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Wien solle auf das "schmutzige Geld" aus dem kleinen Glücksspiel verzichten, meint die SP-Basis.

Anzahl der Automaten in den Bundesländern.
Wien - Am Anfang, sagt Martina Malyar, hatte sie immer das Gefühl, bei dem Thema allein dazustehen. Ihren Kampf gegen das kleine Glücksspiel nahm die Vorsteherin des 9. Bezirks schon vor Jahren auf - mittlerweile hat sie ganz offiziell die Mehrheit der Wiener Roten hinter sich: Beim Landesparteitag im Mai wurde, sehr zur Verblüffung der Parteispitze, ein entsprechender Antrag beschlossen. Und der schon seit längerem schwelende Streit wächst sich nun zu einem handfesten Machtkampf aus. SPÖ-intern sei das kleine Glücksspiel nun "das größte Thema seit Zwentendorf, da haben wir am Parteitag einen Finger in eine Wunde gelegt" , meint Malyar. Die Parteispitze versuche nun, "nicht das Gesicht zu verlieren" .
Denn es sieht nicht so aus, als hätte die Stadtregierung vor, die Spielautomaten zu verbieten: Ende August sickerte ein Gesetzesentwurf durch, wonach diese nicht mehr einzeln aufgestellt werden dürfen, sondern nur noch in Spielhallen mit 50 Geräten. Zudem, so die offizielle Argumentation der roten Rathausriege, könne die Stadt ohnehin kein Totalverbot erwirken - schließlich lasse das Bundesgesetz eine gewisse Zahl von Automaten zu, egal was im Rathaus beschlossen werde.
Freilich könnte Wien durch ein Verbot auf Landesebene zumindest die Zahl reduzieren, was private Anbieter wie Novomatic träfe. Die Österreichischen Lotterien könnten trotz Landesverbot weiterhin Automaten in Wien aufstellen, ihr Präsident Friedrich Stickler hat aber bereits angekündigt, auf Wunsch des Rathauses darauf zu verzichten.
"Keine Salti mehr"
Aber Bezirksvorsteherin Malyar denkt ohnehin in größeren Dimensionen: Für den nächsten Bundesparteitag der SPÖ, der laut Parteistatut spätestens im Frühjahr 2012 stattfinden muss, überlegt sie einen Antrag auf ein bundesweites Verbot des kleinen Glücksspiels. Dann müsse Wien "keine Salti mehr schlagen" , um das Bundesgesetz zu umgehen.
Die derzeitige Regelung führe zu einer regelrechten "Verslumung" der Grätzel, sagt die Bezirksvorsteherin. Zudem sei bewiesen, dass die Zahl der Automaten mit der Zahl der Spielsüchtigen korreliere. "Das bringt in viele Familien Leid und ist auch volkswirtschaftlich eine Katastrophe." Dass sich Automatenbetreiber dann als Kulturmäzene und Charity-Veranstalter gerieren würden, hält Malyar für "perfid" , Glücksspielkonzerne würden sich "die Zustimmung für die Aufstellung von Automaten erkaufen" .
Derzeit beschert das kleine Glücksspiel der Stadt jährlich rund 55 Millionen Euro an Einnahmen. Die Stadt solle "auf dieses schmutzige Geld verzichten" , heißt es in dem Antrag der Genossen aus dem Alsergrund, den sie am Parteitag einbrachten. "Der Kampfgeist der Basis ist groß" , sagte Malyar dem Standard.
Wickel mit der Basis - ein Problem, dass man beim Juniorkoalitionspartner nur allzu gut kennt. Auch die Grünen bringt die Glücksspielnovelle in eine veritable Zwickmühle. Klubobmann David Ellensohn bleibt zwar bei der "Maximalforderung" seiner Partei, der Abschaffung, beharrt die SP-Spitze aber auf ihrem Standpunkt, wird den Grünen wohl nichts anderes übrigbleiben, als zuzustimmen.
Wien ist Spitzenreiter
3150 Automaten stehen derzeit in Wien - das ergab eine Zählung des Consulting-Unternehmens Kreutzer Fischer & Partner, bei der legale wie illegale Maschinen erfasst wurden. Die Bundeshauptstadt ist damit eindeutig Spitzenreiterin beim kleinen Glücksspiel (siehe Grafik), gefolgt von der Steiermark (2000 Automaten) und Niederösterreich (1400). Laut Landesgesetz verboten sind die Automaten in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und im Burgenland, Möglichkeiten zu spielen gibt es dort dennoch. (Andrea Heigl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.9.2011)
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Diesen Gedanken hab ich auch immer wenn ich ein Wett- oder Automatencafe seh.
In der Schweglerstrasse gibt es eine Spielhölle neben einem Pfandhaus. Daneben auch noch ein "Bethaus" irgendeiner Sekte. Ob die ihre Kunden gleich durchreichen?
Ein Nicht-Verbot des kleinen Glückspiels, wie anscheinend nun wieder versucht wird, durchzubringen, hat mit sozialdemokratischem Handeln so gut wie überhaupt nichts zu tun.
Auch wenn dadurch das Stadtsäckel aufgefettet wird, nicht jeder Zweck heiligt die Mittel.
...nur, mit redet niemand politisch. Wenn die einen Hydranten oder Kanaldeckel eröffnet ist das schon das äußerste ideologische, was sie unternimmt.
Aber wenns der Propaganda des ZOder Grünen nutzt...
Schöne, neue Welt, in der alles verboten ist, was unter Umständen irgendwie, für irgendwen negative Auswirkungen haben könnte. Persönlich kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, warum man Geld in so einen Automaten wirft, aber es zwingt mich ja auch niemand. Schutz von Jugendlichen und Süchtigen ist was anderes.
es sind nicht süchtige. es sind überwiegend mehr oder weniger bedürftige, opfer des alltags. es ist auch nicht mehr die abhängigkeit das primäre problem, sondern dass innerhalb eines halben jahres haus und hof verzockt sein kann - da ist jeder noch weit entfernt von abhängigkeit. neid, geiz und gier ist der einstieg, ein größerer gewinn oder der glauben verlorenes zurückgewinnen zu können hält einem im spiel - ein teufelskreislauf. das sind meine erfahrung aus 5 jahren in leitender funktion im "vorzeige"unternehmen, wo das "sein" den "schein" schon mehrfach überrundet hat.
anbieter und gegner driften in ihrer argumentation immer weiter auseinander, in der mitte bleibt der "spieler", der eigenlich nur gast sein sollte, übrig.
nun gut, bei einem süchtigen kann ich nachvollziehen, dass man den vor sich selbst schützen muss. aber jemand den sie beschreiben, machts ja ganz bewußt. da bin ich nicht der meinung, dass es aufgabe des gesetzgebers ist, ihn vor sich selbst zu schützen.
es sind nicht süchtige, es sind suchende. sie spielen nicht um zu spielen, sie spielen um grundbedürfnisse abzudecken. es sind z.b. frauen, die nach unabhängigkeit von ihren männern suchen. es sind frustrierte, die geld brauchen um schulden zu begleichen. es sind arbeitslose, die versuchen ihr leben in geordnete bahnen zu bringen. es sind alkoholiker, es sind ...
wo sie vielleicht recht haben, der gesetzgeber muss "diese" nicht schützen. was der gesetzgeber jedoch muss, ist, sich selbst und andere bürger (z.b. SIE AUCH) for den folgen zu schützen. die verantwortung beginnt natürlich beim gast (spieler) selbst und erfordert selbstverständlich, aufgrund der mittlerweile mehr als bekannten auswirkungen, regeln für die anbieter.
Schließlich sind die Grünen ja für die Zock-Buden und stimmen bei jeder Gelegenheit dafür.
http://derstandard.at/130455202... galisieren
sei es alkohol, spiel oder drogen bringt was?
nix.
alles wird noch schwerer zu kontrollieren. was zählt sind strengere auflagen, erschwerter zugang und so wi in frankreich auch endlich die verlagerung vom "kavaliersdelikt glücksspiel" aus dem administrationsrecht hinéin ins strafrecht.
sucht ist eine krankheit, und krankheiten lassen sich nicht verbieten. man vergisst immer wieder dass der großteil der spieler weiß wann er aufhören muss, die süchtigen und kranken aber nur ein geringer teil der spieler sind. hier muss wieder eine mehrheit aufs spiel verzichten, weil sich einige wenige nicht im griff haben.
so schauts aus.
wenn die automaten aus den lokalen verschwinden, wird nur mehr daheim im internet gezockt. das kann keiner kontrollieren und der staat wird auch dann gar nicht mehr mitschneiden können. so einfach ist das. die spieler verzocken weiterhin ihre lebensgrundlagen, halt am computer im netz, aber außer den anonymen anbietern im web verdient keiner mehr was dran. resultat: spielerkohle weg, keine steuereinnahmen mehr und völlig unkontrollierbares angebot.
und: paysafe karten. die bekommen sie in jedem supermarkt, in jeder trafik für bargeld. und immer schön sauber anonym...
sie unterschätzen die intelligenz und kreativität der spieleveranstalter. deswegen: nicht verbieten sondern strenger kontrollieren ist die devise. pathologische spieler rechtzeitig erkennen und entfernen, aber nicht verbieten.
sonst machen wir gesetze bald nur mehr für minderheiten und alle anderen, normalen, müssen es mit weniger freiheiten büßen. das kann es doch auch nicht sein...
glücksspiel war früher auch verboten, dann haben sie es in den wirtshäusern in den hinterkammerln haus und hof verspielt. spieler und andere süchtige finden immer einen weg.
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