Kombinationspräparate

Asthma: Zwischen Unter- und Übertherapie

9. September 2011, 11:53
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    foto: apa/mundipharma gmbh

    Bronchienerweiternde Medikamente und Cortison werden als Dosieraerosole verabreicht.

Die Kontrolle chronischer Lungenerkrankungen hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verbessert - Neue Strategien sollen Fortschritte bringen.

Wien - „Wir haben ein Problem. Asthma ist gut behandelbar. Doch bereits in den Jahren 2001 und 2004 haben Untersuchungen gezeigt, dass die Kontrolle der Erkrankung schlecht funktioniert. Und die jüngste Studie in Europa aus dem Jahr 2010 hat bewiesen, dass in keinem Land Europas eine zufriedenstellende Kontrolle erreicht wurde." - Der Wiener Experte Wolfgang Pohl, Vorstand der Lungenabteilung am Krankenhaus Hietzing, sieht die Situation rund um die häufige entzündliche Erkrankung der Bronchien beim Jahreskongress der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖPG/8. bis 10. September in Wien) durchaus kritisch.

Die Gründe sind offenbar mehrschichtig. Pohl: „Einerseits dürften Ärzte ihre Patienten offenbar nicht intensiv genug auf die Möglichkeiten und die Notwendigkeit einer regelmäßigen und ausreichenden Einnahme der Medikamente sowie auf die notwendigen Kontrollen hinweisen bzw. das überwachen, andererseits wissen wir, dass bei Asthmatikern bereits einige Wochen nach der Verschreibung von Arzneimitteln die Adhärenz (Compliance) zur Medikation bei nur noch 30 Prozent liegt. Selbst in überwachten klinischen Studien sind es oft nur 50 Prozent."

Alte Wirkstoffe neu kombiniert

Allerdings, wiederum durchaus selbstkritisch von der Warte des Arztes und Asthma-Spezialisten aus: „Wir tendieren dazu, Patienten mit mildem Asthma in einem Übermaß mit Medikamenten zu versorgen. Auf der anderen Seite sind Betroffene mit mittelschwerem oder schwerem Asthma oft untertherapiert."

Eine Antwort darauf könnten neue Therapieformen sein, welche die Einnahme der Arzneimittel, vor allem Dosieraerosole mit Bronchien erweiternden Substanzen (Beta-Mimetika) bzw. die Entzündung hemmenden Wirkstoffen (Cortison), weiter erleichtern sollen. Hier werden derzeit von mehreren Pharmaunternehmen auch „alte" Wirkstoffe neu kombiniert und mit neuen Verabreichungsformen versehen.

Bronchodilatantien und Cortison

Ein Weg dazu könnte die Kombination des lang wirksamen Bronchienerweiterers Formoterol mit der Cortison-Variante Mometason zum Inhalieren sein. Hier geht es um eine langfristige „Erhaltungstherapie" für Asthma-Patienten (Einnahme: zweimal täglich). Gar nur einmal soll ein Kombinationspräparat aus dem Beta-Agonisten Indacaterol (bisher bei COPD eingesetzt) und Mometason eingenommen werden müssen. Genau so wie bei Vilanterol in Kombination mit Fluticason Furoat.

Ebenfalls aus der Reihe der Medikamente zur Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) stammt die Substanz Tiopropium (Pulverinhalation). Pohl: „Hier hat sich gezeigt, dass mit der Substanz auch bei Patienten mit sehr schwerem Asthma noch eine Verbesserung möglich ist."

Asthma ist nicht gleich Asthma

Die Grundlagenforschung in Sachen Asthma weist zunehmend in eine Richtung, welche die Wissenschaft in anderen Bereichen der Medizin - zum Beispiel bei Erkrankungen wie Multiple Sklerose, in der Onkologie oder in der Rheumatologie - bereits gegangen ist: die Unterscheidung verschiedener Asthmaformen auf der Basis von jeweils typischen zellulären Ereignissen. Das soll auch zur Identifikation von ganz spezifischen Zielen („Targets") bei einzelnen Asthmaformen führen. Der Wiener Experte: „Es gibt verschiedene Phänotypen. Wir kommen in Richtung einer Individualisierung der Asthmatherapie."

Beim Ansprechen ganz bestimmter Ziele bei der Asthmatherapie führt auch in der Pneumologie kein Weg an der modernen Biotechnologie vorbei. So zum Beispiel wurde mit dem monoklonalen Antikörper Mepolizumab der Beweis erbracht, dass die Blockade des Immunbotenstoffs Interleukin-5 zu einer Reduktion der Zahl der eosinophilen Granulozyten in den Bronchien von Patienten führte, bei denen die Entzündung der Bronchien mit herkömmlichen Mitteln nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Gleichzeitig nahm die Häufigkeit akuter Verschlechterungen des Grundleidens (Exazerbationen) ab. Pohl: „Man weiß, dass gerade diese Exazerbationen zu einer schlagartigen Verschlechterung der Lungenfunktion führen." Eosinophile Granulozyten - Entzündungszellen - sind bei einem Teil der Asthmapatienten das hervorstechende Merkmal ihrer Erkrankung.

Gezielt therapieren

Ähnlich gezielt wirkt auch der monoklonale Antikörper Lebrikizumab, dessen Wirkung bei sonst nicht ausreichend kontrollierbarem Asthma in einer Anfang August im „New England Journal of Medicine" publizierten Untersuchung belegt wurde. Der Antikörper blockiert den Immunbotenstoff Interleukin-13. Er trägt wesentlich zu den Symptomen von Asthma bei und es erhöht Periostin - ein Protein, das sich mit Hilfe eines Bluttests messen lässt.

Die Studie zeigte, dass Lebrikizumab bei Patienten die einen hohen Periostinspiegel vor Beginn der Behandlung aufwiesen, zu einer stärkeren Verbesserung der Lungenfunktion führte als bei Patienten mit niedrigem Periostinspiegel. Hier könnte sozusagen ein „Hebel" für eine wirklich individualisierte Asthmatherapie existieren. (red)

 

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20 Postings
multatuli
60
10.9.2011, 22:11
Die Ärzte hier machen es sich schon einfach

Da wird sofort pulmicort, oxis oder foster verschrieben ohne das auf unterstützende Maßnahmen hingewiesen wird wie die Buteyko Methode, oder dass einem geraten wird Yoga oder Qi gong zu machen

anlumo
00
13.9.2011, 15:39

Meine Ärztin hat zu mir gemeint, ich soll viel schwimmen gehen.

Pump Kin
02
12.9.2011, 16:41

Ich glaub SIE machen sichs einfach.

Als poster können Sie jeden Schaß ins Internet stellen.

Als Arzt sind Sie aber verantwortlich für das was Sie tun und dann müssens Dinge verschreiben die auch wirken.
Sie möcht ich im Asthmaanfall sehen wenns den ganzen Esofuck ausprobieren und ka Luft kriegn.

noldman
00
12.9.2011, 00:52
Habe ich alles ausprobiert, funktionierte

aber halt leider nicht im geringsten.

Das einzige was geholfen hat, waren Dinge wie Medikamente!, ans Meer fahren (Salzluft wirkt Wunder) und für mich vollkommen überaschend (bin das 1. mal nur hingegangen weils mir gezahlt wurde, hatte das vorher für Quatsch eingestuft) Ostheopathie.

Hat zwar die Hyperreagibilität nicht beseitigt, aber dafür meinen FEV1 Wert um 15% auf fast Normalwert angehoben (komplett leider nicht).
Ich habe jahrelang die Medikamente verweigert, weil ich an solche Grabslehrern die diesen Alternativblödsinn wie sie verzapft haben geglaubt habe. Ich wollte einfach die Medikamente los werden. Das hat aber dazu geführt, dass es zu chronischen Einschränkungen gekommen ist die leider dauerhaft bleiben.

multatuli
00
12.9.2011, 10:58
Bitte genau lesen

Das es ohne Medikamente nicht geht ist klar, ich brauche diese bis zu meinem Lebensende. Unterstützend hilft in meinem Fall die Atemreduktion, da ich ein Hyperventilierer Type bin. Wer die Sauerstoffaufnahme drosselt auf ein gesundes Maß stärkt sein Immunsystem. Warum glauben Sie gibt es Yoga und anverwandte Methoden?

War für mich gilt, muß nicht für Sie gelten und umgekehrt.

Zusätzlich nutze ich Salztherapien und meide Kuhmilch. Alle empirisch herausgefunden..

Sonstwer
01
10.9.2011, 18:21
ich finds total mühsam, dass man sich als Alergiker und Asthmatiker

jedes Mal neu eine Überweisung von einem normalen Arzt holen muss um ins Allergieinstitut gehen zu können.

WOZU ????

das ist einfach nur mühsam und nützt gerade mal dem Arzt von dem ich mir die Überweisung holen muss

noldman
00
12.9.2011, 01:00
Nachdem ich keine Allergien habe, kann ich dazu

zum Glück nichts sagen, aber was mich als Chronisch kranken Asthmatiker stört, es reicht doch wenn ich 1-2 mal pro Jahr zum Lungenfacharzt gehe, der die Therapieeinstellung überprüft, anpasst und mir dann ein Rezept für mind 1/2 Jahr ausstellt.
Sollte man zumindest meinen, aber nein, man kann je nach Schweregrad zw. alle 2 Wochen und ca. 2 Monaten (bei mir alle 4 Wochen) zum Hausarzt oder Lungenfacharzt tingeln, sich dort das Rezept für die Medikamente holen (das natürlich eh die Sprechstundenhilfe ausstellt und natürlich nicht der Doc) und damit dann zur Apotheke.

Warum diese Schikane?

Oder warum sind bei uns die Medikamentenschachtelgrößen nur 1/3 - max. die Hälfte von dem was in D. drinnen ist.

somussesnichtsein
02
10.9.2011, 08:25
und wo bekommt man all diese

wunderbaren therapien und die entsprechende betreuung ohne privatpatient des herrn pohl zu sein???????

mumuj
00
10.9.2011, 07:46
2 Wochen am Meer und Klima-kamer Therapie

und die Symptome wahren weg.
Ich bin Alergikerin(Grässerpollen) und wie jedes Jahr(trotz jahrelanger Immunisierung)hatte ich wieder beschwerden.Mein Arzt hat mir Medikamente verschrieben(zwei Mal am Tag inhalieren)von denen ich Herzrasen gekriegt habe und nicht schlafen konnte. Meine Einwende wurden komentiert."na seien sie nicht so zimperlich,a biserl Adrenalin ist da drinen." Nach dem sich meine Alergischeastma- Beschwerden nicht gebessert haben,setzte ich die Medikamente ab. Das einzige was mir wirklich geholfen hat war die Klima-kammer therapie-die zahlt die Krankenkasse aber nicht mehr-es verdient die Pharmaindustrie nicht daran, nur hunderten in erste Linie Kindern wurde auf natürliche Weisse geholfen...

kh g
00
10.9.2011, 11:35
14 Monate (!) auf einer Insel ...

... einige Wochen OK, dann wieder alles wie gehabt.

Abgesehen davon ist das am Meer so eine Sache mit Gräserpollen.

Frau Techne
10
11.9.2011, 07:45

Vielleicht liegt es doch auch ein bissl an den Lebensumständen, die Sie daheim erwartet haben?
Bei Asthma darf man die psychische Komponente nicht vernachlässigen.

mumuj
01
11.9.2011, 08:31

Wenn die Beschwerden jedes Jahr mit Beginn der Grässer Blüte - Mai anfangen und mit Edne der Blüte aufhören-August hat das mit Psyche denke ich wenig zu tun

noldman
00
10.9.2011, 01:52
Der Artikel ist zwar nett (damit man wieder

mal mitkriegt welche Medikamente so die nächsten Jahre kommen).

Das Problem daran ist, dass Medikamente wie Lebrikizumab oder zb. Mepolizumab überhaupt nicht im Erstattungskodex stehen. Entweder mangels Zulassung oder weil sie die Krankenkasse nicht bezahlt.

Corello
 
31
Meine Großmutter...

...wurde 30 Jahre lang gegen Asthma behandelt.
Dann kam der Alzheimer und sie zu mir in Pflege.
Die Untersuchungen die ich dann zur Vorsicht habe machen lassen haben gezeigt, dass sie nie Asthma hatte.
Durch den Alzheimer hat sie's dann auch völlig vergessen.

Mir hat's bewiesen, dass man einem gläubigen Patienten praktisch alles einreden kann.

noldman
00
12.9.2011, 01:02
Zur Info es gibt immer wieder Fälle bei denen

Asthma tatsächlich "ausheilt". Vor allem bei Kindern ist das sehr häufig der Fall.

War bei mir auch so. Als Kind sehr sehr starkes Asthma. Dann Blödsinnigerweise nach der Pubertät zur Stellungszeit kein Asthma mehr und nach ca. 5 Asthmafreien Jahren kam der Blödsinn wieder.

Markus -
02
10.9.2011, 08:13

Nur aus Interesse: welche Untersuchung kann im Nachhinein beweisen, dass man nie Asthma hatte?

Corello
 
00
14.9.2011, 16:42
bin kein Arzt.

Das hat der Lungenfacharzt "festgestellt".

F.S.K
00
zur compliance

warum sollen die medikamente nehmen wenn sie offensichtlich auch ohne auskommen?

samba cat
02
weil die entzuendungshemmer

vorbeugend genommen werden, nicht bei aktuellem anfall. dem patienten fehlt das unmittelbare feedback medikament nehmen - besserung, das heisst aber nicht, dass es ihm nicht besser gehen wuerde, haette er das medikament genommen. ich kenn ein paar asthmatiker, die genau dieses problem haben. werden sie dann wieder daran erinnert und nehmen sie die medikamente, verbessert sich das asthma in einigen tagen. aber die uebergaenge sind schleichend.

F.S.K
00
10.9.2011, 17:45

nach ein, zwei mal muß man den zusammenhang aber begriffen haben.

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