auf: http://skepticalscience.com/Conspirac... 1-GRL.html

xecapb
22
13.9.2011, 19:28

"Denialistenbrigade" - ist das alles was Sie können Alex69?
Danke nein, mit so einer hab ich nichts zu besprechen.

Alex79
32
13.9.2011, 22:42

Wie wuerden Sie sont eine Gruppe an bezahlten Luegnern und Betruegern bezeichnen? Nur zur Erinnerung: Roy Spencer bezeichnet sich selber mehr als "Policymaker" als als Wissenschaftler und ist nicht nur gern gesehener Gast bei neoliberalen, von der Erdoelindustrie finanzierten "Thinktanks", er ist sogar am Board of Directors des Marshall Instituts.

Das Marshall Institut kaempft fuer den "freien Markt" gegen jegliche Art von Regulierung, also frueher auch schon gegen den Schutz der Ozonschicht, gegen Raucherschutz usw.

George Monbiot hat einen interssanten Artikel ueber diese Institute: http://www.monbiot.com/2011/09/1... of-a-tank/

xecapb
13
14.9.2011, 23:21

ach ja, sicher sind alle bezahlte luegner.
wir reden hier über einen austritt aus einer fachjournal und sagen kein wort über "Nobel prize winner for physics in 1973 Dr. Ivar Giaever resigned as a Fellow from the American Physical Society (APS) on September 13, 2011 in disgust over the group’s promotion of man-made global warming fears"

Alex79
32
15.9.2011, 00:03

Ein weiterer geriatrischer Denialist mit Verbindungen zur Oelindustrie.

Giaever ist 83 und nicht Klimaforscher. Das sehen Sie zB an diesen Statements: "How can you measure the average temperature of the whole earth for a whole year? [...] I am Norwegian, should I really worry about a little bit of warming? [...] We have heard many similar warnings about the acid rain 30 years ago and the ozone hole 10 years ago or deforestation but humanity is still around"

Also das Ozonloch, saurer Regen und Entwaldung sind auch kein Problem.

Giaever hat weiters Verbindungen zu Norwegens Statoil: "VISTA was established in 1985 to promote the co-operation between Statoil and academia in Norway [...] Among previous VISTA Professors is Ivar Giaever.."

aleph null
15
15.9.2011, 04:30
?????

Ganz Norwegen hat Verbindungen zu Statoil. Was glauben Sie denn, woher Norwegen das Geld her hat?

Klimaforscher gibt es nicht. Es gibt nur Physiker, darunter Atmsphärenphysiker, Geologen usw., aber es gibt keine Universität, wo sie als Klimatologe promovieren können. Die Klimatologen sind im allgemeinen selbsternannte Experten und insofern haben auch Giaevers Worte Gewicht.

Und was soll der Hinweis auf Giaevers Alter? Ist die Meinung älterer Menschen weniger wert oder wie?

Klingt für mich nach einer subtilen Form des Rassismus.

Alex79
01
15.9.2011, 05:18

Ach dann ist es natuerlich in Ordnung.

Es gibt auch noch jede Menge anderer Wissenschaftler die an Klimaforschung beteiligt sind. "Mechanical Engineers" sind aber nicht viele dabei, und "Electron Tunneling" gehoert auch nicht zu den Klima-relevanten Fachgebieten.

Und ja, die Meinung eines ueber 80 jaehrigen Fachfremden, der schon seit bald 20 Jahren in Pension ist, ist tatsaechlich weniger wert. Vor allem wenn er schon in seinem Schreiben so viele offensichtliche Fehler macht.

"Deforestation" ist kein Problem? Na kommen Sie, dem koennen ja nichtmal Sie zustimmen, oder?

aleph null
15
15.9.2011, 05:51
Hier Giaevers Worte:

In the APS it is ok to discuss whether the mass of the proton changes over time and how a multi-universe behaves, but the evidence of global warming is incontrovertible? The claim (how can you measure the average temperature of the whole earth for a whole year?) is that the temperature has changed from ~288.0 to ~288.8 degree Kelvin in about 150 years, which (if true) means to me is that the temperature has been amazingly stable, and both human health and happiness have definitely improved in this 'warming' period.

Best regards,

Ivar Giaever
Nobel Laureate 1973

Klingt für mich vernünftiger als der übliche Alarmismus.

Searles
 
00
15.9.2011, 17:27

Ach, von dem kommt diese Kelvin-Messerei. Ich frage mich ja, ob der Typ sein Fieber auch in Kelvin misst. So eine Aenderung um 1% der Koerpertemperatur kann fuer ihn wohl kein Problem sein...

Alex79
00
15.9.2011, 06:27

Mich wuerde mal interessieren wo Sie "Alarmismus" orten. Haben Sie denn ein Beispiel? Das Rahmstorf Video dass Sie uns neulich als Alarmismus verkaufen wollten war ja wohl ein kolossaler Reinfall: http://derstandard.at/plink/130... 9/21925652

Giaever stellt mal schnell die 0.8 Grad Erwaermung auf der Kelvin Skala dar und schon ist alles ok, oder? Kein Problem, so ein bisschen Erwaermung, vor allem nicht wenn man in Norwegen lebt.

Was diese Erwaermung fuer die naechsten 100 Jahre bedeutet scheint ihn ja nicht so zu interessieren.

Pipi Langstrumpf 2000
00
17.9.2011, 12:59

und was bedeutet das für die nächsten 100 Jahre?

Sind da wieder die genialen Simulationen (Wettervorhersageprogramme mit ein paar Plugins) unterwegs?

Das ich nicht lache.

Alex79
00
17.9.2011, 14:16

Die Prognosen die wir haben sind bis heute recht genau und ich sehe keinen Grund warum sie in der Zukunft ploetzlich weniger genau sein sollten. Es ist eher so dass die Jahr fuer Jahr noch besser werden.

Hier koennen Sie mal sehen wie genau die IPCC Prognosen von 1990 waren: http://www.skepticalscience.com/lessons-f... c-far.html

Fazit: Wenn man sie auf die tatsaechlichen Emissionswerte anpasst (die nicht prognostiziert werden koennen, weil sie von der Politik abhaengig sind) wird der Temperaturanstieg sehr genau vorherhgesagt.

Sind Sie der Meinung, das waere keine gute Simulation?

Pipi Langstrumpf 2000
00
17.9.2011, 16:44

jaja, die Temperaturmessung 1920 ist ja auch so ein Punkt.

Da wurden die Temperaturen noch in den Großstädten gemessen, deswegen wurden von diesen Messwerten posthum gleich einmal ein paar Grad abgezogen.

Bin kein Wissenschaftler diesbezüglich, aber die Aussagekraft der Messwerte von damals werden nicht nur von "Denialisten" in Zweifel gezogen. Was übrig bleibt, ist eine ziemlich wacklige Kurve, in der der Messwert von 1990 und 2005 fast auf dem gleichen Niveau sind. (Figure 5).

Als nächstes sind diese "beängstigend" steilen Kurven in einer Skala von gerade mal 1 Grad. Überzeugt mich nicht genug, um da mit zu laufen.

Alex79
00
17.9.2011, 23:39

Wo haben Sie das denn her? Das stimmt doch ueberhaupt nicht. Versuchen Sie mal folgendes: Wenn Sie so eine Behauptung aufstellen, dann versuchen Sie die zuerst zu recherchieren. Google wirkt da Wunder.

Was das "glauben" betrifft: Warum bilden Sie sich hierzu einfach eine eigene "Meinung"? Machen Sie das bei anderen Wissenschaftsgebieten auch? Sind Sie etwa davon ueberzeugt dass es "Atome" gibt? Warum? Haben Sie die selber beobachtet? Vermutlich nicht. Sie muessen da auf 100e Jahre Wissenschaft vertrauen. In der Medizin oder jedem anderen Gebiet ist es aehnlich: da vertrauen Sie auch den Experten.

Warum vertrauen Sie der Wissenschaft nicht auch beim Klima?

Pipi Langstrumpf 2000
00
21.9.2011, 21:08

das habe ich aus der Page hinter dem Link von Ihnen.

Figure 5.

Alex79
00
21.9.2011, 22:45

Nein ich meine das mit den "paar Grad", die nach 1920 abgezogen wurden.

meine güte1
00
19.9.2011, 01:58
Ich kann Ihnen sagen, warum ICH den Klimawissenschaftlern nicht traue

und zwar deswegen, weil das keine genuinen Wissenschaftler, sondern realitätsfremde Ökos sind, die die Welt verbessern wollen.

Prototyp dieser Species ist J. Hansen, dem Urvater der globalen Erwärmung, von dem die angeblich so tollen Prognosen stammen, die sie oben gepostet haben. Neben seiner "wissenschaftlichen" Beschäftigung mit dem Klima findet er noch genug Zeit, um gegen Kohlekraftwerke zu demonstrieren und sich dabei verhaften zu lassen. Dazu kommt noch seine versteckte Liebe zu totalitären Staaten wie China, von denen er glaubt, dass sie Hoffnungsträger der Zukunft seien.

http://www.columbia.edu/~jeh1/mai... naOpEd.pdf

1000undeine8
01
19.9.2011, 11:40

die realitätsfremden ökos von NASA und ESA haben es geschafft, satelliten in den orbit zu befördern und dort daten zu messen, die die theoretischen berechnungen von hansen ziemlich gut bestätigen.

ansonsten ist es bedeutungslos, was er als privatperson glaubt oder wie oft er verhaftet wird. zumindest für die, die rechnen und seine ergebnisse nachvollziehen können. eierschwammerl, die an seiner mathematik und physik scheitern, sind natürlich auf ihren glauben, ihre ideologischen präferenzen und die internet-gerüchteküche angewiesen.

Alex79
00
19.9.2011, 02:30

Und warum genau ist es schlecht die Welt verbessern zu wollen?

Wollen Sie sie etwa verschlechtern?

Da tritt tatsaechlich jemand fuer seine Meinung ein und geht dafuer auf die Strasse, und das ist natuerlich suspekt.

Es sollten viel mehr Wissenschaftler gegen die Dummheit demonstrieren die ihnen jeden Tag entgegen gebracht wird.

Und Kohlekraftwerke sind ein Verbrechen an der Menschheit - die fordern hundert tausende Tote pro Jahr.

meine güte1
00
19.9.2011, 03:24
Warum es schlecht ist, die Welt zu verbessern?

Weil, wie ein Blick in die Menschheitsgeschichte lehrt, all diejenigen, die uns den Himmel auf Erden versprochen haben uns regelmäßig die irdische Hölle bereitet haben.

Ich sehe bei Hansen zwar nicht diese konkrete Gefahr, aber eine deutliche Tendenz in diese Richtung. Wenn man einmal so weit gekommen ist, das totalitäre China als Hoffnungsträger für den Klimaschutz und damit für die Menschheit zu bezeichnen, dann heisst das für mich, dass dieser Mann den Pfad der Vernunft längst verlassen hat.

Man könnte auch anders fragen: Was haben ein Franz Fuchs, ein A. Breivik und ein J. Hansen gemeinsam?

Ein verqueres Weltbild.

1000undeine8
01
19.9.2011, 15:06

was haben johannes kepler und isaac newton gemeinsam?

ein verqueres weltbild. der eine hat horoskope erstellt, der andere für 2060 den untergang der welt prophezeit. widerlegt das die keplerschen oder newtonschen gesetze?

wenn sie außer polemik in fekter-klasse nichts zu bieten haben, empfehle ich einen wechsel in die innenpolitik. die professionelle schmutzkübel-liga ist dort zu finden.

Alex79
00
19.9.2011, 03:28

Hansen verspricht uns ueberhaupt nichts. Er tritt nur fuer seine Meinung ein und ist bereit dafuer verhaftet zu werden. So eine Einstellung sollten viel mehr Leute haben.

Seine politischen Ansichten sind fuer mich nicht so ausschlaggebend. Die Wissenschaft kann man ja leicht ueberpruefen, was spielt es da eine Rolle ob der Mann China gut findet oder nicht?

Fuchs, Breivik und Hansen haben uebrigens gar nichts gemeinsam. Die ersteren zwei sind (Massen)moerder,

Hansen kann China's Energiepolitik auch gute Seiten abgewinnen. Mit solchen Vergleichen sollten Sie vorsichtig sein.

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