Währungsfonds

IWF fordert von Österreich mehr Eifer beim Sparen

7. September 2011, 16:09

Besorgt sieht der Währungsfonds nach wie vor das Osteuropa-Engagement der österreichischen Banken

Der internationale Währungsfonds (IWF) fordert von Österreich ehrgeizigere Maßnahmen zur Schuldenreduzierung. Der Fonds rief die Bundesregierung zu jährlichen Einsparungen von mindestens einem halben Prozent der Wirtschaftsleistung ab 2012 auf, um die Neuverschuldung auf Null zu reduzieren.

In einem soeben veröffentlichten Länderbericht der Finanzinstitution heißt es, die derzeitigen Budget-Konsolidierungspläne seien kaum ausreichend, die Schulden auch längerfristig auf jenen Abwärtskurs zu bringen, der nötig sei, um den finanziellen Risiken zu begegnen. Besorgnis herrscht im Währungsfonds nach wie vor über das Engagement der österreichischen Banken in Ost- und Südosteuropa.

Der IWF hatte die Ergebnisse seines nun veröffentlichten sogenannten Artikel IV-Berichts zusammen mit der Oesterreichischen Nationalbank bereits am 14. Juni in Wien präsentiert.

Staatsschulden über Vorkrisenniveau

Die Staatsschulden lägen deutlich über dem Vorkrisenniveau, schon mit dem Budget 2012 sollten die Bemühungen zum Schuldenabbau "ehrgeiziger" werden, heißt es im Bericht. Die Sparmaßnahmen sollten sich auf die Bereiche Pensionen, Gesundheitswesen und Subventionen konzentrieren. Eine breite Verwaltungsreform wäre notwendig und könnte maßgeblich helfen Kosten zu sparen. Die Banken müssten die Gelegenheit nutzen und Puffer von qualitativ hochwertigem Kapital aufbauen.

Besorgt sieht der Währungsfonds nach wie vor das (Süd-)Osteuropa-Engagement der österreichischen Banken: Die Institute hätten 2010 wieder Gewinne gemacht und damit ihr Eigenkapital verbessert - die Qualität ihrer nach "CESEE" vergebenen Kredite sei aber nach wie vor "problematisch", meint man in Washington. 47,6 Prozent der von deren Töchtern vergebenen Kredite seien Fremdwährungskredite, der Anteil der Fremdwährungen bei Krediten über die Grenze liege sogar bei 77 Prozent. "Die faulen Kredite ("NPL") in den österreichischen Büchern sind zwar niedrig, aber der große Anteil von Krediten in Schweizer Franken ist besorgniserregend."

Intervention der Schweizer Notenbank

Der Schweizer Franken war in den vergangenen Monaten massiv im Wert gestiegen, was die geschuldeten Summen entsprechend massiv erhöht. Erst am Dienstag hatte die Schweizer Nationalbank (SNB) gegen den Wertzuwachs des Frankens interveniert und angekündigt, ab sofort "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln" einen Kurs von wenigstens 1,20 zum Euro verteidigen zu wollen.

"Ein großer Bestand an Fremdwährungskrediten ist problematisch, weil er politische Antworten (...) in Krisenzeiten erschwert und weil er nach einem externen Schock die heimische Nachfrage weniger widerstandsfähig macht", merkt der IWF in seinem Bericht an. Der IWF räumt aber ein, dass nach Maßnahmen der österreichischen Aufsichtsbehörden und "abschreckenden Wechselkursveränderungen" der Anteil der Fremdwährungskredite tendenziell zurückgehe.

Schieder: Konsolidierungspfad wird strikt eingehalten

Zustimmung findet der Bericht bei der BZÖ. Generalsekretär Christian Ebner: "Sogar im Euro-Krisenland Spanien sind Regierung und Opposition aufgewacht und führen in einem nationalen Schulterschluss eine Schuldenbremse im Verfassungsrang ein."

Ingrid Korosec vom VP-nahen Österreichischen Seniorenbund forderte von der Regierung, diese müsse "das Reformtempo erhöhen". Speziell die Maßnahmen zur Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters würden immer wieder verzögert. Die SPÖ solle "den Weg für ein Ende der teuren Pensionsprivilegien, wie etwa der Hacklerregelung, freimachen", forderte Axel Melchior von der Jungen ÖVP.

Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) meinte in der Mittags-ZiB des ORF-Fernsehens, seit der Regierungsklausur in Loipersdorf seien Maßnahmen zur Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters getroffen worden, die nach und nach immer wirksamer würden. Der Konsolidierungspfad werde "strikt eingehalten". Die Maastricht-Grenze beim Defizit werde 2013, "wenn wir Glück haben vielleicht schon ein Jahr früher erreicht." 

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) will die Kritik ernst nehmen: "Wir haben das Ziel, 2012 in die Nähe des Maastricht-Defizits kommen zu können". Besonders Augenmerk wolle sie auf die Ausgabenbereiche Frühpensionen, ÖBB, Gesundheit und Zinsen legen. In Sachen vorzeitiger Pensionsantritt (Steuerliche Begünstigung des Nachkaufs von Schulzeiten, Abschaffung von Steuerprivilegien auf Abfertigungen) sei bereits einiges in die Wege geleitet worden. (APA)

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Sky7
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Irgendwie kann ich das schon verstehen

Der IWF fordert uns auf, bei der Gesundheit und den Pensionen zu sparen, damit wir uns die bescheidenen Pension und sozialen Leistungen für EU-Politiker, EU-Beamte und andere Leistungsträger in "Vereinen" wie dem IWF auch in Zukunft leisten können. Da muss man natürlich Opfer bringen.

wiiha
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Also mir fällt einiges ein das wir uns sparen könnten

Fekter, Strache, Spindelegger, Faymann, Glawischnig, Buchner, Schüssel,....

darf vervollständigt werden ;)

Seria
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Sparen? Wir doch nicht.
Herr Ober noch ein Bier!

meineMeinung1969
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Klar müssen wir noch viel mehr sparen.

Sonst haben wir keine Kohle mehr, die wir den Griechen usw. reinschieben können.

mM

HasSe Strache
00

...ja oder in die HYPO und anderer Kollegen aus Kärnten und Co!

Wienviel ging an Griechenland, und wieviel an die Hypo?
P

chelene chirsch
00

die hypo - so unpopulär diese feststellung sein mag - ist uns aber auch "näher" als griechenland, geschweige denn die fantastilliarden-forderungen der EU.

HasSe Strache
00

also die Bonzen sind mir nicht näher als ein griechischer Arbeiter!

G. Bitte!
12

Wenn ich alles schreibe was mich der IWF kann geht das hier nie durch den foromat.

reunion
31

Wir brauchen keine guten Ratschläge, wir haben Werner Faymann, Spezialist für eh alles, der bis zur nächsten Wahl mit Garantie nirgends mehr sparen wird, sondern höchstens noch kurz vor der Wahl zusätzliche Ausgaben verlangt.

kants richtschnur
04
hopp schwyz hopp!

http://www.zeit.de/2011/21/C... te/seite-1

ich hoffe stark, dass die schweizer das durchbekommen, finde es gut, dass sogar in der zeit davon zu lesen ist und zu guter letzt:

F*CK YOU IWF!

F S 3
02
Waren vielleicht jene 6 Milliarden Euro, die Österreich beim IWF parken mußte…

…denen bisher gar zu wenig?

Oder war es im Juni noch nicht sicher, daß Österreich die 1,2 Mrd. tatsächlich an diese "libyschen" 'ebellen überweist?

krokokater
 
01
Wenn der IWF bei den Pensionen seiner eigenen Leute zu sparen begänne

hätte er für mich mehr Glaubwürdigkeit. So ist das nur die alte Leier. Siehe Naomi Klein: Schocktherapie welche Verdienste sich diese Organisation in all den neoliberalen Experimenten in Südamerika erwirben hat.

HasSe Strache
01

...vor allem die Ausgaben im Gsundheits- und Pensionssektor werden kritisiert?

...also das versteh ich nicht, sind doch bessere Zustände als in vielen anderen Ländern.

lejanin
13
Wir Österreicher sollen sparen

Damit die Griechen Spanier und Italiener bessere Autos fahren.
Nein danke

HasSe Strache
00

Nein, nein, die Hypo Vorstäde brauchen ein neues Strandhaus an der brasilianischen Küste!

Zorro4
21
Danke Herr Faymann

mehr kann man dazu nicht sagen.

wrkskrfzk
01
Keine Sorge Leute....

unsere Finanzministerin hat heute gemeint, dass wir eh schon ab 2015 die Schulden abzubauen beginnen. Hätte ja auch 2025 sein können, so gesehen ein schöner Erfolg.
Ich frage mich allerdings, was mit der Kohle passiert, die durch die besser laufende Wirtschaft hereinkommt. Wo versickert die ungeplanten Mehreinnahmen bei Mwst, Lohnsteuer, Mineralölsteuer etc.
In Zeiten der gut laufenden Wirtschaft 4,5% Defizit zu machen ist wahrlich ein Verbrechen....

Althase
02

Sparen ist schon OK, aber nicht bei kleinen Löhnen, Pensionen oder Gesundheits-/Sozialsystem, sonst blüht uns das selbe wie den Griechen - nämlich der Zusammenbruch des Binnenmarktes und Schrumpfen der Steuereinnahmen.
Das ist erst die schlimme Spirale nach unten.
Drum sinnlose Förderungen stoppen, Rüstungsausgaben stoppen, Korruption bekämpfen und ähnliches mehr.

r3al
04

Der IWF sagt UNS Österreichern was wir zu tun haben. Aber nicht im Ernst oder? Ich lach mich krumm.

Nichtschweiger
 
73
Du lachst wahrscheinlich auch so dauernd und über alles....

....die nächsten Reformen in Österreich wird - wie in Griechenland - der IWF diktieren.

Dann allderdings wird dir das Lachen schon vergangen sein.

Ich glaubs einfach nicht welche Halb-Intelligenzler hier herumposten!

r3al
24

Gut, das wir dich mit deiner hohen Intelligenz haben....

Bortolino
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Vielleicht können Faymann und Ostermayer ein paar Inserate bei der IWF Mitarbeiterzeitung schalten. Dann werdens schon net so bös zu uns sein.

wrkskrfzk
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Aber das Krone-Budget darf nicht umgeschichtet werden

sonst ist der Dichand böse.... Ich weis schon, das der physisch nicht mehr anwesend ist, aber vor seinem Geist tut sich der Faymann allemal fürchten.

locken
21
Täglich 21 Millionen Euro mehr Defizit,wann sind wir Griechen ?

HasSe Strache
11

....wieviele Mrd gingen in die HYPO, nicht schon wieder mit den Griechenlandbashing kommen!

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