Wenn die Banken böse sind, dann gründen wir eine gute!

Leserkommentar

Ein Lösungsvorschlag zur Euro und Staatsschuldenkrise: die Gründung einer Eurobank

Über die Ausgabe von Staatsanleihen beschaffen sich die Staaten Geld von den Finanzmärkten, damit sie den Steuerzahlern Geschenke machen können. Sobald die maximal tragbare Schuldenlast überschritten ist, beginnen die Finanzmärkte höhere Zinsen zu verlangen, wegen des steigenden Risikos. Im Gegenzug beginnen die Politiker gegen die bösen Finanzmärkte zu wettern, sitzen aber am kürzeren Hebel. Das eigentliche Problem dabei ist, dass wir uns in der Vergangenheit der Schuldenproblematik nicht ausreichend bewusst waren, und nun finden sich die Euro-Staaten "plötzlich" in einer Schuldenfalle wieder. Dabei sind sie von nervösen Finanzmärkten abhängig, welche ihrerseits von der Staatsschuldenkrise gestresst werden.

Die Eurobank

Die nahezu triviale Möglichkeit der Staaten sich gegen die "Angriffe" der Märkte zu schützen besteht darin eine eigene Bank zu gründen. Nennen wir sie Eurobank. Diese würde ausschließlich Euro-Staatsanleihen kreditieren, d.h. die Anleihen in Verwahrung nehmen und dafür neues Geld ausstellen. Bei gegebener Ausfallssicherheit ist das problemlos möglich, denn sichere Staatsanleihen sind eine notenbankfähige Kreditsicherheit. Somit könnten sich die Staaten via Eurobank ihre eigenen Konditionen festlegen, unabhängig von den Launen der Finanzmärkte.

Kontrolle durch Notenbank

Ganz so einfach ist es allerdings doch nicht, denn die Eurobank müsste so konstruiert sein dass die Stabilität des Geldsystems gewährleistet bleibt. Sie wäre daher wie andere Banken auch der Kontrolle der Notenbank zu unterstellen. Für die geeignete Konstruktion der Eurobank kann man auf eine Reihe von Vorschlägen aus anderen Lösungsansätzen zurückgreifen:
•Die Eurobank wird nur ein weiterer Akteur am Markt der sein Angebot legt, der Wettbewerb wird nicht eingeschränkt, die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis.
•Staatsanleihen werden von der Eurobank nur bis zur Gesamthöhe von 60 Prozent des BIP kreditiert, alles darüber hinaus bleibt anderen Käufern überlassen.
•Der von der Eurobank geforderte Zinssatz wird gemäß Wachstumsrate bzw. Leitzinssatz festgelegt. Damit bleibt das Angebot der Eurobank auch im Fall nervöser Märkte stabil, und die Zinslast wirkt im Staatsbudget antizyklisch.
•Die anfallenden Zinsgewinne werden in einem Staatsfonds angelegt, der z.B. nach norwegischem Vorbild geführt wird. Bei uns sprudelt zwar kein Öl, aber Zinsen.

Als Folge dieser Lösung würde sich den Staaten wieder eine positive finanzielle Zukunftsperspektive bieten, allerdings ohne daß dabei der Druck zur Budgetsanierung wegfallen würde. Der Druck würde aber entschärft sowie großteils von den Schwankungen der Finanzmärkte befreit, das Problem der gegenseitigen Verunsicherung in der Krise würde eingebremst. Ein Nebeneffekt wäre, daß sich die privaten Profitmaximierer nicht mehr auf staatlich garantierten Zinseinkünften ausruhen könnten sondern sich wieder dem Wettbewerb zu stellen hätten. Dann können sie endlich zeigen was sie wirklich können (Leser-Kommentar, Gerhard Kramler, derStandard.at, 10.9.2011)

Autor

Dr. Gerhard Kramler, Jg. 1973, studierte Informatik und arbeitete an der TU Wien als
Assistent, derzeit gönnt er sich eine Auszeit.

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Herzig ....

Einfach "Euro-" vor den Namen schreiben, und alles wird gut ....

Wie sich der kleine Maxl die Welt halt so vorstellt ....

meine Güte, der Autor des Leser-Kommentar-Artikels glaubt wohl auch noch der Staat/EU muss das Geld nur drucken und schon ist es da...
(warum hat der Staat dann überhaupt Schulden? ;)

Naja, eine Bank muss man dazu schon gründen, um Geld drucken zu dürfen. Alles weitere ist nur eine Frage des wirtschaftlichen Erfolges.

Na, wie ist es denn Ihrer meinung nach wirklich?

die Überschrift war zumindest vielverprechend.

Der erste Absatz ist GENIAL!

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"Über die Ausgabe von Staatsanleihen beschaffen sich die Staaten Geld von den Finanzmärkten, damit sie den Steuerzahlern Geschenke machen können. Sobald die maximal tragbare Schuldenlast überschritten ist, beginnen die Finanzmärkte höhere Zinsen zu verlangen, wegen des steigenden Risikos. Im Gegenzug beginnen die Politiker gegen die bösen Finanzmärkte zu wettern, sitzen aber am kürzeren Hebel. Das eigentliche Problem dabei ist, dass wir uns in der Vergangenheit der Schuldenproblematik nicht ausreichend bewusst waren, und nun finden sich die Euro-Staaten "plötzlich" in einer Schuldenfalle wieder. Dabei sind sie von nervösen Finanzmärkten abhängig, welche ihrerseits von der Staatsschuldenkrise gestresst werden."
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Muss ins Sozi-Lehrbuch!

Oh ja, Spitzenidee.

Das Schuldgeldsystem ist tot, es lebe das Schuldgeldsystem!

Das Schuldgeldsystem fällt uns auf den Kopf, lasst uns ein Schuldgeldsystem gründen!

Wir würden damit immerhin Zeit gewinnen da die Zinslast wegfallen würde.

Der Preis wäre allerdings Inflation.

Vorausgesetzt natürlich, das Ganze ist nicht nur eine Umschuldung, als die ich den Vorschlag aufgefasst habe.

Natürlich ist es eine Umschuldung.
Staatsschulden werden immer umgeschuldet und niemals abgebaut.

Doch, abbauen kann man die Schulden schon, und zwar, indem Staatseigentum gepfändet wird. Man zieht den Bürgern kwasi den Staat unter den Füßen weg. Im Endeffekt wird das Land dann von einer bunt zusammengewürfelten Gruppe privater Unternehmen regiert. Die Ratingagenturen berechnen daher, mit welcher Verzinsung in einem bestimmten Zeitraum welche Staatsimmobilien gepfändet werden können.

Ich fürchte, da ist ein Denkfehler drin. Eine Pfändung generiert kein Geld. Etwas zu pfänden bedeutet nur, daß ich mir etwas nehme darf, sollten die Schulden nicht bezahlt werden.

Natürlich kann der Staat alles verpfänden. Da er aber noch immer nicht zahlen kann, wandert das Verpfändete dann in die Hände der Banken, wodurch ein Teil den Schulden getilgt wäre. Leider schiebt das das Problem aber nur auf. Es dauert dann halt ein bissl länger, bis der Staat wiederum kein Geld mehr hat.
Das Prozedere kann man aber auch abkürzen, indem man Staatseigentum privatisiert und den Erlös den Banken in den Rachen wirft.
Es gibt beim Schuldgeldsystem keine Heilung, es gibt nur Linderung.

Gefällt mir nicht.

Was soll das ändern? Ist ja alles wie gehabt.

Neineinein! Die Zinsen müssen weg und die Monsterbanken auch, denn die werden nichts unversucht lassen, die Konkurrenz auszuschalten, welche wiederum nicht die anwaltliche Kraft hat, sich dagegen zu wehren. Die Monsterbanken würden das Vertrauen in die Gute Bank zerstören, indem sie Gerüchte streuen, und haben vor allem auch das Geld, jeden Kunden ganz besonders zuvorkommend zu betreuen und zu be *hust* raten.
Außerdem müsste das Ganze in einem geschlossenen System stattfinden, denn die durch die Monsterbanken verschuldeten Menschen, Gemeinden und Staaten würden die Kunden der Guten Bank mit ins Elend ziehen, weil auch Gutes Geld von der Guten Bank durch das Zinsloch abfließt.

MONETATIVE dieses Konzept ist etwas ausgereifter .....

www.monetative.de
www.monetative.ch

http://www.monetative.de/wp-conten... mepage.pdf

http://www.monetative.de/wp-conten... mepage.pdf

Kreditgeldsystem – Geld ist Kredit - ohne Schulden kein Geld – Ein guter Arzt wird nicht nur die Symptome sondern auch die Krankheitsursachen bekämpfen. Ein Staat der das Privileg der Geldschöpfung an Private abgibt gibt damit auch seine Politische Handlungshoheit an diese ab – Die Demokratie/Wirtschaft/Politik unterwirft sich den vom Geldsystem ausgehenden Sachzwängen.
"Demokratie verdient/braucht ein Geldsystem welches ihr erlaubt Demokratie zu sein" (F. Aigner)

Und ich dachte dass der Leser-Artikel der Gipfel der Dummheit wäre. Aber anscheinend gehts noch viel dümmer. Gratuliere!

Schaffen wir auch gleich die Leihgebühren für Leihwagen ab, die sind nämlich konzeptuell genau das gleiche wie die pööösen Ostküsten-Zinsen.

Womit Sie beweisen, dass Sie überhaupt nichts kapiert haben.

Manche Menschen

sind wenigstens um Lösungen bemüht.

Nicht die Banken sind böse...

auch nicht das Zinssystem an sich...
Sondern die Tatsache, dass sich die Politik von der Wirtschaft bestimmen lässt und nicht umgekehrt.
Simpelste politische Massnahmen wie (1) Mindesthaltezeit von Wertpapieren (z.B. 1 Tag würde schon den unsinnigen und parasitären Hochfrequenzhandel erledigen.) oder die vielzitierte (2) Finanztransaktionssteuer im kleinsten Rahmen (z.B. 0.2 %) würden Volatilität extrem eindämmen. (Weil es sich schlicht und einfach nicht lohnen würde, wegen 0.02 % Schwankung ein paar Milliarden zu verschieben.)

Das liebe Geld...

...alle behaupten es gibt keinen Gott, doch stellen Sie gleichzeitig Geld als den Mittelpunkt Ihres lebens dar.
Für Geld machen Menschen alles, wer ist also unserer wahrer Gott???

Der Mensch sollte im Mittelpunkt jeder Entscheidung stehen und nicht die Gier. Solange wir das nicht kapiert haben, werden wir weiter auf die repräsentative Politik hineinfallen und uns unterwerfen. Ohne Chance auf eine Verbesserung für die hungernden Millionen in unserer ach so modernen und schönen Welt. Wo unser Essen um die ganze Welt geschifft oder geflogen wird und wir zuhause bleiben um zu arbeiten.

Wo ist der Erfolgunserer automatisierungen, wer arbeitet heute weniger, weil die Maschinen unsere Arbeit erledigen? Wo ist hier der wahre Fortschritt...

Um Himmels willen. So ähnlich muss ein Artikel sein wenn ein Ökonom in seiner Auszeit versucht etwas zum Thema Informatik zu schreiben.

Schuster, bleib bei deinen Leisten! Bei so vielen Fehlern und Unsinnigkeiten wüsste ich gar nicht wo ich mit meiner Kritik anfangen sollte!

Es ist alles schrecklich falsch

und ich weiß das wirklich - aber ich sag's euch nicht!

Also, da bleib ich lieber bei dem Artikel, der versucht seinen Standpunkt wenigstens zu begründen.

und wieder nur heisses blahblah von einem unwissenden neocon.

Versuchen sie es doch mal, also das mit der Kritik meine ich.

Der erste und auch wichtigste Schritt wäre die komplette Abschaffung des Zinssystems!

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