Wien Schwechat

Lärmgrenzwerte bei dritter Flughafenpiste "inakzeptabel"

8. September 2011, 15:36
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    foto: ap/roland zak

    Eine Frau protestiert gegen die geplante dritte Piste auf dem Flughafen Wien.

Nichtaufnahme von Nachtflugregelung und Lärmzonen "völlig unverständlich"

Schwechat - Durchaus kritisch geäußert hat sich am Donnerstag das Dialogforum Flughafen Wien nach Abschluss der UVP-Verhandlung zu einer geplanten dritten Piste. Die öffentliche Anhörung habe die Meinung bestätigt, dass im UVP-Verfahren auf Basis der gesetzlichen Grundlagen nur weniger weitreichende Maßnahmen gegen Flugverkehrsbelastungen festgelegt werden könnten "als im Mediationsvertrag und im Dialogforum schon jetzt vereinbart sind und umgesetzt werden".

Lärm: Höhere Grenzwerte als in Deutschland

Die Kritik betraf neben der Verhandlungsführung vor allem Qualität und Aussagen der Behördengutachten zu den Themen Lärm und Umwelthygiene sowie die zumutbaren Lärmgrenzwerte. "Inakzeptabel" sei, dass der medizinische Gutachter höhere Grenzwerte zulasse als in Deutschland vorgesehen seien. Auf Unverständnis stoße überdies, dass diese Werte noch dazu viel höher seien als die im Mediationsverfahren und Dialogforum vereinbarten Dauerschallpegel, ab denen das Lärmschutzprogramm umgesetzt werde.

Nachtflugregelung kritisiert

"Völlig unverständlich" sei auch, warum die UVP-Behörde aus dem Mediationsvertrag weder die Nachtflugregelung mit der Reduktion der Starts und Landungen auf 3.000 jährlich in der Nachtkernzeit von 23.30 Uhr bis 5.30 Uhr noch die Vereinbarung zur Begrenzung der Lärmzonen im UVP-Bescheid aufnehme, informierte Wolfgang Hesina, Geschäftsführer des Dialogforums, über die Forderungen der ARGE gegen Fluglärm und der Anrainergemeinden. Alle Mitglieder kritisierten außerdem, dass der zu erwartende UVP-Bescheid aufgrund der Gesetzeslage wahrscheinlich auf die Ergebnisse des Mediationsverfahrens und des Dialogforums nicht bzw. kaum eingehen werde.

"Ohne Mediation und Dialogforum würde es traurig ausschauen, unsere Vereinbarungen sind die einzigen konkreten Maßnahmen gegen Flugverkehrsbelastungen. Alle diesbezüglichen Einwendungen wurden seitens der Behörde und ihrer Gutachter zurückgewiesen. Das Positivste an der Anhörung war, dass die Flughafenvertreter sich mehrfach zur Einhaltung der zivilrechtlichen Vereinbarungen aus dem Mediationsverfahren bekannt haben", stellt Alfred Höllrigl, Obmann der ARGE gegen Fluglärm - einem Zusammenschluss von fünfzehn Bürgerinitiativen, die im Dialogforum verhandeln - fest. (APA)

Kommentar posten
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fasziniert
02
18.9.2011, 16:57
der Mediationsvertrag ist und bleibt ein privatrechtlicher Vertrag

der von der Austro Control und den Fluglinien ohnehin nicht eingehalten wird.

Alleine in Liesing wurde 2010 um 46,5% mehr geflogen als dort vereinbart. Wobei vor 2004 gar nicht über Liesing geflogen wurde. Bis die Floriani-Jünger am und um den Flughafen auf die Idee gekommen sind, eine Abflugroute auf dichtest besiedeltes Gebiet zu legen. In einer sogenannten Mediation - "selbstverständlich" ohne Beteiligung der davon Betroffenen.

Den Schaden haben aber nicht nur die Liesinger sondern auch der Steuerzahler, der für die unnötig hohen Gesundheitskosten aufkommen darf. Pro Jahr ein Vielfaches jenes Betrags den sich die Airlines durch minimal kürzeren Flugrouten ersparen.

Mag. Garnicht
04
14.9.2011, 16:59
JEDEN VERDAMMTEN SONNTAG

...ab 6:00 früh, donnern die Maschinen im Tiefflug über dem 5. Bezirk. Da die Gebiete darunter dicht bewohnt sind und die Flugschneisen überfüllt ergibt sich daraus ein unangenehmes Szenario.

Grantscherben
00
14.9.2011, 15:18

Wer viel fliegt braucht sich über Fluglärm nicht aufregen.
Wer viel Auto fährt braucht sich über Verkehrslärm nicht aufregen.
Wer raucht, braucht sich über die Umweltverschmutzung nicht aufregen.
...

Heidrick
00
14.9.2011, 22:21

jaaaaa so einfach kann die welt sein!!!!

Minister für Verwaltungsreformen
00
13.9.2011, 13:35
evetuell wäre ein 2ter flughafen besser.

Micha Do
 
01
17.9.2011, 17:31
Den gibts schon - in München.

Ich hab Verständnis für die Anrainer. In den 70er Jahren war ich in Schwechat in der Schule, genau in der Einflugschneise, die damals noch unverhältnismäßig lauteren Jets in 50 m Höhe über der Schule, alle paar Minuten.

Fischamend ist etwas länger dort als der Flughafen, es ist halt schlicht kein Platz mehr für noch eine Piste.
An die Politik: Wie wärs mit "einfach ein paar Gemeinden absiedeln"? Die paar Tausend Betroffenen werdets doch wohl in irgendeiner Plattenbausiedlung unterbringen.
Oder die Verantwortlichen zwingen ein nettes kleines Häuschen am Ende der Start/Landebahn zu bewohnen. Hätt das was?

oiso
01
12.9.2011, 19:57

sachliche argumente sind leider oft genug perlen vor die säue. werden überlesen, ignoriert, in den dreck gezogen.

KeaSchaf
11
11.9.2011, 14:51
Tja gegen Fluglärm sein

das Geld dafür aber einstecken wollen...

Typisch österreichische Eigenschaft. Positives wollen - negatives was damit verbunden ist halt nicht.
Wenn ich mir anschaue was in Schwechat Geld verschwendet wird, WEIL es durch die Existenz des Flughafens einfach da ist selten gesehen.
Wäre nun fast so wenn Vösendorf GEGEN den Autoverkehr der Shopping City wäre...

Nachdenken liebe Schwechater...

crazyhorse
35
Der Flugverkehr wird mehr...

Also ich lebe seit über 25 Jahren in NÖ, am östlichen Stadtrand von Wien. In den vergangen Jahren ist der Flugverkehr allerdings serwohl immer heftiger geworden. Mittlererweile ist es in den Sommermonaten sehr störend geworden, man sitzt auf der Terrasse und möchte sich unterhalten, jedoch wird dann das Gespräch permanent (im 5-Minuten-Takt) durch den Flugverkehr unterbrochen. Weiter gehts dann mit dem Fluglärm in den Nächten, meist zwischen 21.00 - 01.00 Uhr, und nun soll noch eine dritte Piste her?!?!?

Hackbrett Schorsch
00
14.9.2011, 00:57

Meine Familie hat ein Haus in Wienerherberg und es stimmt, der Flugverkehr ist mehr geworden, aber die Flieger dafür auch leiser. Das wurde nämlich noch nirgends gesagt. Wenn ich da an die alten MD-Maschinen zurückdenke, brrr.

Eckhausbesitzer
00
13.9.2011, 09:26

Verstehe ich .. nur wenn wir dauernd nach Griechenland oder die Türkei jetten müssen, oder kurz mal nach Berlin oder Paris ist das so. Ich werde mit meinem Österreichurlaub (leider) oft belächelt.

°<°~~
44
So einfach könnte Ruhe sein:

Sehr interessant. Scheinbar kann sich niemand ein Leben ohne großen Lärm vorstellen. Wer braucht in Wien Autos? Die Lieferfahrten nur mit Elektroautos, Öffis detto. Stellt euch die Lebensqualität vor! Keine Verkehrsschilder, die Strassen gehören euch, einfach die Fenster aufmachen und die warme Brise hereinlassen!!

Fluglärm ist sowieso lächerlich. Eine intelligent regierte Gesellschaft würde Flugreisen nur in Ausnahmefällen gestatten, so sinnlos, umweltschädlich und menschenfeindlich, wie das ist.

Und am Land: Verbot von 2-Takt-Motoren, Vier-Takter nach normalen PKW-Richtlinien. Welch' Ruhe könnte sein!

Sollte die Wirtschaft nicht nur dazu dienen, den Menschen das Leben so angenehm wie nur möglich zu machen?

milli47
22
Flugreisen

da hätte ich auf viele Eindrücke verzichten müssen, hätte vielleicht die frische Luft aber nie über den Kirchturm geschaut.

°<°~~
21

Ich weiß jetzt nicht, welcher Art Ihre Reisen sind. Aber: haben Sie schon den Dom zu Speyer gesehen, den Rio Tinto in Andalusien oder das Dartmoor? Sie kennen Petersburg genauso wie Istanbul? Könnte man sich als Europäer nicht auch mal Europa anschauen, statt sich die DomRep zu geben, oder Thailand, oder Südafrika, natürlich nur auf den Touristenpfaden und sich nichts Einheimisches essen trauen.
Auf den Mond können Sie auch nicht fliegen, in die Antarktis nur schwer und in Afghanistan Urlaub zu machen, ist momentan auch nicht anzuraten. Es ist, wie es ist: man kann nicht alles haben, und manches sollte man nicht haben wollen.

Rene Stangeler
11
10.9.2011, 20:12
Aha,

und was ich haben will bestimmen sie? Dom zu Speyer, gut schau ich mir mal an wenn ich nicht mehr fit genug bin um mit dem Rucksack auf dem Buckel durch Laos oder Vietnam zu reisen. Vielleicht auch wenn mir die lange Anreise nach Sulawesi oder nach Japan zu mühselig ist.
Nach St. Petersburg oder nach Istanbul reisen sie wie? Mit dem Auto, mit dem Zug? Wenn sie nicht 5 Personen im Auto sind schaut die Ökobilanz schlechter aus wie bei Flugreisen. Mit dem Auto erzeugen sie zusätzlich ca 10 bis 20x solange Lärm wie mit dem Flugzeug für so eine Reise, weiters wären rund 150 bis 200 Autos (geht man von 1 bis 2 Personen pro Fzg aus) damit all die Leute nach Istanbul kommen.

Ruhe und Stadt, das geht seit es Städte gibt nicht zusammen.

°<°~~
10
10.9.2011, 23:42

Mein erster Satz war doch: "Ich weiß jetzt nicht, welcher Art Ihre Reisen sind." Fürchten Sie sich nicht, ich schreibe Ihnen also gar nichts vor.

Wer fährt denn nach St. Petersburg mit dem Auto? 1850km, 27h, ohne endlose Grenzaufenthalte. Oder nach Istanbul, 1550km, 19h!

Für Ihren speziellen Geschmack ist es schwierig, ein Substitut in Europa zu finden. Vor allem, wenn es darum geht, möglichst exotische Ziele zu haben.

Wie gesagt, man kann nicht alles haben.
Ich würde wirklich gerne Mozart besuchen. Geht halt nicht. Geh ich eben in den Musikverein.
Und in Somalia wandern. Sollte man halt nicht. Fahr ich halt nach Matrei.
Nach Sulawesi fliegen. Sollte man nicht dürfen.
Hmmm ...
Haben Sie eine Idee?

rutluk
00
13.9.2011, 11:38

Familie in den USA, NL und Österreich, Arbeit in Japan. Was würden Sie mir raten, um auf Flugreisen verzichten zu können?

°<°~~
00
16.9.2011, 23:31

Facebook, ein Telefon und einen neuen Job, für die ganze Familie. So verstreut ist Ihre Familie ja nur, weil Fliegen und Spritverbrauch kein Problem für sie darstellt, weil es der Allgemeinheit umgehängt wird. Was hätten Sie vor 100 Jahren gemacht, wenn Sie in Japan gearbeitet hätten. Das machen Sie heute auch.

Aber ich bin ja nicht so grausam. Ich will ja nur sagen, dass man von diesem "Is-eh-alles-wurscht" wieder - langsam! - wegkommen muss. Man kann gesellschaftliche Probleme selten per Knopfdruck lösen.

Noesis Humanus
55
Grund besichtigen - Denken - Handeln

Von Leuten die sich wissentlich billig Grundstücke kaufen (sei es bei einem Flughafen, Bahnlinien, Autobahnen, ...) und nachher auf Kosten der Allgemeinheit Entschädigungszahlungen oder kostenintensive Lärmschutzwände /-maßnahmen fordern, halte ich (höflich ausgedrückt) nicht sehr viel!
Beim Grundstückkauf darf man durchaus seine grauen Zellen bemühen, ob das eigene Lärmempfinden mit der Wahl der Lage des Grundstücks in Einklang zu bringen ist! Sorry - keine Toleranz und kein Verständnis für den Zirkus den die Öffentlichkeit zu zahlen hat!

All jenen die bereits vor dem Flughafen dort gewohnt haben, sollte selbstverständlich eine Entschädigung zustehen (und tut es meines Wissens auch!)!

eze eze
 
20
10.9.2011, 00:11

Die Abflugroute über dichtestbesiedeltes Gebiet in Liesing mit unzähligen Betroffenen gibt es erst seit 2004. (Ich wohne schon etliche Jahre länger dort, und ich kannte die Gegend - liegt nicht so weit weg von meinem Heimatort - gut genug, um zu wissen, dass dort nichts derartiges auf mich zukommt.) Seit damals wurden auch noch neue Landerouten über Liesing verlegt. Vor 2004 war die Situation in puncto Fluglärm dort paradiesisch. Glaubst du im Ernst, dass alle, die sich dort beschweren, erst in den letzten 7 Jahren dorthingezogen sind?

eze eze
 
10
11.9.2011, 01:03

Für den Rotstrichler/die Rotstrichlerin: Die Abflugroute, die über das dichtestbesiedelte südliche Wien verlegt wurde, und Hauptgrund für den ansteigenden Fluglärm ist, sowie einige zusätzliche Landepisten gibt es erst seit 2004. Erstens habe ich schon Jahre vorher dort gewohnt (zu der Zeit als ich in diese Gegend zog, wurde überall mit der dort herrschenden "Grünruhelage" geworben - und das waren auch keine leeren Versprechen, denn mehr als 10 Jahre lang war das ja auch tatsächlich so), und weiß aus eigener Erfahrung, dass der Fluglärm vorher marginal war, und zweitens gibt es das auch schriftlich: http://www.wien-konkret.at/lifestyle... m/liesing/

curieux
10
12.9.2011, 18:56
Stimmt doch nicht, was Sie da sagen!

In den 60er Jahren sind die damals wirklich lauten Flieger von Schwechat direkt nach Westen geflogen, so über den Auhof. 5km links und rechts ein Lärmteppich. Aber es waren weniger. Das gebe ich zu.
Dann haben sie die Linkskurve nach dem Start eingeführt, um Schwechat zu umfliegen. Dann gleich wieder Westkurs, so zwischen P'dorf und Mödling.

Wissen Sie, ich kenne den 23. (Atzgersdorf) seit 60 Jahren. Mir können Sie Ihre G'schichtln nicht drucken.

eze eze
 
10
13.9.2011, 00:47

Die 2004 eingerichtete Abflugroute mitten über das dichtbesiedelte südliche Wien hat also keine nennenswerte Auswirkungen auf die Lärmsituation?

http://www.wien-konkret.at/lifestyle... m/liesing/

(Was vor 60 Jahren war, da kann ich nicht mitreden, damals war ich noch nicht geboren, alle meine Postings hier beziehen sich auf meine Wohngegend und die Falschbehauptung, dass es absehbar gewesen wäre, dass man hier in einem derartigen Ausmaß mit Fluglärm zu rechnen hat - das war es nicht, es war hier vor meinem Einzug und auch über 10 Jahre lang danach ziemlich ruhig, auch nachts.)

eze eze
 
10
13.9.2011, 00:31

Ich wohn noch nicht seit 60 Jahren dort. Aber es war über 10 Jahre lang natürlich nicht völlig lautlos, aber zumindest relativ ruhig - zumindest war es wirklich noch so, dass man sich dort erholen konnte und Ruhe hatte. Seit 2004 - siehe obigen Link - kam dann eine Abflugroute mitten über dichtestbesiedeltes Gebiet in Liesing hinzu (die anderen Gebiete kenne ich nicht) - und seit damals ist die Situation wirklich unerträglich geworden. Dass es, wenn vorher gar nichts war, und dann plötzlich Flieger drüberfliegen, noch ärger ist, versteh ich schon - aber ich will mir nicht den Vorwurf gefallen lassen, gewusst zu haben, dass es dort so laut werden wird - denn über 10 Jahre lang war es dort wirklich bis auf ganz wenige Flüge ziemlich ruhig.

eze eze
 
10
13.9.2011, 00:37

Nur zur Klarstellung: ich wohne nicht in Atzgersdorf/Mauer, sondern an der Grenze zu Perchtoldsdorf.

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