Starke Zunahme bei psychiatrischen Krankheiten

Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsumfeldes gefordert

Graz - Die Christgewerkschafter (FCG) in der Steiermark, die sich seit einiger Zeit verstärkt des Burnout-Problems annehmen, schlagen Alarm: In den ersten Monaten des Jahres 2011 sei die Zahl der psychiatrischen Erkrankungen von 89.000 auf 104.000 um 17 Prozent gestiegen, wie unter Berufung auf Zahlen der Gebietskrankenkasse hieß. Aus einer neuen Studie gehe hervor, dass Investitionen in ein gesundes Arbeitsumfeld die beste Prävention darstellten.

Mehr Prävention

Nach den Worten des steirischen FCG-Vorsitzenden AK-Vizepräsident Franz Gosch zeigten die jüngsten Zahlen, dass die "gefürchtete Volkskrankheit Burnout" in der Steiermark weiter im Steigen sei. Gosch forderte mehr Engagement in Richtung Prävention und verwies auf Ergebnisse einer Studie, die von der Plattform hilfe-ich-verbrenne.at und der Universität Graz mit 500 Probanden durchgeführt wurde. Demnach stellten Gerechtigkeit am Arbeitsplatz und ein positives Arbeitsumfeld die sinnvollste Investition zur Burnout-Vorbeugung dar.

Unternehmens-Check

"In einem Unternehmen, das durch seine Mitarbeiter hinsichtlich Arbeitsbelastung schlecht beurteilt wird, finden sich mehr Personen mit hohem Burnout-Risiko. Wer also Freude an seiner Arbeit hat, ist weniger Burnout gefährdet", fasste Wirtschaftspsychologe und Studienautor Paul Jimenez laut FCG-Aussendung zusammen. Ausgehend von der Studie will die Plattform in Zukunft einen Unternehmens-Check anbieten, der es Arbeitnehmern und -gebern ermöglicht, die Qualität des Arbeitsumfeldes zu überprüfen. Damit wolle man eine Basis für die Verbesserung des Arbeitsumfeldes in Unternehmen bieten, so Gosch.

Psychotherapeut Dietmar Bayer vom burnout-zentrum.at in Graz forderte spezielle Leitlinien im Umgang mit betrieblichem Burnout und entsprechende Präventionsprogramme in Unternehmen. "Wir haben nichts davon, wenn Betroffene nach einer Auszeit wieder in den Beruf einsteigen und sich an der individuellen Arbeitssituation nichts ändert. Das führt in kürzester Zeit wieder zu schwerem Burnout und kostet neben Gesundheit des Betroffenen letztlich dem Betrieb Unsummen." Studien zeigten, dass bereits einfache Interventionsprogramme in den Betrieben die Burnout-Rate um 80 Prozent reduzieren könnten. (APA)

Share if you care