foto: institut für archäologische wissenschaften (abt. ii)/thomas maurer
Groß-Gerau - Archäologen haben Spuren eines frühen Militärlagers der Römer in Hessen entdeckt. In der Nähe von Groß-Gerau im Süden des Landes stießen sie auf Reste eines Kastells aus der Zeit der 40er bis 70er Jahre des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung. In dieser Gegend hätten in Mainz stationierte römische Soldaten immer wieder militärische Übungen absolviert, erklärte Hans-Markus von Kaenel von der Universität Frankfurt.
"Die Entdeckung und Erforschung des römischen Lagers bedeutet für die Besiedlungsgeschichte des Rieds einen völlig neuen Impuls. Bislang ging die Forschung davon aus, dass die strategisch wichtige Gegend südlich der Mainmündung - als Vorfeld der Metropole Mogontiacum, Mainz - erst unter dem Kaiser Vespasian (69-79) dem Imperium Romanum einverleibt worden sei. Nun wissen wir, dass Groß-Gerau nicht das erste Zentrum der mediterranen Großmacht im Ried war", erläutert von Kaenel.
Im Bild: Zeugnisse von Germanen in römischem Dienst: Verzierte Keramik aus einer Grube der Zeit um 100 n. Chr.