"Der beste Direktor für diese Stiftung"

Interview | Andrea Schurian und Thomas Trenkler, 6. September 2011, 17:23
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    foto: standard/robert newald

    "Herr Natter, ich freu mich sehr, dass Sie da sind": Elisabeth Leopold und Tobias Natter, der designierte museologische Direktor, bei der Pressekonferenz am Dienstag im Leopold Museum.

Tobias Natter, künftiger museologischer Direktor des Leopold Museums, über Kompetenzen, Rudolf Leopold und das Thema Restitution

Wien - Am Dienstag präsentierten Elisabeth Leopold und Helmut Moser, der Vorsitzende der Stiftung Leopold, den Kunsthistoriker Tobias Natter als neuen museologischen Direktor. Dessen Vertrag läuft ab 1. Oktober fünf Jahre mit Option auf Verlängerung. Natter bezeichnete das Haus als "Global Player"; er sei in "einem idealen Museum" angekommen.

STANDARD: Stimmt das Gerücht, Elisabeth Leopold habe Ihnen den Direktorsposten angeboten?

Natter: Das wäre schön, so war aber es nicht. Ich habe - mit anderen 31 Bewerbern - mein Interesse kundgetan. Und ich habe an den üblichen Schritten des Auswahlverfahrens teilgenommen. Im letzten Hearing waren dann, soweit ich weiß, insgesamt vier Kandidaten. Der Vorstand ist letztlich zur Entscheidung gekommen, dass Tobias Natter der beste Direktor für diese Stiftung sei.

STANDARD: Rudolf Leopold hat als Begründer der Sammlung die Leitung nicht unbedingt als duales Direktorium empfunden. Wie wird das in Zukunft sein?

Natter: Das ist natürlich ein zentraler Punkt. Rudolf Leopold war die zentrale Persönlichkeit, die das alles aufgebaut hat. Das Museum war auf ihn zugeschnitten. Und er hat viele Komponenten, Aspekte in sich vereint. Als Sammler, als Urheber, als einer, der die Sammlungspolitik bestimmt, der auch die Zukunft maßgeblich geprägt hat. Er war das Gesicht, die Persönlichkeit in der Außendarstellung. Der Vorstand muss sich jetzt überlegen, wie die Aufgaben neu organisiert und verteilt werden. Der museologische Direktor ist selbstverständlich nicht in all diesen vielen Facetten sein Nachfolger, sondern er übernimmt eben die künstlerische, wissenschaftliche Leitung.

STANDARD: Wie weit haben Sie sich nach den Wünschen von Elisabeth Leopold zu richten?

Natter: Es gibt einen Vorstand. Er ist verantwortlich für die grundsätzliche und strategische Ausrichtung der Stiftung. Er hat den Stiftungszweck sicherzustellen - das ist der Erhalt der Sammlung. Das Direktorium ist das operative Organ des Vorstandes.

STANDARD: Das war nicht die Frage.

Natter: Das heißt, der Vorstand kann mir jederzeit sagen, wir machen jetzt dies oder das. Grundsätzlich freue mich auf das Gespräch mit Frau Dr. Leopold, weil ich glaube, dass sie eine hochinteressante Person ist. Die Sammlung ist nicht ausschließlich dem Herrn Professor zu verdanken: Frau Dr. Leopold hat ein gerüttelt Maß Anteil daran, dass es diese in dieser Qualität gibt.

STANDARD: Die Stiftung Leopold sträubt sich gegen Naturalrestitution. Wie ist Ihre Position?

Natter: In der Washingtoner Deklaration wird ja nicht zwingend von einer Naturalrestitution gesprochen, sondern von einer Lösung, die fair und gerecht sein soll. Das Museum versucht in bilateralen Verhandlungen Lösungen zu finden. Das ist ein guter Weg. Ich bin froh, diesen Weg mitgehen zu können. (Andrea Schurian/Thomas Trenkler, DER STANDARD - Printausgabe, 7. September 2011)

Tobias Natter (50), geboren in Dornbirn, war u. a. Chefkurator des Belvedere und Direktor des Vorarlberger Landesmuseums in Bregenz.

Zum Weiterlesen

Brice Rocco
00
10.9.2011, 19:14
Tolle Lichtinstallation übrigens!

Tolle Lichtinstallation von Waltraut Cooper und Roland Fabiani übrigens! Super Herr Natter, endlich was neues im MQ-Bunker!!!

Lila Panther
00
"Ich will Taten sehen"

Zu diesem Anspruch wird Elisabeth Leopold in Zukunft stehen müssen. Bleibt abzuwarten wie lange der bei der Präsentation gezeigte Kuschelkurs halten wird. Tobias Natter ist sicher eine gute Wahl, auf seine Profilierung kann man durchaus gespannt sein.

Friederich Adalim
30
NEIN! Ein Mann, der zum schwarzen Anzug braune Schuhe (Foto im Kurier) trägt,

hat keinen Geschmack. Naja, andererseits passt er zum Alt-Männer-Kunstgewerbler Schiele...

cantanto
00
16.12.2011, 21:25
Dann haben also Millionen Italiener keinen Geschmack?

"ballon d'essai"1
00
18.12.2011, 12:14
Haben sie eh nicht!

Sie haben x-mal den Bunga-Bunga-Berlusconi gewählt. Sie schauen freiwillig die dümmsten, peinlichsten und geschmacklosesten Fernsehprogramme weltweit.
Außerdem: Herr Natter hat sich als Museumsdirektor in Österreich beworben und nicht als Ehren-Braun-Schuh-Italiener!

schöne kunst
00
die wahl läßt hoffen

daß auch die sammlung gegenwartskunst einen qualitätsschub erfährt!

naval
02

Sehr gute Wahl - sehr g'scheider und fähiger Mann !

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