Sundt und Huber wegen Immobiliendeals im Visier

  • Ex-ÖBB-Chef Martin Huber
    foto: apa

    Ex-ÖBB-Chef Martin Huber

Ex-Telekom-Chef Sundt und Ex-Porr-Manager und ÖBB-Chef Huber bei Nordbergstraßen-Verkauf dabei - Meischberger kassierte Provision

Wien - Neue Details zum schon bekannten dubiosen Immobilienverkauf des Objekts Nordbergstraße 15 in Wien-Alsergrund berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" laut Vorausmeldung: Demnach stehen nun Ex-Telekom-Chef Heinz Sundt und Ex-ÖBB-Chef Martin Huber im Visier der Ermittler - neben dem Lobbyisten Walter Meischberger, der bei dem Deal eine 708.000 Euro schwere Provision erhalten hat. Das Grundstück gehörte der Telekom Austria, die es für 30,5 Mio. Euro an ein Porr-Konsortium (Soreg und AKP) verkaufte, das damals von Huber geleitet wurde. Innerhalb von zwei Monaten wurde das Grundstück vom Konsortium mit großem Gewinn weiterverkauft.

Am 1. Oktober 2003 verkaufte die Telekom das Objekt an die Soreg. Am 3. November kaufte die Sorge ein dazugehöriges ÖBB-Grundstück um 4,1 Mio. Euro. Noch vor Jahresende 2003 wurde das Gesamtpaket an das deutsche Bankhaus Wölbern um 49 Mio. Euro weiterverkauft. Die exorbitante Wertsteigerung von 14 Mio. Euro mache die Ermittler stutzig, so das Magazin. Auch die Rolle von Edith Hlawati, seit 2001 stellvertretende Telekom-Aufsichtsratspräsidentin und Partnerin der Kanzlei Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (CHSH) berge Konfliktpotenzial: Grundlage für den Deal sei unter anderem eine rechtliche Due-Diligence-Prüfung der Rechtsanwälte CHSH gewesen. Die Kanzlei soll damit 500.000 Euro verdient haben, so das "Format".

Beim Projekt Nordbergstraße wurde bisher primär über Walter Meischbergers Provision berichtet. Der Freund und Geschäftspartner von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser verrechnete der Kallinger-Firma AKP, ein Mitglied des Porr-Konsortiums, im Oktober 2004 für "Beratung und Unterstützung" beim Projekt Nordbergstraße 708.000 Euro. Er habe das Projekt mit Ernst Plech abgewickelt, so Meischberger laut Polizeiprotokoll seiner Einvernahme vom 3. Februar 2010. Plech war damals Aufsichtsrat der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), diese wollte eigentlich das Objekt Nordbergstraße kaufen, die WU Wien als Mieter stand schon fest. Bekannt wurde ein abgehörtes Telefongespräch Meischbergers mit Plech, in dem Meischberger Plech zu dem Nordbergstraßen-Deal befragt, "Was wor mei Leistung?" Plech erklärte Meischberger in dem abgehörten Telefonat auch die Lage des Objekts. (APA)

Share if you care