Public Viewing und Internet-Übertragungen ohne Sponsor künftig fraglich
Bayreuth/München - Die Siemens AG gibt kein Geld mehr
für weitere Live-Übertragungen von den Bayreuther
Richard-Wagner-Festspielen. Ein Sprecher des Konzerns bestätigte am
Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Die Welt".
Siemens habe in den vergangenen vier Jahren dazu beitragen können,
vielen Menschen die Bayreuther Festspiele und die Musik Richard
Wagners zugänglich zu machen und mit dem Public Viewing sowie der
Übertragung im Internet erfolgreich neue Wege beschritten, hieß es. Jetzt sei das Projekt den Kinderschuhen entwachsen. Das
Unternehmen werde sich deshalb anderen Projekten zuwenden. Dies sei
schon vor Monaten mit der Festspielleitung besprochen worden,
erklärte ein Siemens-Sprecher.
Die Siemens Festspielnacht und die
Übertragung im Internet wurde von den neuen Festspielleiterinnen
Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier ins Leben gerufen. Nach
Angaben der "Welt" sind diese Neuerungen nun akut gefährdet. Nach
Informationen der Zeitung hat Siemens das Wagnerfest mit knapp einer
Million Euro pro Saison gefördert.
Als Grund für die Entscheidung nannte Siemens laut "Welt", das
Unternehmen wolle neue Akzente setzen und neue Wege gehen. "Siemens
hat sich in seiner mehr als 160-jährigen Geschichte ständig verändert
und weiterentwickelt. Und wir glauben, dass die Bereitschaft zur
Veränderung der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg ist", zitiert die
"Welt" aus der Mitteilung.
Bei den Bayreuther Festspielleitung war am
Mittwoch niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Nach dem Ende
der Spielzeit vor knapp zwei Wochen herrschen dort Betriebsferien. Die Nachricht hätte sie "kalt erwischt", sagte ein Sprecher der
Stadt Bayreuth. Er hat wie auch die Marketing- und Tourismus GmbH
davon erst aus den Medien erfahren.
Die Frage, ob es auch im kommenden Jahr eine Live-Übertragung vom
"Grünen Hügel" geben wird, bleibt vorerst offen. Oberbürgermeister
Michael Hohl bedauerte in einer Mitteilung die Entscheidung und dankte Siemens für
sein Engagement in Bayreuth und "unvergessliche
Public-Viewing-Events". Jetzt gelte es, die Kräfte zu bündeln und
nach vorne zu schauen, um die Live-Übertragung auch künftig zu
sichern. (APA)