Internetgeschäft wuchs 2010 um 14 Prozent auf 7 Mrd. Euro
Rund um die Uhr einkaufen zu können ist inzwischen
alltäglich geworden. Während der stationäre Handel nur leicht zulegt,
wächst der Onlinehandel rasant. Im vergangenen Jahr wurden in
Österreich laut RegioData rund 7 Mrd. Euro online umgesetzt, um 14
Prozent mehr als 2009. Manche Branchen geraten angesichts der
Kundenabwanderung Richtung Internet aber
gehörig unter Druck. Im
Buchhandel wird schon mehr als ein Fünftel im Internet
umgesetzt, im
Elektrohandel sind es 16 Prozent.
Veränderte Branchen
"Das Internet hat insbesondere
den Buchhandel und den
Elektrohandel sowie die Musik- und Reisebranche stark verändert", so
Mark Ruhsam von RegioData. Der klassische Buchhandel macht schwere
Zeiten durch: Stationär kämpfen die Betriebe mit Umsatzeinbußen,
wohingegen der Verkauf im Internet
prächtig läuft. Europas größter
Elektronikhändler Media-Saturn hat den Einzug ins Internet komplett
verschlafen und im Vorjahr die Zeche dafür bezahlt. Nun hat der
Ausbau des Online-Geschäfts höchste Priorität.
Noch keine Rolle für Lebensmittelhandel, Baumärkte oder Möbelhändler
Doch auch wenn der Onlinehandel weiter an Bedeutung gewinne,
werde
er den stationären Einzelhandel nicht ablösen, ist Ruhsam überzeugt.
Noch keine Rolle spielt das Internet-Geschäft
für den
Lebensmittelhandel, Baumärkte oder Möbelhändler. Die Anteile, die
diese Branchen im Internet
erwirtschaften, liegen bei 1 Prozent und
darunter. Um 3 bis 4 Prozent machen Drogerie- und Parfümeriehändler,
Schuhhändler und Bekleidungsketten im Internet,
geht aus der
RegioData-Erhebung hervor. Eine etwas höhere Bedeutung hat das World
Wide Web für den Sportartikelhandel: Die Branche macht 7 Prozent
ihrer Umsätze im Netz.
Im Schnitt gibt ein Österreicher pro Jahr 830 Euro für
Interneteinkäufe aus. Damit liegen wir im Europa-Vergleich unter den
Top-Onlineshoppern. Mehr geben nur Norweger (880 Euro) und Briten
(890 Euro) aus. Europaweit beträgt der gesamte Online-Umsatz rund 200
Mrd. Euro. (APA)