Direkte Demokratie

Vorarlberg: Bürger fordern Mitsprache

6. September 2011, 18:32

Initiative für mehr direkte Demokratie in Vorarlberg

Bregenz - Die repräsentative Demokratie stoße immer schneller und öfter an ihre Grenzen, analysiert die Initiative "Mehr Demokratie Vorarlberg". Ihren Gegenentwurf zu Politik(er)verdrossenheit und Demokratiemüdigkeit fassen die "Mutbürger" in drei Schlagworte: Mitgestalten, mitentscheiden, mitverantworten.

Die Vorstellungen zur Demokratieentwicklung wurden am Dienstag bei einer Pressekonferenz am Bregenzer Molo präsentiert. Direktdemokratische Instrumente sollten Bürgerinnen und Bürgern die Mitentscheidung auch in Zwischenwahlzeiten ermöglichen und die Identifikation mit Gemeinde und Gemeinwesen stärken.

Man verstehe sich als offene, parteiunabhängige Gruppe, die in monatlichen Treffen und durch die Organisation von Veranstaltungen dem Desinteresse an Demokratie entgegenwirke, erklärte Cornelia Rinderer. Man präsentierte sich bewusst hierarchiefrei, bildete dennoch die übliche Realität ab: Die Männer als Wortführer, die Frauen am Rande des Geschehens.

Anlass für die Pressekonferenz war ein Regierungsentwurf zur Änderung des Vorarlberger Volksabstimmungsgesetzes. Die Novelle beseitige die hohen Hürden nicht, kritisierten Kuno Sohm und Günter Hagen, beide frühere Kommunalpolitiker grünnaher Listen. Direkte Demokratie funktioniere nur, wenn die Quoren entsprechend niedrig seien. Ein weiterer Verhinderungsmechanismus sei die Frist zur Unterschriftensammlung. Im Gesetzesentwurf werde diese von sechs auf acht Wochen verkürzt, statt direkte Demokratie zu erleichtern, würde sie dadurch erschwert.

Wie in der Schweiz sollten Bürger und Bürgerinnen bei Abstimmungen durch eine neutrale Broschüre Pro- und Kontra-Argumente erfahren. Neben Volksabstimmung und -begehren fordert die Initiative als erste Stufe der Mitbestimmung das Initiativrecht der Bürgerinnen und Bürger. Sie sollten in Sachfragen durch direkte Anträge an die Gemeinde aktiv werden können. Bedenken, dass Bürgerinnen und Bürger gar nicht an Mitentscheidung interessiert sein könnten, haben die Initiatoren nicht. Reinhard Sonderegger: "Die Bürger sind zwar verdrossen, aber sehr engagiert, wenn sie eingebunden werden." (jub, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.9.2011)

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21 Postings
Befreier von Butter und Eier
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Mehr Mitsprache für alle Österreicher.
Die Umstände der letzten Jahren zeigt es ja, man kann den Politiker alleine das nicht überlassen.
Mehr direkte Demokratie gehört dringend her.

exile in mainstream
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aber ohne zweite lautverschiebung

wurm83
 
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...

parteiunabhängige "mutbürger" = FPÖ

Hagbard.Celine
11

In Vorarlberg hat die direkte Demokratie meiner Meinung nach genau gar keine Auswirkung - weder eine negative, noch eine positive.

Sieht man sich die Bevölkerung an, wird nur ein kleiner Teil die neuen Instrumente auch wirklich nutzen; Der "alte" aber immer noch stark präsente Teil der Vorarlberger wird am Sonntag in die Kirche und dann alle 4 Jahre ins Wahllokal gehen - das wars dann mit der Demokratie. Achja, und Ehefrauen wählen sowieso das gleiche wie der Mann.

Rodrigo Higgings
00
Das ist zwar ein Epic Fail, aber bitte.

Im Gegensatz zu Restösterreich haben die Vorarlberger meist erfolgreich gegen eine Entmündigung durch Repräsentative Herrscher gekämpft. Siehe auch 1965 die Schiffstaufe der "Vorarlberg".

Und eines wollen wir jetzt an dieser Stelle auch noch erwähnen: Im Vergleich zu Vorarlberg ist Restösterreich ein Armenhaus. Das einzige Landesbudged von Österreich, dass Positiv ist, bis sie Wasserköpfe kommen und uns unsere Überschüsse plündern.

Und bitte, nicht mit den Schweiz-Schmäh kommen. Wir sind nämlich keine, sondern wir sind eben Vorarlberger und haben mit den Lichtensteinern mehr gemein als man so glaubt.

Für uns wäre es kein Schaden nicht bei Restösterreich mit seinem Wasserkopf zu sein, umgekehrt wäre Restösterreich aber so gut wie bankrott

Hagbard.Celine
00
12.9.2011, 14:28

Ich weiß nicht, ob Fußach in der heutigen Zeit so noch einmal funktionieren würde.

Klar, das Medienmafiahaus Russ hat ca. eine 100%ige Abdeckung in Vorarlberg (entweder VN oder Neue), aber die Massen können meiner Meinung nach nicht mehr so stark mobilisiert werden.

Hagbard.Celine
00
12.9.2011, 14:12

Ich bin übrigens auch Vorarlberger und glaube, "mein" "Volk" zu kennen.

Vielen Vorarlbergern würde es sehr gut tun, wenn sie einmal längere Zeit hinter dem Arlberg verbringen.

opryde
01
direkte demokratie ist in österreich ein fehler.

es bräuchte massive aufklärung, viele jahre an sensibilisierung der bürger und eine einführung der dd in schritten. würde man sie jetzt "so" auf die bürger loslassen, dann hätten wir ein land regiert von zornigen pensionisten auf der einen seite und (grünen) traimmännlein auf der anderen, welche die unmöglichsten sachen wollen würde. und bitte nicht die schweiz als beispiel nennen, die haben jahrzehntelange erfahrung damit.

meresi
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also einfach ausgedrückt...

der österreicher ist zu blöd dafür...lol

Hagbard.Celine
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In Vorarlberg stiert man auch ein klein wenig auf den großen alemannischen Nachbarn: Dort wird alle 2 Wochen über irgendetwas abgestimmt, die Wahlbeteiligung dort ist dementsprechend.

kleiner lieber Bär
03
Övp abwählen, dann reden wir weiter

Jepedaia Springfield
02
Direkte Demokratie

ist eine Gute Sache, sollte Österreichweit eingeführt werden. Dann gebs keinen Reformstau.

opryde
10

ja - und eine fpö-regierung angeführt von faymann.

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
12
Direkteste Demokratie

Die bei Volksabstimmungen getroffenen Entscheidungen müssen aber für die Regierung unbedingt bindend sein. Wenn z.B. der Bau einer Strasse oder eines Kraftwerks per Volksentscheid beschlossen wird, so muss die Regierung den Mut haben, unter Berufung auf diese Entscheidung über diverse grünliche Berufsprotestierer oder Ähnliches drüberzufahren. Sonst ist das Ganze für die Katz'!

opryde
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gibt es bei direkter demokratie direktere und weniger direkte?

smuecke
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Haha, möchte mal wissen, welche Entscheidung einer Bundes- oder Landesregierung tatsächlich wegen eines Protestes der Opposition nicht getroffen wird.

Da muss die Regierung über niemanden drüberfahren, das läuft jetzt schon so.

Was Sie vermutlich meinen, sind Umweltverträglichkeitsprüfungen uä., die sind gesetzlich vorgeschrieben und haben wenig mit "Berufsprotestierern" zu tun.

Das Problem an Volksabstimmungen ist ja, dass eben die Regierung nicht daran gebunden ist, diese werden daher in der Regel nicht umgesetzt und zwar nicht wegen fehlendem Mut - da haben Protestierer genau null mitzureden.

Es scheint, dass Sie nicht so viel Ahnung von Demokratie haben.

John Sandwich
010
an die Redaktion

"... von sechs auf acht Wochen verkürzt ..." - neue Arithmetik???

notanaddict
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Da bin ich auch grad drübergestolpert. Interessant, wusste nicht, dass es so weit gekommen ist mit "unserer" Bildung ;)

Granaten wie wir
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Direkte Demokratie

Sehr gut! Recht haben sie. Nur wirds das auf Bundesebene bestimmt nie spielen. Dann hätte die Raika/ÖVP Mafia nähmlich ein großes Problem!

Michel Berger
02
Sie sagen es!

So wie damals mit "Pro Vorarlberg" wird wieder von der ÖVP schön hintenrum eine Diskussion mit viel Geschnatter und heißer Luft in die Ländlewelt gesetzt.

Ergebnis - absehbar!

Eins muß man den Ländleschwarzen lassen, sie wissen genau wie man die Hamster im Rad bei Laune hält.

franz s.
00
bravo!

super erkannt!

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