20 Jahre Unabhängigkeit

Mazedonien will endlich Mazedonien heißen

8. September 2011, 12:37
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    foto: reuters/ognen teofilovski

    Feiern in Skopje.

Präsident Ivanov pocht auf NATO- und EU-Mitgliedschaft - 20. Unabhängigkeitstag von Namensstreit überschattet

Skopje - Der mazedonische Staatspräsident Gjorge Ivanov hat anlässlich des 20. Unabhängigkeitstages des Balkanlandes zur Realisierung der strategischen Ziele, der NATO- und EU-Eingliederung, aufgerufen. Dies werde allen Versuchen ein Ende setzen, die eigenständige Existenz des Landes in Frage zu stellen, sagte der Staatschef am Mittwochabend bei einer Festveranstaltung in der mazedonischen Oper in Skopje. In Anspielung auf den jahrelangen Namensstreit mit Griechenland, der die EU- und NATO-Annäherung Mazedoniens blockiert, meinte sein Präsident, dass eine Lösung keineswegs in die Identität, Sprache, Kultur und die Verfassung Mazedoniens eingreifen dürfe. Der selbstständige Staat müsse mutig und verantwortungsbewusst seine Beschlüsse fassen und Verantwortung dafür übernehmen, so Ivanov.

Keine Lösung in Sicht

Eine Lösung des Namensstreits ist nach wie vor nicht in Sicht. Athen kritisiert eine "slawische Usurpierung der griechischen Geschichte und Kultur" und wittert heimliche territoriale Ansprüche auf nordgriechische Gebiete. Insbesondere nehmen die Griechen daran Anstoß, dass sich die Präambel der mazedonischen Verfassung auf die "Antifaschistische Proklamation der jugoslawischen Völker" (AVNOJ) aus dem Jahr 1944 beruft, die sich wiederum auf ein geografisch größeres Mazedonien bezieht. In die Vereinten Nationen wurde der Staat daher im April 1993 unter einem vorläufigen Namen - "Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien" (FYROM) - aufgenommen.

Der mazedonische Präsident rief den konfliktfreien Ausstieg der ehemaligen Teilrepublik aus dem zerfallenen Jugoslawien in Erinnerung, während auf dessen Gebiet bereits Kriege tobten. "Die größten und die wichtigsten sind jene Siege, die im Frieden erfolgen", so Ivanov.

95 Prozent für Unabhängigkeit

Die Bürger Mazedoniens hatten sich am 8. September 1991 in einer Volksabstimmung, die zum Teil von der albanischen Volksgruppe boykottiert worden war, zu 95 Prozent für die Unabhängigkeit ausgesprochen. Zehn Tage später wurden die Referendumsergebnisse durch eine Parlamentserklärung bestätigt.

Die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag wurden am Donnerstag mit der Kranzniederlegung am Grab des bei einem Flugzeugabsturz im Jahr 2004 ums Leben gekommenen Staatschefs Boris Trajkovski fortgesetzt. Anlässlich des Unabhängigkeitstages wurde bereits am Mittwoch der modernisierte Flughafen von Skopje eröffnet, heute auch eine Autobahnstrecke zwischen Kumanovo und Tabanovci im Norden des Landes.

Die zentralen Feierlichkeiten sind für die Abendstunden im Zentrum von Skopje unter Teilnahme von 300 Künstlern geplant. Premier Nikola Gruevski soll auch einen Springbrunnen eröffnen, in dessen Zentrum die im Juni errichtete, 23 Meter hohe Bronzestatue von Alexander dem Großen (356-323 v. Chr.), dem antiken Feldherrn und makedonischen Monarchen, steht. Wegen der Proteste Athens wurde die Statue über Nacht in den "Soldaten auf dem Pferd" umgetauft.

Die führende oppositionelle sozialdemokratische Partei (SDSM) will den Feierlichkeiten fernbleiben. Die Partei des ehemaligen Premiers und Staatschefs Branko Crvenkovski wirft der regierenden nationalkonservativen VMRO-DPMNE ( "Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation-Demokratische Partei für die Nationale Einheit") vor, den Jahrestag zur Parteiwerbung missbrauchen zu wollen. Von der Opposition wird auch die von der Regierung forcierte, äußerst kostspielige Modernisierung der Hauptstadt "Skopje 2014" heftig kritisiert. Nach Oppositionsangaben soll das Bauvorhaben in Hunderte Millionen Euro gehen, während sich die Arbeitslosigkeit auf 30 Prozent beläuft. (APA)

Kommentar posten
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Frodo Der Hobbit
00
25.10.2011, 00:24
kann man hier auch mal die vergangenheit kritisieren?

so ohne zensur...

wer sich auf einen der alten helden beruft, ist der modernen zeit und der freiheit nicht würdig! denn - dass der eine barbar dem anderen ein wenig überlegen war, und dann zum imperialistischen massenmörder wurde, darauf braucht man heute wirklich sich nicht mehr zu berufen, wenn man seine eigene identität gegenüber einem anderen europäer preisen will.

was europa bieten kann, ist ein konzept einer nicht-ethnischen aber heutigen europäischen identität, das bedeutet für den menschen: bürgerrechte, rechtsstaat, freiheit, und sicherheit vor verfolgung und politischer unterdrückung - wenn die staaten denn mitmachen, und sich nicht mehr von ihren eigenen haustyrannen drangsalieren lassen. ein halber schritt wurde erst getan..

Dame Gruev
11
15.9.2011, 12:33
Paisios von Hilandar ist ein bulgarischer Mönch im Kloster Hilandar auf Athos, geboren 1722 in Bansko in Bulgarien, gelegen in der geographischen Region Makedonien und von FYROM als mazedonisches Gebiet betrachtet!

Zitat aus seinem Werk aus dem Jahr 1760:

"Oh, du Uneinsichtiger und Schwachsinniger, weshalb schämst du dich, dich Buglgare zu nennen und liest nicht in deiner Sprache und sprichst sie nicht?... Aber weswegen...schämst du dich deines Volkes und fühlst dich zu einer fremden Sprache hingezogen? Du, Bulgare, laß dich nicht verführen, kenne dein Volk und deine Sprache undlerne in deiner Sprache"

http://books.google.de/books?id=... er&f=false

Querlenker
00
15.9.2011, 22:13
"Bulgare"

Sie sollten sich im klaren sein, dass damals die Bezeichnung "Bulgare" nicht genau das bedeutet(e) was Sie sich vorstellen und was Sie hier versuchen zu vermitteln...

Nationalism,Orthodoxy, and Globalization page 48 by Victor Roudometof
http://i149.photobucket.com/albums/s4... /nog48.png

Greece and the Balkans By Demetres Tziovas
http://i149.photobucket.com/albums/s4... rown59.png

Wenn ich recht erinnere, hatten wir schon so ein ähnliches Gespräch um die Bezeichnung "Voulgaroi".

Dame Gruev
10
15.9.2011, 12:59
Wolfgang Geier. Bulgarien zw. West und Ost vom 7 bis 20 Jh. Harrassowitz-Verlag 2001

Seite 147
"Sultan Abdul Asis verkündete in einem 11 Punkte umfassenden Ferman von 28.02.1870 eine relative Autonomie der Bulg. Orth. Kirche. Ihr Wirkungsbereich sollte jene Gebiete umfassen, in denen 2/3 der Bevölkerung als Bulgaren galten...

In Gebieten, deren Ethnizität nicht eindeutig war, konnten Volksabst. stattfinden. So kamen zum bulgarischen Exarhat die Gebiete von Skopije, Ochrid, Bitola und weitere in Südmakedonien"

http://books.google.de/books?id=... ger&f=fals

Querlenker
00
15.9.2011, 22:15
Kann ich auch!

Being neither Turkish nor Greek, we called them Bulgarian, but their language is not Bulgarian, but the Macedonian dialect, and I found lovable people among them........

When i was a boy in Greece, George Demetrios, 1913

http://web.me.com/hellenicg... reece.html

Apfel vom Baum
10
19.9.2011, 08:57

Ich dachte das Thema "voulgaris" hätten wir durch oder?

Sie selber haben ja als Beispiel Han Omurtag genannt, der sich in griechischer Sprache als "Voulgaris" bezeichnet. Das spricht doch wohl dafür das dies die griechische Bezeichnung für die Bulgaren war und nicht irgendeine Sammelbezeichnung für andere Völker oder?

Weiterhin haben wir da den Papst Nikolaus 1 der die Bulgaren in Latein als "Bulgarum" bezeichnet und zwar um 860 n.Chr. herum.

Sie sehen wir hießen überall Bulgaren, die Schreibweisse ist lediglich der Landessprache der Quellen angepasst... Gruß

P.S. Sie sollten sich Ihre letzte "Quelle" nochmal genau durchlesen. "Wir nannten Sie Bulgaren, aber Ihre Sprache war nicht (ganz) Bulgarisch, sondern der Mazedonische Dialekt..

Querlenker
00
22.9.2011, 12:50
Kein Problem

Dann nehmen wir halt Pavlos Melas, einer der größten griechischen Volkshelden als weiteres Beispiel:

"...Pirzas übersetzte emotional, laut, und mit viel Leidenschaft, als Kota mazedonisch sprach..."

Auszug aus den Briefen von Pavlos Melas veröffentlicht von (Nachfahre) Natali Melas in Athen 1964, das Werk heißt auch "Pavlos Melas"

Omurtag kann sich gerne als Voulgaris bezeichnen, schließlich war er ein Turk-stämmiger Khan, also ein richtiger Bulgare. Aber da wären wir wieder beim springenden Punkt: http://www.dw-world.de/dw/articl... 65,00.html

Apfel vom Baum
00
25.9.2011, 15:20

Pavlos Melas wußte sehr wohl gegen wenn er in Mazedonien gegämpft hat.
Hier eine griechische Postkarte aus 1904:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... _melas.jpg

Zitat: "Lasst keine Bulgaren übrig."

Ich empfehle Ihnen übrigens auch den Schriftverkehr zwischen Melas und dem griechischen Metropoliten Germanos Karavangelis. Germanos spricht da z.B. das den Bulgaren aus Mazedonien erklärt werden soll das sie Nachfahren von Alexander dem Großen sind und das sie deswegen, trotz ihrer bulgarischen Sprache, Griechen in Wirklichkeit sind. Ironie das die heutige Republik Mazedonien die griechischen Propaganda von damals verteidigt und Griechenland diesen abschnitt gerne in Vergessenheit geraten lassen möchte.

Querlenker
00
22.9.2011, 12:56
"Bulgare", damals und heute das selbe?

Und zu Ihrer Wunschvorstellung, dass "Bulgare" schon immer eine Nationalität bedeutete oder bezeichnete über die Sie das mazedonische Volk als "Bulgaren" degradieren, ein folgendes Beispiel:
Greece and the Balkans von Demetres Tziovas
http://i149.photobucket.com/albums/s4... dila43.png

und eine Meinung von Keith Brown
http://i149.photobucket.com/albums/s4... rown59.png

Fazit: Sie sollten aus Ihren träumen aufwachen, die Zeit der Repressalien durch Ihr erst faschistisches und dann kommunistisches Regime sind schon lange vorbei, Sie dürfen anfangen frei zu denken, jenseits der bulgarischen Propaganda.
http://i561.photobucket.com/albums/ss... lupost.png

Apfel vom Baum
00
25.9.2011, 15:34

Es tut mir herzlich leid das die „glorreichen“ Bewohner der Wardar Region bis zu Ihrem „Messias“ Tito von fast allen Wissenschaftlern, Publizisten, Politikern und sonstigen Schriftstellern als Bulgaren „DEGRADIERT“ wurden.

Weiterhin, tut es mir leid, dass Sie mich beneiden, dass ich frei denken darf, im Gegensatz zu den Möglichkeiten, die Ihnen das heutige faschistische Regime in Wardar Mazedonien bietet.

OfficerX
00
24.9.2011, 09:49
Träumt weiter

von eurem kleinen "Groß-Mazedonien".

Es wird ein Traum bleiben, da könnt ihr noch so viele Statuen aufstellen, Orte umbenennen oder krause Geschichtsdeutungen vornehmen.

Habt ihr keine anderen Probleme??

Apfel vom Baum
00
25.9.2011, 15:38

Laut DPMNE Regime, nein haben Sie nicht. Sie haben nicht eine Arbeitslosigkeit von 35 Prozent und können deswegen auch Millionen von Steuergeldern für Denkmäler für die "mazedonischen" Herrscher wie "Alexander der Große", "Justinian I" und Samuil ausgeben.

BMPO-1892
12
14.9.2011, 09:04
An "Dame Gruev", "OfficerX" und einige Andere...

www.macedoniantruth.org

katana
10
15.9.2011, 07:52

Wieso wollen dann diese Leute umbendingt "Mazedonia" heißen? Hätte ich den Chance gehabt meinen Land neu zu benennen würde ich mir was "cool-eres" einfallen lassen.. Wie "Utopia" oder "Paradise" oder viellecht "OZ"... Es muss wohl andere Gründe geben für diese Beharrlichkeit die weder in dieses Forum (Ihre post) noch in dieser Artikel zu lesen sind... denk ich mir so..
Gutenmorgen.

BMPO-1892
00
15.9.2011, 13:33
...

rauchen Sie mal Ihren Joint weiter, dann fallen Ihnen bestimmt noch "coolere" Namen ein, die Sie lieber dann aber für sich oder Ihre zukünftigen Nachkommen verwenden können, aber das mit der Politik bzw. Geschichte lassen Sie mal lieber sein "katana".

katana
00
15.9.2011, 18:38

Also, wieso Sie lieber BMPO-1892 beleidigend werden müssen, verstehe ich jetzt echt nicht. Ein bisschen Humor sollte jeder vertragen können. War keinenfalls meiner Absicht, Aufregung auszulösen. Allerdings, haben Sie auch keine Antwort auf meine Frage gegeben..Wieso wollen diese Leute unbedingt Mazedonia/Mazedonie heißen? Ihr Kommentar läßt mich daraus schließen, dass Sie seeeehr gut in Politik und Geschichte sein müssen.Erklären Sie mir das dann doch!Ich bin ganz Ohr.. mfg katana

Querlenker
00
15.9.2011, 22:19
Wir wollen so heißen, weil...

...wir Mazedonier aus Mazedonien sind :)

Nichts mehr, und nichts weniger!

Da Bilder mehr als tausend Worte sagen, Bitteschön:
http://i179.photobucket.com/albums/w2... upaci1.png

katana
03
16.9.2011, 09:43

Haben die Griechen in Kavala, Thessaloniki, Florina und Kilkis die gleiche Meinung? Ich habe dass Gefühl (und das zeigt auch die Grafik die Sie gerade gepostet haben) dass ihr "Mazedonen" ein bisschen mehr wollt als den Namen.... Schade! Jetzt verstehe ich plötzlich die griechishe Seite.Kein Wunder dass die Griechen nicht gerade Lust haben Thessaloniki aufzugeben.Könnten Sie mir vielleicht das auch erklären?

Querlenker
00
16.9.2011, 10:55
Erklärung?

In Kavala, Thessaloniki, Florina und Kilkis lebt noch eine sehr starke makedonische Minderheit, die dort seit Jahrhunderten ansässig ist.
1913 wurden diese Gebiete dem griechischem Königreich per "Friedensvertrag von Bukarest" im Jahre 1913 zugesprochen.

Viele Makedonier mussten sich danach dem Terror beugen oder ihre Heimat verlassen.
Die makedonische Sprache wurde verboten, Namen der Ortschaften wurden hellenisiert, ebenso die Familien Namen.

Noch heute hat die makedonische Minderheit in Griechenland keine rechte und wird auch nicht von den Griechen anerkannt.

Bevor Sie die Modernen Griechen verstehen, die in Makedonien erstmals nach 1913 ansässig wurden, sollten Sie versuchen die dort heimischen Makedonen zu verstehen, siehe Grafik.

galeb83
 
00
15.9.2011, 10:27

...wenn sie ihr post wirklich ernst meinen (unverständnis incl. namensvorschläge) dann habe ich echte sorgen um sie... ; )
andererseits eine wirklich coole idee *lach*

"republik oz", "paradisische union" *lol*

ano xxo
31
12.9.2011, 16:18
man darf nicht

und man kann auch nicht den slawomazedoniern das recht absprechen eine nationale identität aufbauen zu dürfen.....aber leute, sich eine zusammenbasteln ist ein wenig armseelig.

grüsse

Sabitudo
03
13.9.2011, 05:08

Sie meinen so wie die Albaner mit der Illyrer Theorie da gebe ich Ihnen recht ;o)

Za-Um
00
15.9.2011, 13:18

nicht nur das, Alexander d.G. soll laut Ali Ahmeti (DUI) im grunde albaner (damals ilyerer, drdaner, italiener oder so aenlich) und kein Grieche gewesen sein, den Makedonen sollen wie alle am Balkan auch ein albanischer stamm gewesen sein.
Deswegen haben auch die albaner kein veto fuer den bau eingelegt haben "o)

palikuc
12
12.9.2011, 13:06
was wird hier diskutiert?

für mich hört sich das in etwas so an: österreicher sind deutsche, slowenen sind österreicher, albaner sind italiener und kurden eigentlich perser, bosnier sowieso türken. makedonier sind alles nur keine makedonier..... natürlich, wenn ihr sagt das ich bulgare bin dann wird es schon stimmen.

Lassen wir mal die makedonische Propaganda bzgl Aleksandar weg. Wöfür haben Dame Gruev und Goce Delcev gekämpft? Es ist nämlich genau deren Erbe welches Makedonien gerade trägt. Tito hat sich diese Idee ja auch nicht aus den Fingern gesaugt.

OfficerX
11
12.9.2011, 16:54
Goce Delcev

der sich selbst in seinen eigenen Schriften als "Bulgare" bezeichnet hat - warum wohl?
Leute, ihr habt eine gemeinsame Geschichte - seht es doch positiv und nicht nationalistisch!

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