Systemverbesserungen bei E-Medikation

8. September 2011, 08:59

Verhandlungsrunde im Ministerium "konstruktiv" verlaufen - Rechtliche Klarstellungen

Wien - Beim umstrittenen Projekt der E-Medikation sind am Mittwochabend rechtliche Klarstellungen vorgenommen und eine Verbesserung der technischen Systeme garantiert worden. Dieses Fazit zog ein Sprecher von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) gegenüber der APA nach Beendigung der Verhandlungsrunde zwischen Ministerium, Ärztekammer und Hauptverband der Sozialversicherungen. Bei dem "sehr konstruktiven" Gespräch sei auch grundsätzlich klargestellt worden, dass die E-Medikation eine für die Patienten sinnvolle Maßnahme darstelle, hieß es.

Die Ärztekammer hatte ja am laufenden Pilotprojekt heftige Kritik geübt und gleich eine Reihe von Bedenken geäußert. Zu einen war die Auftragsvergabe für die Software nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden, zum anderen stoßen sich die Mediziner an Abläufen und technischen Problemen.

Technische Probleme

Mittels einer "Reihe von Gutachten" habe man nun die rechtlichen Fragen geklärt, hieß es nach dem Gespräch im Gesundheitsministerium. Sprich: Ärzte, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, müssten sich keine Sorgen um Rechtssicherheit machen. Zum anderen habe man die "verbesserungswürdigen Punkte" des Systems und technische Probleme durchgesprochen, und in der Folge seien Verbesserungen garantiert worden. Die Ärztekammer hatte etwa kritisiert, dass das System es dem behandelnden Arzt mitunter unmöglich macht, ein Rezept auszustellen. Das Ergebnis der Verhandlungsrunde wird die Ärztekammer nun in ihre Gremien tragen.

Mehrfachverordnungen sollen vermieden werden

Mit der E-Medikation werden vom Arzt verordnete oder vom Apotheker rezeptfrei erhältliche Medikamente elektronisch erfasst. Damit können Wechselwirkungen überprüft und Mehrfachverordnungen vermieden werden, um die Sicherheit der Patienten bei der Einnahme von Arzneimitteln zu erhöhen. Der Pilotversuch ist am 1. April in in einigen Bezirken Wiens, Oberösterreichs und Tirols gestartet, das System soll neun Monate lang getestet werden.

Im Juni hatte die Ärztekammer dann einen sofortigen Stopp verlangt, nachdem bekannt geworden war, dass der Hauptverband die Vergabe der Software für nicht ausgeschrieben hatte und vom Bundesvergabeamt deswegen zu einer Geldbuße vergattert worden war. In der Folge ließ sich der Hauptverband allerdings durch Gutachten bestätigen, dass die Vorgangsweise juristisch vertretbar gewesen sei. (APA)

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16 Postings
tortoise
00
30.9.2011, 01:11
Teures Controlling...

...für den Hauptverband umgesetzt durch (irgendwann in der Zukunft wegen unlauterer Vergabepraktiken) zu prüfenden Gremien unter ausser acht Lassung von allgemein anerkannten EU-weiten Aussschreibeverfahren mit der Möglichkeit des TEILWEISEN (für bestimmte, zB. HIV Medikamtente [total viele Medikamenteninteraktionen]) "opting out"????. Finanziert durch Steuereinnahmen - nicht etwa aus Überschüssen des Hautverbandes???? <gggg> Sollte es wirklich in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation des Gesundheitswesens, wo jeder Cent für die Leidenden gebraucht wird, möglich sein, solche Projekte zu finanzieren? In Wirklichkeit wird das Volksvermögen lobbyistengesteuert nur vom Gesundheitswesen in die ITBranche verschoben!

OL-Doc
01
11.9.2011, 21:30
Was wir "erfinden", haben andere längst getestet

Für e-Medikation (e-prescribing) gibt es keine Evidenz! Vorige Woche versandte die Krankenkasse – so wie immer- den „Arzneimittelbrief“ zu. Dies ist ein unabhängiges Informationsblatt über Neuerungen im Gesundheitsbereich. In Ausg. Jg 45, Nr7. Seite 50 finden sie das ernüchternde Urteil über diese Technologie:e-medikation ist als Mittel zur Abwendung unerwünschter Nebenwirkungen ungeeignet. Nur 25% davon entfallen auf Arzneimittelinteraktionen.30% gehen auf Leber, Nierenleistungsschwäche des Patienten etc. zurück. Das kann der behandelnde (Haus)arzt abwenden. 30% gehen auf Fehleinnahmen durch den Patienten selbst zurück; hier ist auch die Arzt-Patienten-Kommunikation gefordert und nicht die alles überwachende, aber nicht denkende EDV.

OL-Doc
01
11.9.2011, 21:19
Die Probleme sind viel komplexer

Ich würde raten, einen Tag neben einer Arzthelferin zu sitzen und sich das Chaos vor Augen zu führen, das sich im Pilotversuch zur e-medikation ankündigt. Kommt eine alte Dame und möchte vom Blutdruckmittel 2 Packungen. Geht nicht, da nur 1 Packung pro Rezept und Tag erlaubt ist. Früher bekam die gehbehinderte Patientin halt 2 Rezepte mit 2 Ausstellungsdaten und ersparte eine Weg. Manche Interaktionen sind fadenscheinig. Wer frisst schon zum Antibiotikum gegen die Infektion eines Insektenstiches die Salbe dazu? Wird registriert und eingemahnt. Im derzeitigen Interaktionsprogramm, das den meisten Ärzten schon haben, werden oft Medikamente mit gleichen Inhaltsstoff als Wechselwirkung blockiert. Tausende sinnlose Mausklicks mehr ohne Vorteil.

www.gesundheits-blog.org
 
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Nix ist fix...

Wer gestern bei der Informationsveranstaltung der Wiener Ärztekammer war konnte sich vom Gegenteil überzeugen-am Podium überwiegend Gegner von E-Health,ELGA und E-Medikation. Sektionschef Auer und Patientenanwalt Brustbauer waren Befürworter. Vize Steinhardt fand nur vernichtende Worte für den Hauptverband, angefangen von dem angeblich katastrophalen Projektmanagement über Diskussionverweigerung. Interessant war sein Argument, dass der Hauptverband es nicht zusammenbringe auf die E-Card Fotos der PatientInnen zu geben. Aber das interessiert ihn sein Geschwätz von gestern?OTS 2.4.2008:E-Card: Ärzte lehnen Identitätskontrolle in Ordinationen ab - Die Wahlkampfposse mit Dorner und Steinhardt geht weiter und die Patienten zahlen dabei drauf.

Herzerzog Johann
30
Ginge es nach den Ärzten ...

... würde heute im Medizinbereich ausschließlich mit handgeschriebenen Karteikarten und Zettelkästen gearbeitet.

hot doc
00
11.9.2011, 21:41
völliger unsinn:

die überprüfung von arzneimittelwechselwirkung gehört einzig in die hand der ärzte - und auch in deren verantwortung. was brauch ich einen apotheker, der sich mit der wirkung und nebenwirkung der von ihm verhökerten medikamente ohnehin überhaupt nicht auskennt? von mir aus verlangt von uns, dass wir das herzstück der e-medikation, nämlich die interaktionswarnungen, in unsere informationssysteme verpflichtend integrieren.

Sarepta
00

Nur wenns nach veralteten machthungrigen ÄK-Vertretern ginge...

OGHaha
02
Ziemlich überflüssig...ist nur eine Aktion der Apothekenlobby um diese weiter unentbehrlich in das System einzubetten.

Das Problem ist ja nicht, ob man die Medikamente aus der Apotheke holt, sondern in der richtigen Einnahme.

Da haperts gewaltig.

Auch gibt es neuentwickelte Verpackungen die sind so "High Tech" verschraubt, dass diese, zB meine Mutter (85), gar nicht mehr öffnen könnte (zB Asasantin).

_schera
00
apothekenlobby?

wo genau sind die berührungspunkte zwischen apotheken bzw. medikamentenverpackungen und der art der ausstellung der rezepte??

hot doc
01
11.9.2011, 21:45

dass apotheken unglaublich viel geld bekommen für eine leistung, die gleichzusetzen ist, wenn ich beim billa in der wurtsabteilung eine einkaufsliste überreiche. der dortige verkäufer muss ebenso wenig ernährungswissenschaften studiert haben, wie der verkäufer von tablettenschachterln pharmazie studieren muss.
weg mit apothekern -> geringere arzneimittelkosten.

_schera
00
11.9.2011, 22:22
gewagte ansage

und wer mischt mir dann die salben, die die pharmaindustrie nicht maschinell herstellt? die kräuterhexe am grünmarkt? ... aber back to topic: was hat das alles mit der e-medikation zu tun?

hot doc
01
12.9.2011, 09:28
so wie dies bisher meist geschieht.

üblicherweise nicht mehr der apotheker im hinterzimmer auf der kartoffelwaage. der auftrag wird meist an eine handvoll produzenten weitergegeben, die das auch professionell ausführen.

was das mit e-medikation zu tun hat? die apotheker versuchen, sich damit eine existenzberechtigung zu verschaffen, dass sie den kunden interaktionswarungen weitergeben, deren bedeutung sie selbst mangels ärztlicher ausbildung gar nicht verstehen. also nicht mehr wir ärzte, sondern sie haben ein wachsames auge auf die arzneimittelsicherheit: *lol*
e-medikation kann man diskutieren, wenn sie einzig unser verantwortungs- und durchführungsbereich bleibt. für den apotheker bleibt das (alte) "da, signa" am rezept, also verkaufs und beschrifte es.

nvidia
 
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Zuerst sollte mal festgestellt werden ob die ÖsterreicherInnen überhaupt diese e-medikation wollen. Das 2.Zwentendorf ist anscheinend schon in Planung. Ich bin gegen diese Art der Beschnüffelung. Wenn ich Informationen über Wechselwirkungen haben will, kann ich jederzeit meinen Arzt oder Apotheker fragen. Ich werde mich gegen diese Art der Bevormundung wehren.

Sarepta
00

Dieses System dient ja nur logistischer Vereinfachung. Beschnüffelung? Inwiefern, wenns ohnehin bei Fragen zum Arzt oder Apotheker gehn, diese Beschnüffelung ist ihnen egal oder wie ist das zu verstehen. Und glaubensma wenns denken, dass jeder Arzt zu jedem Medikament sämtliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen kennt, liegens gewaltig daneben. Und dann rennens zum Apotheker, der nach jahrelanger Erfahrung als Verkäufer vielleicht auch nicht gerade immer auf dem laufendsten ist und dann wieder zum Arzt und dann wieder zur Apotheke? ???

aflen
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Sie müssen ja nicht teilnehmen ...

Warum also die Aufregung?

nvidia
 
00

Da haben Sie recht, aber woher soll ich wissen, ob nicht doch Daten gespeichert werden? Die Überwachung der Bürger nimmt ungeahnte Dimensionen an.

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