Vorzeige-Rote im Clinch mit den Genossen

7. September 2011, 19:04
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    foto: der standard/newald

    Bezirksvorsteherin Martina Malyar: gegen kleines Glücksspiel

Bezirksvorsteherin Martina Malyar: gegen kleines Glücksspiel - Der Kopf des Tages

Die Schulkollegen von Martina Malyar haben es immer schon gewusst. "Unsere angehende Politikerin" , schrieben sie vor über 30 Jahren in die Maturazeitung. Tatsächlich legte die gebürtige Ottakringerin, die aus einem sozialdemokratischen Elternhaus stammt ("Ich habe schon in der Volksschule jeden Tag die Arbeiter-Zeitung gelesen" ), eine typische rote Karriere hin: An ihrem 16. Geburtstag wurde sie Parteimitglied, den Beitrag zahlte sie von ihrem Taschengeld. Sie dockte bei der Jungen Generation und beim Frauenkomitee im 9. Bezirk an, wurde Bezirksrätin und Landtagsabgeordnete, seit 2003 ist sie nun Bezirksvorsteherin am rot regierten Alsergrund.

Querulanten-Lebensläufe schauen anders aus - dennoch ist Martina Malyar derzeit das Sprachrohr der wachsenden Zahl von Genossen, denen der Kurs der Wiener Parteispitze beim kleinen Glücksspiel zuwider ist. Trotz anderslautenden Parteitagsbeschlusses macht man im Rathaus nämlich keinerlei Anstalten, die Automaten in der Bundeshauptstadt zu verbieten. Eine Verslumung der Grätzel und viel familiäres Leid seien die Folge des kleinen Glücksspiels, warnt Malyar und will nun auch die Bundespartei mit dem Thema befassen.

Dass ihre offene Konfrontation mit der Parteispitze politische Konsequenzen für sie oder ihren Bezirk haben könnte, glaubt Malyar nicht. "Man muss schon in Kauf nehmen, dass man zur Persona non grata wird. Aber ich bin lange genug in der Politik, um Befindlichkeiten von der Sache zu trennen." Sie sei nie jemand gewesen, der den Leuten nach dem Mund rede, sagt die 52-jährige verheiratete Mutter von zwei Töchtern über sich selbst - und als Bezirkspolitikerin sei es eben ihre Aufgabe, die Anliegen der Menschen aufzugreifen und nicht in erster Linie auf das Stadtbudget zu schauen. Denn immerhin spült das kleine Glücksspiel jährlich rund 60 Millionen Euro in die Rathaus-Kassa.

Neben ihrer politischen Karriere war Malyar als Hauptschullehrerin tätig, die ersten Lehrpläne für Informatik entstanden mit ihrer Beteiligung - "zu einer Zeit, als Lehrer noch bezweifelt haben, dass man an Schulen Computer braucht" . Als Pädagogin will sie die Hoffnung nicht aufgeben, dass die SPÖin Sachen Glücksspiel eines Besseren belehrt werden kann. Zu Kritik an der Partei über die Sache hinaus lässt sich Malyar nicht hinreißen, wenngleich sie meint: "Als Sozialdemokratin kann es für mich nie genug Sozialpolitik geben." (Andrea Heigl, DER STANDARD; Printausgabe, 8.9.2011)

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Posting 1 bis 25 von 58
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Entfesselter Prometheus
10
11.9.2011, 11:51
Was soll das?

In den Wettbüros trifft sich die aus aller Welt neu hinzu kommende Unterschicht mit der schon ansässigen Unterschicht um gemeinsam der Hoffnung auf einen Aufstieg in die Oberschicht zu frönen. Das ist gelebte Integration. Die SPÖ WILL diesen Zuzug, ebenso wie dessen Integration. Was also soll diese Aktion?

Jene Grüne Straßenkatze
12
11.9.2011, 09:56
...

Gerade im Neunten sieht man anhand der Alserbachstraße exemplarisch, wie die Ansiedlung von Wettbüros das Niveau einer Gegend drücken kann. Klar, nicht jede Straße kann eine Neubaugasse werden, und die Alserbachstraße ist auch durch ihre Funktion als Durchzugsstraße in ihrem Potential beschränkt; dennoch ist es verheerend, dass ausgerechnet in einem der besten Bezirke Wiens Metastasen des kleinen Glücksspiels angesiedelt sind und sich nun ausbreiten können.

Ansonsten: Man bekommt den Eindruck, dass es eigentlich genügend intelligente Leute in der SPÖ gäbe, um die Bundesspitze in die Wüste zu schicken oder eine erfolgreiche, echt sozialdemokratische Partei neu zu gründen. Und doch passiert nichts...

Briefmarkenkleber
00
12.9.2011, 17:35

Bei der Neubaugasse kommt mir das Kotzen...

Bo Vist
20

endlich haben alle, die keinen eigenen parkplatz vorm hasu von der bezirksvorsteherin bekommen, eine plattform für anwürfe .....

ich halte sie für ehrlich und bin damit ja nicht alleine: die wahlen im bezirk hat sie doch gewonnen, oder?

klipp und klar
31
um das geht es nicht

es macht dieser person unersättliche freude, ihren bezirksbewohnern das leben in bezug auf parkplatz so unerträglich wie möglich zu gestalten. das ist kein miteinander, das ist ein gegeneinander. ein klassenkampf wird hier heraufbeschworen. und das verstehe ich nicht.

Protagoras v. Abdera
11
10.9.2011, 12:22
Seien Sie doch froh, dass der Klassenkampf in dieser Form stattfindet, und nicht in jener von Berlin

Protagoras v. Abdera
00
10.9.2011, 12:21
Seien s

Bo Vist
12

es geht darum, dass offensichtlich mehr menschen bereit sind, auf das auto zu verzichten, als es in den mittelpunkt der existenz zu stellen! das spricht für die menschen :) da ich bezirksbewohner bin, hab ich außerdem ein "pickerl" und finde eigentlich immer einen platz zum parken

ich verstehe Sie also nicht ganz; wenn genug stellplätze da sind: so what?

ich verstehe auch nicht, wie jemand das LEBEN auf die problematik von parkplätzen reduzieren kann :) das ist mir zu - einseitig! als radfahrer, der ich auch bin, fühle ich mich nämlich sehr gut vertreten von der bezirksvorsteherin

eamon clever
21
ich bezweifle, dass die vielbesprochene basis von dieser

abgehobenen diskussion überhaupt einen funken wahrnimmt.
Anliegen der mehrheit der bürger - da muss ich doch wirklich lachen - alle pensionisten spielen lotto, toto und eurolotto - das ist also okay?
vielleicht meinen sie die wettbüros, da wäre ich schon dafür, weil ich kenne selbst leute die unsummen da verspielen aber auch irgendwie wieder etwas gewinnen. Warum wird da kein riegel vorgeschoben. Die wollen sich doch nur alle profilieren und zeigen was sie nicht alles draufhaben - populistenschmäh

Norrlandskille
00
10.9.2011, 01:23
Die wollen sich doch nur alle profilieren

Ja genau, und zum Profilieren braucht es MUT!

Und MUT hat der Gesellschaft noch selten geschadet!!

Mein Respekt gehört jenen, die ihre Stimme erheben!!

Meine Verachtung gehört jenen, welche in der vorletzten Reihe vor sich hin måtschkern!!! Die werden niemals etwas verändern!!!!

Mina Vand
22
Vorzeige?

Eine der Überflüssigsten überhaupt.

Bin neugierig, wann sie vom Siegi Lindemeyer aus der Bezirksvorsteher-Funktion bugsiert wird. Mit den Aktionen wirds mit Rückhalt wohl nichts mehr.

Der Kluge
62

Ein totales Verbot ist wohl nicht sinnvoll. Die Mehrheit der Spieler ist nicht süchtig und der Eingriff in die Privatautonomie gar stark. Stärkere Regulation mag notwendig sein.

dölerich hirnfidler
17

der typische wiener bezirks-wastl: die schulgebäude zerbröckeln, sie baut den steilsten radweg wiens, den dann halt keiner benutzt (führt bergauf)! sie lässt alte bäume am servitenplatz sterben und setzt dafür hochstauden. sie baut riesige beton- und asphaltohrwaschln im castrop-rauxel-look zur sicherheit und schafft neue unfall-häufungspunkte. aber: dafür ist sie im bezirksjournal mindestens zehn mal zu sehen

El Bulli
23

ich wohne in der porzellangasse. unfälle vor dem umbau: null. unfälle nach dem umbau samt streichung zahlloser parkplätze: zahlreiche, ein auto hat sich sogar überschlagen. aber der umbau war unter garantie nur im sinne der verkehrssicherheit.

dölerich hirnfidler
11

bin weggezogen. leider hat die dame gemeinsam mit dem superdemokraten freytag (zitat: "nur weil die leute dagegen sind, kann es nicht sein, dass man keine öffentlichen projekte mehr machen darf.") das einst so charmante servitenviertel ziemlich ruiniert.

klipp und klar
12
sie ist für uns da.....

wirklich!

indem sie unser geld für sinnlosigkeiten ausgibt!

ich bin einfach froh und stolz, wie sinnlos gut sie das macht.
unfälle, zebrastreifen an der breitesten stelle der strasse (klar kann man am meinste parkplätze vernichten), verkehrsinseln, abbiegeradien wo man mit einem motorrad sich schwer tu. ein talent einfach.

El Bulli
00

ich wohne in der porzellangasse. unfälle vor dem umbau: null. unfälle nach dem umbau samt streichung zahlloser parkplätze: zahlreiche, ein auto hat sich sogar überschlagen. aber der umbau war unter garantie nur im sinne der verkehrssicherheit.

frauauswien
11

formatfüllend in jedem bezirksblattl. und ich weiß nicht, wie weit das engagement gehen würde, wäre da nicht die unbequeme sektion 8 und die möglichkeit, dass diese sich abspaltet und der kowall sich zur ernsthaften konkurrenz auswächst.... p.s. ehrlich gesagt hoffe ich auf dieses szenario, dann wüsste man wieder, wen man wählen kann!

The Blessing
00

Bei den ganzen Fototerminen die diese Dame hat (mit Lindenmeyer und Ludwig), muss man sich doch wundern wann sie zum arbeiten kommt...

Tom Potzy
11
Die entscheidende Frage ist,

ob ein Verbot des kleinen Glückspiels tatsächlich verhindern kann, dass die Leute ihr Geld verzocken. Einerseits können sie immer noch ihr Geld in Casinos, beim Lotto, Toto und vorallem beim Glückspiel im Internet loswerden. Andererseits würde ein Verbot wahrscheinlich dazu führen, dass die Anzahl illegaler Spiellokale zunehmen würde. Das dort verspielte Geld käme dann zur Gänze der Mafia zugute.

Minister für Verwaltungsreformen
00
unsinn

grundsätzlich gilt natürlich umso mehr angebot umso mehr nachfrage

Tom Potzy
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Zuerst Nachdenken, dann posten!

Das Angebot an Glückspielmöglichkeiten würde durch ein Verbot nicht kleiner. Es würde dann halt mehr im Internet angeboten und illegal in Hinterzimmern. Die Mafia hat es noch immer geschafft, durch Verbote entstandene Versorgungslücken aufzufüllen

Minister für Verwaltungsreformen
02
"Ich habe schon in der Volksschule jeden Tag die Arbeiter-Zeitung gelesen"

lol

Mercury12
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Entschuldigung, Beschlüsse waren der Parteispitze scho imma blunzn

Hier ein weiteres Beispiel, das weniger mediale Aufmerksamkeit erfahren hat und noch immer net umgesetzt ist: http://www.ots.at/presseaus... lose-jetzt

Die "Suderei" hat in der SPÖ lange Tradition. Auch die SPÖ-Linke trifft sich immer wieder zu einem SPÖ-Reformprozess und herauskommen tut seit 20 Jahren genau nix.

Sry, da werden Beschlüsse des höchsten Parteigremiums IGNORIERT und keiner denkt auch nur an einen Misstrauensantrag an die Parteiführung. Demokratie fordern, aber selber net leben.... Solange diese "Querulanten" keine Konsequenzen aus der wahrscheinlichen Nichtbehandlung (noch is ja nix fix) ziehen, sind sie unglaubwürdig.

default-user
12
die 60 Millionen sind erschreckend

wenn man bedenkt daß das nur die Gebühren für die Betreiber sind. Die Gewinne - sprich: die Verluste der Spieler - sind vorsichtig geschätzt ein Zehnfaches. Und ich wills mal so sagen, es sind nicht Herr und Frau Hofrat die hier abgezockt werden.

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