Hochschulreform

Töchterle für Uni-Zusammenlegungen

8. September 2011, 16:02
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    foto: apa/hbf/aigner

    Eine Million und eine besseres Ranking würde eine Zusammenlegung der Uni Innsbruck mit der dortigen Medizinischen Uni bringen, glaubt Töchterle.

Wissenschaftsminister spricht sich vor allem für Wiedervereinigung Medizinischen Unis mit ihren Hauptunis aus - Rektorenchef Sünkel dagegen

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle ist für die Zusammenlegungen von Universitäten. In einem Interview mit dem Fachmagazin "Medical Tribune" spricht er sich vor allem dafür aus, dass die Universität Innsbruck und die Medizinische Uni in Innsbruck wieder zusammengelegt werden. Dies würde auch der Hochschulplan nahe legen, der engere Zusammenarbeit fördert. Der Rektorenchef Hans Sünkel von der Universitätenkonferenz ist gegen den Vorschlag.

Eine Million Euro einsparen

Töchterle erklärt in dem Interview, dass vor allem in Innsbruck die Abspaltung der Medizinischen Universität von ihrer Haupt-Uni kritisiert wurde. Zudem würde eine wiedervereinigte Uni Innsbruck in drei Jahren "in den Rankings wie eine Rakete emporschnellen", so der Wissenschaftsminister. Die Zusammenlegung in Innsbruck würde laut Töchterle eine Million Euro bringen. "Noch gewichtiger wäre die sich dadurch ergebende engere Zusammenarbeit in den Naturwissenschaften."

Kein Zwang

Der Minister versteht aber auch, dass die Universitäten in Graz und Wien nicht wieder mit ihren Med-Unis zusammengelegt werden wollen. "Wir werden jedenfalls niemanden zwingen zusammenzugehen, aber auch niemanden auseinanderscheiden", so Töchterle. Es werde künftig "keine gesetzlichen Hürden geben, wenn Universitäten von sich aus den Wunsch äußern, sich zusammenzuschließen" heißt es im Wissenschaftsministerium.

Niederlande: Drei Unis wollen eine werden

Innerhalb Europas wird die Möglichkeit von Uni-Zusammenlegungen aufgrund des Spardrucks ebenfalls diskutiert. In den Niederlanden denken die Uni von Leiden, die TU Delft und die Erasmus-Uni in Rotterdam laut dem Fachmagazin "Nature" an, sich angesichts des von der Regierung eingefrorenen Uni-Budgets zusammenzuschließen, um im internationalen Vergleich weiter vorne mitzuspielen. 

Winckler: Vorschlag ist prüfenswert

An den österreichischen Unis selbst wird die Idee unterschiedlich aufgefasst. Für den scheidenden Rektor der größten heimischen Hochschule, der Uni Wien, Georg Winckler, zeigen die niederländischen Universitäten "einen Weg auf, wie Universitäten durch Kooperationen die Wirkung von Größenvorteilen und Verbundeffekte nutzen können". In Dänemark, wo durch den Zusammenschluss dreier Unis die größte Hochschule Skandinaviens entstand, sei dieses Modell bereits erfolgreich gewesen, so Winckler. "Wie durch Zusammenschlüsse positive Effekte erzielt werden, ist sicher für jeden Universitätsstandort, so auch für Österreich, eine prüfenswerte Option."

Sünkel gegen Zwangsehen

Hans Sünkel, Rektor der TU Graz und noch wenige Wochen Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), hält von der Idee einer Uni-Zusammenlegung jedoch wenig. "Zwangsehen zwischen Unis erhöhen bestenfalls das Konfliktpotenzial, aber nicht mehr", meint Sünkel. Ein derartiger Wunsch "von oben" hätte eine "Welle der Demotivation und keinesfalls eine Verbesserung der Situation zur Folge", ist sich Sünkel sicher. Es brauche in der österreichischen Hochschullandschaft eine "ordentliche Finanzierung vonseiten der Regierung, keine Gedanken zu Zusammenlegungen".

Einer Reintegration der medizinischen Unis kann Sünkel nichts abgewinnen, freiwilliger Kooperationen hingegen schon. Dort, wo es von Hochschulen gewollt wird, sei es sinnvoller, sich "gegenseitig zu ergänzen und miteinander zu kooperieren". Im Rahmen des lockeren Zusammenschlusses "TU Austria" geschehe das bereits zwischen der TU Graz, der TU Wien und der Montanuni Leoben, während in Graz die Unis flächendeckend in den Bereichen Lehre, Forschung, Infrastruktur und Personal zusammenarbeiten. (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2
Sat - Amun
01
4.10.2011, 11:29
Unipark

Hätte man in Salzburg den Unipark nicht gebaut, der jetzt von der Uni Salzburg gemietet werden muss, sondern hätte man die alten Gebäude nur ein bisserl saniert, dann wäre das wesentlich günstiger gewesen. So aber wieder ein sinnloses Prestigeobjekt aus lauter Glas (ist entstzlich für Studierende und Angestellte), leeren ungenutzen Flächen. Die Betriebskosten werden explodieren, Geld wird vergeudet, weil so manches schwarz verkleidet werden muss (darauf besteht der Architekt!! - weil es muss ja alles in schwarz und weiß sein.... Es gäbe tausend Möglichkeiten einzusparen, aber man tut es nicht. Will es nicht. Schade um das, was die Universitäten mal waren in good old AUstria.

665
00
15.9.2011, 16:47
Ja bitte zusammenlegen

Und zwar nicht nur die Unis, sondern auch die Abteilungen. Eine Studierenden Servicestelle mit 4 lokalen Outlets für Uni Wien, Medizin, Juridikum ist vollkommen ausreichend.
wir haben Institute für Numismatik, afrika wissenschaften, finno-urgistik etc mit jeweils über 30 Mitarbeitern und ca. 100 Studierenden.
ich finde es ja toll wenn man alees studieren kann, aber berücksichtigt doch bitte auch die kosten nutzen rechnung bei´den Maßnahmen.

lausi
00
12.10.2011, 22:20

30 Mitarbeiter in der Numismatik? Blödsinn! Und wer über Institute wie die Finno-Ugristik schimpft, sollte zumindest deren Namen korrekt schreiben - sonst macht man den Eindruck eines intellektuellen Gartenzwerges...der über Kosten-Nutzen-Rechnung bei universitärer Ausbildung besser schweigen sollte...

sokra
01
10.9.2011, 21:14
Bitte zusammenlegen!

Bin zwar überrascht, dass dies wirklich "nur" eine Million im Jahr bringen soll, aber für eine Zusammenlegung sprechen sowieso vielmehr andere Gründe.

Die Situation in Innsbruck betrachtet:
Es gibt haufenweise Nachteile; doppelte Strukturen, ständige Führungsstreitereien an der MedUni, Behinderungen in der Forschung, Streichung von Lehrveranstaltungen und Studienrichtungen mit Medizinbezug an der Hauptuni (soviel zur Aussage Sünkels zu Kooperationen...), Absturz im Uniranking...

Aber wo ist jetzt irgendein (wirklicher) Vorteil???

Auf der ganzen Welt sind Medizineinrichtungen fast ausschließlich Teile von Volluniversitäten - dies scheint sich also bewährt zu haben; warum soll es dann in Österreich falsch sein?

Ludovico Settembrini
00
19.10.2011, 00:36

vorteile aus sicht der oevp (die die zerstueckelung zu verantworten hat):

- mehr spitzen posten fuer oevp-guenstlinge in den
univerwaltungen

- einfachere ausnahmeregelungen fuer mediziner und
das akademische personal an medizinunis, die
ansonsten das gesamte akademische personal
betroffen haetten

Phan Tast
01

Das Problem am Schließen ist nunmal, dass manche Einrichtungen/Funktionen/Stellen nicht doppelt besetzt sein können.

Nur wer nimmt dann den Hut?

Thomas Meinung
00

Also ich persönlich finde es eine gute Idee, wenn man diese beiden Universitäten zusammenlegt. Überhaupt halte ich es für wichtig, die Zusammenarbeit der Universitäten zu stärken und diese untereinander zu vernetzten, so wie die Universitäten und Schulen in North Carolina (US). Dadurch erhält man eine Möglichkeit, die Ressourcen der Universitäten effektiv zu nutzten und auch allen anderen zugänglich zu machen.

HerrUnmut
00
28.9.2011, 21:25
stimmt

Es soll ja auch in weiterer Zukunft mal nachgedacht werden wie man das Thema generell angehen kann, wie Bildung übergreifender sein kann, ich denke da an die smarter cities wies ibm nennt, wo alles mehr ineinander überfliesst vor allem in den Städten wo man sich ja generell auf einen Bevölkerungszuwachs gefasst machen muss.

eagle13
 
03
Die medizinischen Universitäten sind ein Witz und nur geschaffen um Stellen zu schaffen. Eine medizinische Fakultät wäre auch in Graz sinnvoller als dieses Konstrukt mit der MUG, da hierdurch nur mehr Verwaltungsposten geschaffen wurden aber die

Lehre nicht befördert wurde.

localhost127
03
wann

wird denn wieder das unterrichts- mit dem wissenschaftsministerium zusammengelegt?

Benimmfibel von Frau Vassilakou
01
möglicherweise

würde ein Bundeskanzleramt mit 3 oder 4 Saatssekretären völlig ausreichen -nachdem ja hierzulande offensichtlich rRegierungsmitglieder im Alleingang und ohne echte Auseinandersetzung mit den Volksvertretern im Nationalrat über Gesetze zu bestimmen glauben, siehe die Aussage: "Es werde künftig 'keine gesetzlichen Hürden geben' (Anm.: Darüber abzustimmen ist eigentlich der Job der Nationratsabgeordneten). Vielleicht sollte man dem Herrn BM nochmal die entsprechenden Passagen aus dem Bundesverfassungsgesetz zur Kenntnis bringen.

thatslife
00
fakultätszusammenlegeungen würden schon mal reichen

gerade in graz hätte man die einmalige chance gehat die institute für chemie der kf und tu zusammenzulegen da sowieso beide unis ein neues chemiegebäude bekommen. da hätte man stattdessen ein neues für beide bauen können wodurch man unnötige doppelgleisigkeiten beseitigen kann und somit auch die forschungsleistung steigern kann. da gibts zwar die gemeinsame "fakultät" nawi graz, aber dann fehlt doch der mut das wirklich zusammenzulegen. hat man z.b. in göteborg gemacht, wo die dortigen unis ja noch deutlich grösser sind als in graz und es läuft bestens.

Kondratjew -Zyklus
 
11
Wo kämen wir da hin, wenn wir gar SCHLIESSEN, was niemand mehr braucht ?

Got Your Nose!
00
12.9.2011, 22:34

über kurz oder lang ins mittelalter.

Saint Simon
02
Keine Ahnung, Herrschaften

Die Abtrennung der med. Fak. geschah damals, weil die Blauen meinten, alle "Life-Sciences" dem blau besetzten Gesundheitsministerium unterstellen zu können. Und die Strickliesl Gehrer hat das damals halt, wie alles andere, nicht geschnallt.
Nun haben wir in Ibk statt ursprünglich 7 Fakultäten an einer Uni zwei Unis, wobei die Univ. dank der segensreichen Tätigkeit des ersten Gehrer-Rektors allein 15 Fakultäten umfasst. Toll, oder?

- Dr. No
12
Schwachsinn, Schwachsinn und nochmals Schwachsinn.

(1) Keine Uni ist nach dem UG 2002 (irgend)einem Min unterstellt.
(2) Jede Med.Fak. hatte nach dem UOG'93 bereits ein ziemlich autonomes Eigenleben. Der Schritt zur völligen Eigenständigkeit war daher ziemlich klein (die Sinnhaftigkeit bleibt dennoch zu diskutieren).
(3) Es fand zwar tatsächlich ein gewichtiges Antichambrieren im (damaligen) bm:bwk statt, das ging aber von den Dekanen aus, die sich schon im Rektorstalar sahen.

Saint Simon
10

Mit dem dreifachen Schwachsinn meinen Sie wohl die drei Punkte Ihres Postings, nicht wahr ?

andkos
04
eigenleben?

""(2) Jede Med.Fak. hatte nach dem UOG'93 bereits ein ziemlich autonomes Eigenleben. Der Schritt zur völligen Eigenständigkeit war daher ziemlich klein (die Sinnhaftigkeit bleibt dennoch zu diskutieren)""

ohne eigenes rektorat, bibliothek, zentraler informatikdienst, buchhaltung, interne revision, etc. etc. etc. die med-fakultäten waren alles andere als eigenständig! (nicht eigenständiger, wie aktuelle fakultäten und die spaltet auch keiner ab); es wurde für jede uni ein komplett neuer verwaltungsapparat geschaffen und der frisst geld ohne ende

natürlich war die auftrennung kompletter schwachsinn!

prado
00
12.9.2011, 19:59
und auf diesen Schwachsinn

haben eine Gruppe couragierter Professoren auch hingewiesen.
http://www.uibk.ac.at/ipoint/ne... 20408.html

potz
00

absolut, so wie die telekom zb auch ein unabhaengiges nach rein wirtschaftlichen gesichtspunkten gefoerdertes unternehmen ist.

oder der orf.

naja egal, sie haben mir auf jeden fall einen schallenden lacher bereitet. danke.

Kondratjew -Zyklus
 
00
Es war NIEMALS auch nur angedacht, Universitäten einem anderen Ministerium zu "unterstellen".

Saint Simon
00

Na geh, was'S Net sagen.

Kondratjew -Zyklus
 
00
10.9.2011, 19:47
Dann nennen Sie mir ein Indiz oder gar eine Quelle.

globetrotter40
01
Meduni-Ausgliederungen

Einer der treibenden Personen bei der Meduni-Abspaltung war der damalige gefürchtete medizinische Dekan Wurm der Uni Graz, der einen langjährigen "Kleinkrieg" mit seinem Rektorat führte und einen guten Draht ins Ministerium hatte. Er erlebte die Abspaltung nicht mehr, da nach einem Herzinfarkt(?) ins Koma fiel und 3 Monate später starb.

Karl Heiden1
30
Wobei man mit der Wiedervereinigung der beiden Unis

auch gleich den deutschen Rektor der Medizin wieder los wäre, gegen den sowieso eine österreichische Kollegin wegen Gender-Diskriminierung prozessiert.
Töchterle denkt halt an alles ...

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