Zugfahren als Schnäppchenjagd

9. September 2011, 16:16

Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

Eigentlich ist alles ganz einfach, würde der Mann mit dem Kappl an dieser Stelle wahrscheinlich sagen: Stiegen alle, denen das Autofahren auf die Nerven geht, auf öffentliche Verkehrsmittel um, hätten wir kein Problem mehr, vereinbarte CO2-Vorgaben zu erfüllen.

Aber es ist nun mal wirklich nicht leicht, seine alten Gewohnheiten abzulegen. Es wird immer schwieriger, einen Fahrschein zu kaufen. Wer von Wien nach Retz fahren will, hat mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, je nachdem bei welchem Automaten oder Schalter er das Ticket kauft. Preisunterschied: fast 100 Prozent.

Neukunden werden von der Eisenbahn konsequent ferngehalten. Die sogenannte Vorteilscard zum Beispiel: Jeder hat sie, der öfter als einmal im Jahr mit der Bahn fährt. Also lautet die Wahrheit: Nicht die Vorteilscard-Besitzer zahlen die Hälfte, sondern Neukunden zahlen das Doppelte. Welcher Handybetreiber würde so ein Angebot machen?

Jetzt kommt die private Westbahn, und es wird für die neuen Betreiber ein Leichtes sein, die regulären ÖBB-Tarife zu unterbieten. Und was machen die ÖBB? Sie schaffen nicht die Vorteilscard ab, sondern flüchten sich in ein Tarifroulette namens Sparschiene - was am Ende bedeuten wird: je voller der Zug, umso teurer.

Da wird es die neue Westbahn nicht schwer haben. Oder ich fahr weiter mit dem Auto, denn ich betrüge mich bei den Kosten lieber selbst, als mich von jemand anderem über den Tisch ziehen zu lassen. Schnäppchenjagd mag bei der Flugreise in den Urlaub ja noch halbwegs gspaßig sein, meinen Alltag möchte ich kalkulieren können - den kann ich nicht absagen, wenn er zu teuer wird. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/09.09.2011)

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Posting 1 bis 25 von 185
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wath
01
13.9.2011, 17:00
Nebenbahnen

Im Dezember 2010 wurde eine Nebenbahn mit 31 km eingestellt. Dafür wurde ein Busverkehr eingerichtet. Im Juli 2011 wurde ein neuer Busunternehmer gefunden, der für diesen Betrieb für 6 Monate um € 600000 billiger war. Er wurde aber abgelehnt, da er ein Naheverhältnis zum LH Pröll hatte. Diese Nebenbahn wurde vom Land N.Ö. übernommen und der NÖVOG unterstellt.

Der Österreicher
02
13.9.2011, 16:30

Ich denke das viele mit der Westbahnfahren werden, einfach weil sie Sauer auf dei ÖBB sind. Egal ob es jetzt billiger ist oder nicht. Alleine das WLAN an Board ist schon ein absoluter Plus Punkt.

Superstarr
00
12.9.2011, 14:42
Wie lange dauert die Zugfahrt Wien - Salzburg

und wieviel wird sie kosten?

Alfred van der Schüssel
00
12.9.2011, 16:28
Im Idealfall:

2:45h zu EUR 19,-

Jean le Flambeur
04
12.9.2011, 12:05
CHF 5'200 pro jahr

also rund 5'000 Euro kostet mein GA (Generalabo) in der Schweiz für die 1. Klasse. Damit schaffe ich rund 50'000 Bahnkilometer im Jahr. Inbegriffen sind alle ÖV (Metro, Tram, Bus, Postbus) in allen Städten und Kantonen - dazu noch ein paar Schiffe und Seilbahnen. Selbt mit dem Glacier Express kann ich damit fahren.

Und sollte mein Kunde mal nicht in der Nähe einer Haltestelle sein, nehme ich noch das Mobility (Car Sharing) - die stehen an rund 80% aller Bahnhöfe der SBB.

Ich weis ich kann in der ganzen Schweiz mit allen ÖV fahren, Resievorbereitungen kenn ich kaum noch.

Das Auto habe ich vor 5 Jahren verkauft und das obwohl ich an der Österr. Grenze wohne - für die Schweiz ein Niemandsland - und täglich pendle...

valtheWU
00
16.9.2011, 12:29
Einkommen, Ausbau des öffenlichen Verkehrnetzes,

Bevölkerungsverteilung und Topografie sind in der Schweiz anders als in Ö!

gadaladaleller
 
10
14.9.2011, 01:17
und was ist daran jetzt so besonders??

in österreich gibts das ganze für 2420 EUR (1. kl.) für die 2. Klasse sind es dann 1750 EUR und für unter 26.-jährige nur noch 1050....ganz österreich mit der bahn, bus, seilbahn usw....die schweiz hat das rad nicht neu erfunden, aber das muss sie erst lernen!!

Easy Rawlins
00
14.9.2011, 17:56

Ich nehme an, du meinst die Österreichcard? Die gilt ausschließlich für die Bahn und selbst da sind bestimmte Verbindungen ausgenommen (zB der CAT). Hingegen gilt sie keineswegs wie behauptet für Busverbindungen oder Seilbahnen. Und vor allem gilt sie auch im Gegensatz zum Schweizer Generalabo auch nicht für die lokalen Verkehrsanbieter, also städtische U-Bahn, Tramway, Bus, etc.

cannery row
00
13.9.2011, 23:31
es sind..

ca. 4300 euro, aber bitte.

robert rittersmann
00
13.9.2011, 10:55

noch besser wäre natürlich, wenn man diese eigenartige Unterscheidung der Klassen nicht benötigte.
Wozu soll das eigentlich gut sein?

Franz A.
03
13.9.2011, 11:10
Klassen, wozu?

Damit man leichter einen Sitzplatz kriegt, wenn der Zug ansonsten voll ist.
Ich habe die Oesterreichcard 1. Klasse. Schade, dass die in AT nur fuer die OEBB gilt.

Quim Barreiros
00
13.9.2011, 13:59

Die gilt auch für ein paar Privatbahnen, aber die wenigsten davon führen überhaupt eine 1. Klasse.

masse statt klasse
01
12.9.2011, 13:33

5000€ sind für den durchschnittsmenschen allerdings ne menge kohle, selbst wenn er sich ein auto dadurch spart...

Hefeweizerlbier
02
13.9.2011, 10:28

5000 / 12 = 416 EUR im Monat.
Ein Auto mit so einer Kilometerleistung kostet deutlich mehr. Das geht fast schon für den Treibstoff drauf.

Den Leuten ist nicht bewusst, was ein Auto wirklich kostet.
Bei mir macht der Treibstoff zB nur ca. 20 % der gesamten Autokosten aus.

Silberprinzessin
22
12.9.2011, 13:32

Um das Geld fahre ich die 50k auch mit dem Auto
(das ich nicht unbedingt gestern gekauft habe) mit einem Verbrauch von 4,5l auf 100km und einer Abschreibung die aktuell gegen Null geht.

Selbst wenn es in Summe (Maut, Verbrauchmaterial, Reparaturen, Reifen, Verkahrsstrafen, etc.) ein bisschen mehr kostet, habe aber die Flexibilität jederzeit überallhin zu fahren, ausser vielleicht nach Zermatt. ;)

Jean le Flambeur
01
13.9.2011, 13:38
kommt wohl auch auf den Job an

Im Zug habe ich Strom und WLAN und kann am Notebook arbeiten. Im Auto kann man telefonieren aber sonst nichts machen.

Auf jeden Fall komme ich aber im pünktlich und stressfrei an - das wage ich zu bezweifeln wenn ich 4 Stunden mit dem Auto nach Lausanne fahren müsste...

Franz A.
00
13.9.2011, 11:11
50tkm

Du faehrst wahrscheinlich nicht annaehernd so viele km im Jahr, sonst wuesstest Du, dass das nie und nimmer geht.

Barbara01
00
14.9.2011, 11:12

pünktlich mit der öbb? das ich nicht lache...

Franz A.
00
14.9.2011, 11:23
falsches Posting?

Auf's falsche Posting geantwortet? Das mit "puenktlich" ist eins drueber ;-)

Allerdings sind die Zuege, mit denen ich immer fahre bei weitem puenktlicher, als wenn ich die selbe Strecke mit dem Auto fahren wuerde.

Hefeweizerlbier
12
13.9.2011, 10:33

Bei so einer Kilometerleistung fährt man aber keine alte, kleine Schüssel.
50k km im Jahr sind 200k km in 4 Jahren. Nehmen wir einen verhältnismäßig billigen Neuwagen mit 27.000 EUR. Nach 4 Jahren bekommt man noch 7.000 EUR, sind 5.000 EUR / Jahr nur für die Anschaffung. Locker das Gleiche kommt dann noch dazu für Versicherung, Steuer, Treibstoff, Reifen, Service.

rud L
03
12.9.2011, 11:24

Selten so einen Blödsinn gelesen. Käme mir schön verarscht, wenn Neukunden gegenüber treuen Abo- Kunden rabattiert würden. Bei UPC praktiziert, ein Ärgernis. Das Gegenteil ist der Fall: die wirklich attraktive Sparschiene- Kampagne z.B. macht den Kauf einer VC, der meist für einige wenige Fahrten im Jahr nach Wien und zurück erwägt wird, vollends obsolet.

Pericolo Giallo
00
15.9.2011, 17:05
unsinn

der kauf einer vorteilskarte zahlt sich ab wenigen fahrten (oft in der größenordnung unter zehn!) aus. fünf mal wien-sbg hin und zurück, und schwupps hat sich die vc amortisiert.

esoxLucius
53
12.9.2011, 09:48
Naja

Wer nur ein paar Züge auf der am besten ausgebauten Strecke betreibt, kann natürlich günstiger sein, als wer alle Nebenbahnen in Seitentälern bespielen muss.

Wir hatten das ja schon mit den privaten Postzustellern: die sind auch in Großstädten viel billiger als die Post. Andrerseits geht dann natürlich das große Jammern los, wenn die Post im Gegenzug Postämter in Hintertupfing sperrt.

Erstaunlich, wie wenig unser Staat aus dieser Episode gelernt hat...

laekla
29
12.9.2011, 11:44
Nebenbahnen?

Dass ich nicht lache! Erstens sind diese hoch subvenioniert, zweitens masst man sich bei den ÖBB an, sogar Linz-Graz bzw. Salzburg-Graz einzustellen.
Mit dem Argument der schlechten Auslastung!
Das finde ich eine Riesensauerei, wenn man das Angebot Salzburg-Graz als Beispiel nimmt. Langsamste Verbindung, älteste Züge - logisch dass da keiner mit der Bahn fährt!
So konsequent schlechte Qualität zu bieten hat logisch zur Folge, dass keiner fährt. Als ob man´s so wollte....

Bertel Mann
23
12.9.2011, 13:39
Dann kritisieren Sie die Westbahn gefälligst auch

Niemand hindert die Westbahn nämlich daran zu beweisen, dass sie kein Cherry-Picking betreiben und auch andere Strecken zu bedienen

Wenn die miese Qualität des Angebots der ÖBB die Ursache für die schwache Auslastung dieser Strecken waren, wie Sie Bahnexperte behaupten, wäre es ja für die Westbahn ein leichtes, mit modernen neuen Zügen auf diesen Strecken Gewinne einzufahren.

Warum sie das wohl nicht tut? Fragen über Fragen...

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