Dinkhauser und Gurgiser: Namensstreit unter Ex-Freunden

8. September 2011, 16:28

Ehemalige Weggefährten wollen das "Bürgerforum"

Innsbruck - Knapp vor der Landtagswahl im Juni 2008 beschlossen sie noch, gemeinsam gegen die Vormacht der VP zu kämpfen, am Donnerstag würdigten sie sich keines Blickes: Fritz Dinkhauser, Ex-AK-Präsident und Chef der stärksten Oppositionspartei Liste Fritz im Tiroler Landtag, plaudert vor der Verhandlung. Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforum Austria-Tirol und Abgeordneter des Bürgerklub Tirol, schlüpft wortkarg in den Saal. Es geht um den Namen Bürgerforum Tirol.

Diesen wollen beide. Also klagte Dinkhauser Gurgiser wegen Urheberrechtsverletzung auf 62.000 Euro. "Ich werde nicht müde zu fragen: Können wir das nicht außergerichtlich aus der Welt schaffen?", will der Richter wissen.

Fritz und Fritz und ihre juristischen Vertreter ziehen sich daraufhin 15 Minuten aus dem Saal zurück. Doch: "Das führt zu nichts", lässt Dinkhausers Rechtsvertreter wissen. In der Folge wird versucht zu klären, ob es Dinkhausers Bürgerforum zum Zeitpunkt von Gurgisers Rauswurf überhaupt schon gegeben hat. Oder ob die Liste weder Namen noch Statuten noch Mitglieder hatte. Schwer durchschaubar auch für Dinkhausers Parteifreund und Zeugen, den Juristen Andreas Brugger: "Ich glaube, wir hatten den Namen Fritz vorn dran, oder doch nicht?" Der Prozess wurde um drei Monate vertagt.

Streitereien zwischen Dinkhauser und Gurgiser gab es schon bald nach dem Einzug in den Landtag. Im Juni 2009 wurde Gurgiser schließlich aus Dinkhausers Klub ausgeschlossen. Er gründete daraufhin seinen eigenen , mit dem Namen Bürgerforum Tirol. Der Name von Gurgisers neuem Landtagsklub wurde auch vom Land geprüft. Und Landtagspräsident Herwig van Staa (VP) stimmte zu: Gurgiser könnte seinen Klub Bürgerforum Tirol nennen. Dinkhausers Klub hieße ja Liste Fritz.

Im Februar 2010 wollte die Liste Fritz aber wieder den Namen Bürgerforum Tirol: Aus PR-technischen Gründen. Dinkhauser erwirkte mit einer einstweiligen Verfügung, dass Gurgiser seinen Klub in Bürgerklub Tirol umbenennen musste. (ver, STANDARD-Printausgabe, 9.9.2011)

Kommentar posten
18 Postings
wos wor mei Leischtung?
00
für gurgiser und co.

landtage sind keine schlechten arbeitgeber. toller versorungsposten. 9 mal in österreich.

Fritz Gurgiser
16
Versorgung?

Ich würde Ihnen empfehlen, etwas tiefer hinter die Kulissen zu schauen - ich arbeite seit fast 40 Jahren in der Privatwirtschaft und habe diesen Job auch nicht aufgegeben. Um unabhängig zu bleiben und im Tiroler Landtag genau die Qualität einbringen zu können, die ich mir im Laufe all dieser Jahre in vielen Bereichen erworben habe. Details können Sie jederzeit auf unserer Website ansehen - www.buergerklub-tirol.at - wo wir uns für vorrangig für einen intakten Lebens- und Wirtschaftsraum, der Regionalwirtschaft, sozialen Themen und der Lösung des Transitproblems befassen und versuchen, alte Rituale und Strukturen in den Parteien aufzubrechen und ehrliche Bürgerpolitik zu leben. LG, Fritz Gurgiser

Kondratjew -Zyklus
 
01
Cool bleiben, meine Herren : man wählt Typen und nicht Parteibezeichnungen.

byron sully
00

zwei alphatiere in einer partei - das funktioniert halt selten.

Fritz Gurgiser
12
Alphatier

Ich glaube nicht, dass man Fritz Dinkhauser als Alphatier bezeichnen kann, denn die erste Aufgabe eines Alphatieres ist es, seine Gruppe zu schützen, zu verteidigen und zusammenzuhalten. Und nicht, wie gestern durch Zeugenaussagen belegt, eine diktatorische Partei zu gründen, in der jede Mitwirkung von Mitgliedern an wichtigen Entscheidungen ausgeschlossen wird. Auch der Versuch der Aneignung des Begriffs "Bürgerforum Tirol" mittels Justiz, der von mir schwarz auf weiß belegt in das Parteistatut eingebracht wurde, zeigt deutlich, dass jedes Maß an Fairness gegenüber einem Großteil der Wählergruppe von 2008 verloren gegangen ist. LG, Fritz Gurgiser

Nomen est Omen
02

Gea Gurgiser erzähl mir nit, dass des nit schon davor gewisst hast.

Wie der Dinkhauser in der AK "geherrscht" hat ist ja kein Geheimnis, dennoch gibts zur "diktatorischen Partei" einen nicht unwesentlichen Unterschied: Man muss hier von der außen- und innengebahrung Unterscheiden. Nach innen mögen die Führungsstrukturen ditatorische Züge aufweisen, das kann ich als Beobachter nicht beurteilen aber nach außen nimmt die Partei am politischen Prozess teil, verfolgt ihre Ziele mit demokratischen Mitteln und stellt sich Wahlen.

Solche Wahlkampfdenunzierungen kannst du in Tirol ohne weiteres von dir geben aber bitte in diesem Forum Niveau zu halten.

Fritz Gurgiser
00
Vorher?

Es geht nicht darum, was wir "vorher" gewusst haben. Vorher war AK und eine gesetzliche Interessensvertretung. Dann gab es ein gemeinsames Antreten mit Vereinbarungen, die schon während des Wahlkampfes und danach einseitig gebrochen wurden. Und was den "sauberen" Umgang mit dem Parteistatut hinsichtlich der geforderten Strukturen gibt, empfehle ich die Aufsätze vom Parteikenner Hubert Sickinger im Jahrbuch Politik 2009 von Ferdinand Karlhofer. Dies alles wurde gestern eindrücklich bestätigt. Ich meine eben, dass jede Partei im Umgang mit ihrem Statut und in Folge mit Steuergeld eine hohe Sorgfaltspflicht anzuwenden hat. Und nicht mehr und weniger fordern wir ein. LG, Fritz Gurgiser

Berli Jucker
00
Eine vergleichende Arbeit über

Hans-Peter Martin und Fritz Dinkhauser und ihr politisches Wirken wäre durchaus interessant.

gefürstete grafschaft tirol
11
Die nächsten LT Wahlen werden ein Vergnügen für die ÖVP

die SPÖ wird auf ihren 15% weitertümpeln und auch die Grünen haben kein Potential nach oben. Dinkhauser wirds zerbröseln. Er kann froh sein wenn er den Wiedereinzug in den LT schafft zumal mit Gurgiser der zweite Selbstdarsteller antritt und die beiden sich gegenseitig die Stimmen wegnehmen werden. Die freigewordenen Stimmen werden sich ÖVP und FPÖ aufteilen wobei der Grossteil davon die ÖVP einheimsen wird da Platter in der Bevölkerung sehr beliebt ist!

aunty
00

also ich liebe den platter nicht....

im gegenteil. ich finde er macht einen lausigen job.

kleinglöckner
01
Ledige Kinder sind kein lausiger Job.

Die armen Kinder können nix dafür, dieser Job wurde sehr gut gemacht.
Ansonsten bin ich deiner Meinung. Der Gendarm hat den Intellekt eines typischen Tirolers und ist halt von daher beliebt.

Beim Energiethema setzt er sich neuestens ein grünes Kappl auf, ansonsten soll alles bleiben wie es ist. Ein bissl Folklore fürs Stimmvieh und die Kohle für die Mächtigen im Land.

Dormouse
00

na dann hoffen wir mal, dass der landtag bis dahin abgeschafft wurde...

byron sully
00

ich denk schon, daß die grünen grad in tirol ein potenzial nach oben haben. immerhin hatten sie dort schon mal 15%. und auch die spö ist 2008 an einem tiefpunkt angelangt, von dem aus es für sie kaum noch schlechter werden kann. da wäre bei beiden noch luft nach oben da.

aunty
01

stimmt bis zu einem gwissen grad.

nur - bei den grünen - mit gebi mair?

ich glaube nicht, dass der wirklich stimmem machen kann für die grünen. und georg willi steht ja anscheinend nicht mehr zur verfügung.

?und
00
das mit der luft nach oben stimmt, mehr wie warme luft bringen beide parteien derzeit nicht

Karl Heiden1
00
Bei den Grünen empfiehlt sich das Zugpferd Georg Willi in die Bundespolitik.

Karl Heiden1
00

Und Gebi Mair, Christine Baur sowie Ingrid Felipe rittern um seine Nachfolge: Potenzial nach oben?

Dormouse
00

die gerichte haben ja sonst nicht viel zu tun...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.