Ende der Begutachtungsfrist

Viel Kritik an Modularer Oberstufe

6. September 2011, 13:12

Kostenneutralität laut Finanzministerium nicht gegeben - AHS-Lehrervertreter befürchten "organisatorischen Supergau" an Schulen

Wien - Auf viel Kritik stößt der Gesetzesentwurf für die Modulare Oberstufe von Unterrichtsministerin Claudia Schmied - vor allem von VP-nahen Gewerkschaften, Ministerien und Organisationen. Zwar wird in zahlreichen Stellungnahmen zu dem heute, Dienstag, endenden Begutachtungsverfahren das Bestreben, Klassenwiederholungen zu reduzieren und Schülern Lernbegleiter zur Seite zu stellen, begrüßt, vor allem aber die vom Unterrichtsministerium angegebene Kostenneutralität bezweifelt. Nach Analyse der Stellungnahmen soll der Gesetzesvorschlag noch dieses Semester in den Ministerrat kommen.

Die Modulare Oberstufe soll bis 2016 an allen 800 AHS-Oberstufen und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) ab der 10. Schulstufe eingeführt werden, die Zahl der Klassenwiederholungen deutlich reduzieren und mit Lerncoaches individuelle Förderung für schwache und begabte Schüler bringen. Dabei wird der Stoff in mindestens zwei Module pro Semester unterteilt, wobei ein negativ absolviertes Modul im nächsten bzw. übernächsten Semester ausgebessert werden kann. Erst ab zwei bzw. in Ausnahmefällen drei negativen Modulen muss die Klasse wiederholt werden, dabei sollen aber die positiven Noten erhalten bleiben. Bereits vor der Begutachtung stritten sich SPÖ und ÖVP um die Zahl der Fünfer, mit denen man aufsteigen darf.

Fehlende Prognose-Zahlen

Schmied hatte vorgerechnet, dass durch das Wegfallen von Klassenwiederholungen die durch Lerncoaches und Förderkursen entstehenden Personalkosten aufgefangen werden und das Modell damit kostenneutral sei. Für das Finanzministerium wird dies jedoch "nicht mit quantitativem Datenmaterial (Mengen- und Preisgerüst) untermauert". In seiner Stellungnahme vermisst das Finanzressort Eckdaten wie die Zahl der betroffenen Schüler und die Mittel, die für sie ausgegeben werden, die Zahl der Repetenten und die Ausgaben für diese sowie die Kosten für Fördermaßnahmen. Gefordert wird außerdem eine Prognose, ab wann die Maßnahmen wirken werden und wie stark sie die Zahl der Repetenten verringern könnten.

Auch von den FCG-dominierten Lehrer-Gewerkschaften wird die angestrebte Kostenneutralität bezweifelt. Da die Personalkosten von der Klassen- bzw. Gruppen- und nicht der Schüleranzahl abhänge, würden sich diese durch entfallende Klassenwiederholungen kaum verändern, so die AHS-Lehrervertreter in ihrer Stellungnahme. Die Gewerkschafter an BMHS fordern "realistische Berechnungen, in denen die Kosten für die notwendige Lehrer-Mehrarbeit berücksichtigt werden". Auch zusätzliche Mittel für die Förderung "hochbegabter" Schüler fehlten.

"Organisatorischer Supergau"

Während die BMHS-Lehrervertreter vorrangig der Einführung des Modulsystems an den BMS "eher skeptisch gegenüber" stehen und diese erst nach Analyse der Schulversuche fordern, stellen die AHS-Lehrervertreter das gesamte Modell in Frage. Sie warnen in ihrer Stellungnahme davor, dass dieses "manche Schüler in Sackgassen ohne jeglichen Ausweg führen und an den Schulen einen organisatorischen Supergau verursachen" würde.

Der Möglichkeit, die Zahl der Repetenten zu senken, stehe die Befürchtung gegenüber, dass die Zahl der Drop-Outs steigt: "Diese Gefahr sehen wir im vorliegenden Entwurf, der junge Menschen negativ beurteilte Module über Jahre hinweg ansammeln lässt und sie vor der Matura vor eine unlösbare oder als unlösbar empfundene Aufgabe stellt", betonten die AHS-Gewerkschafter. Zusätzlich würde der Besuch eines Moduls in einer anderen Klasse dazu führen, dass der Schüler einen Gegenstand in seiner eigenen Klasse versäumt. Gerade bei schwachen Schülern drohe dann die Gefahr, dass ihre Leistungen noch schlechter werden.

Unterteilung des Semesterstoffs

Der Landesschulrat im VP-regierten Tirol befürchtet in seiner Stellungnahme indes, dass bei beliebig häufigen Prüfungswiederholungen von vielen Schülern "der Weg des geringsten Widerstands gegangen wird". Inhaltliche Kritik übt der Landesschulrat auch an der Unterteilung des Semesterstoffs in einzelne Teile. Diese sei vor allem in Fächern mit wenigen Wochenstunden "sehr schwierig" und "wird daher abgelehnt". Die Vorarlberger Landesregierung, ebenfalls von der ÖVP geführt, stellt indes den Vorschlag in den Raum, das Modulsystem bereits ab der neunten Schulstufe vorzusehen. Gerade da sei die höchste Anzahl an Repetenten und Schulabbrechern zu verzeichnen. (APA)

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24 Postings
docw
10
5.10.2011, 16:24

wie können die ahs-lehrer das modell in frage stellen? sie brauchen nur in die krottenbachstrasse zu gehen und sich das modulare modell anschauen, das dort seit 10 jahren mit bestem erfolg angewandt wird. die jugendlichen haben mehr spass an der schule (meine beiden buben und deren freunde bestätigen mir das), und die ergebnisse sind besser als zuvor. aber typisch österreichisch - was man nicht kennt wird sofort einmal abgelehnt. vielleicht auch aus dem grund, dass man sich neu vorbereiten muss (auf einen neuen stoff) und dadurch vielleicht die 40-stunden-arbeitswoche ankratzt. und das darf doch nicht sein.

Quasselmodo
01
Wie man eine gute Idee vermurksen kann

In allen Schulversuchschulen ist ein Semester ein Modul. Das ist vom Prüfungszeitaufwand schon ein wenig lästig, aber noch tolerabel, grundsätzlich funktioniert das System für die Schüler gut. Warum in der Weisheit der Frau Schmied eine Modul ein halbes Semester werden soll, hat nach meiner Einschätzung niemand ergründet, es ist quasi als Verständnisfehler passiert (statt Schuljahr halbiert Semester halbiert), und jetzt will keiner den Fehler zugeben.

oblomow II
00
genau das

... haben aber die schwarzen hineingefordert

guzo
101
....und die AHS-Lehrer beFÜRCHTEN

schon wieder.

Es ist schon ein sehr verschrecktes Völkchen.

Liebe AHS-LehrerInnen: Unterrichtet g'scheit, damit die SchülerInnen genug können und wissen, um aufzusteigen, dann sind diese Debatten nicht notwendig.

Die schlechtesten LehrerInnen sind übrigens die mit den meisten Nachprüfungen, da sie augenscheinlich das ganze Jahr über so mies unterrichtet haben, dass derart viele Kinder/Jugendliche das Jahresziel nicht erreichen konnten.

D/E
03
Wir haben es

und es i s t der administrative Supergau.

Aber Sie wissen das sicher besser.

soisteshalt
02
Die schlechtesten LehrerInnen sind übrigens die mit den meisten Nachprüfungen,

Also wenn ich den Kindern das ganze Jahr nichts beibringe, weil ich mich einfach nicht in Griff habe, die Kinder mir auf der Nase herumtanzen aber ich dann (aus Angst bei einer Berufung oder Beschwerde könnte das aufkommen) nur super Noten verteile, dann bin ich der beste Lehrer der Welt, denn ich werde nie eine Nachprüfung haben und meine Schüler haben immer alles 1er?

Nicht ernsthaft oder? Deses Schwarz-Weiß-Denken und darauf hinhauen bringt halt einfach nix.

Es wird sich nix ändern, von der Politik kommt nur heiße Luft und die Lehrer verbarikadieren sich nur immer mehr.

guzo
60
Was Sie da schreiben,

steht nicht in meinem Posting. Das dichten Sie herum.

Ich behaupte lediglich - auch aus Erfahrung, dass LehrerInnen, die viele Nachprüfungen haben, die schlechtesten sind.

goxx
00
Ich behaupte lediglich - auch aus Erfahrung, dass LehrerInnen, die viele Nachprüfungen haben, die schlechtesten sind.

Hahaha, ich mag Ihren Humor!

soisteshalt
02

Was dann? ich habe sie ja nur zitiert.
Wenn man ein wenig grau hineinbringen möchte, könnte man auch solche (nicht seltenen) Fälle mit einbeziehen. Viele Nachprüfungen kann auch heißen:

der Lehrer nimmt die Leistungsbeurteilungsverordnung sehr ernst - was da nämlich zu einer positiven Note drin steht, da können sich viele anschnallen!

Oder das Klassenklima ist nicht das beste, und die Spirale des Runterziehens, nach unten Nivellieren und Leistungsverweigerung wird aber nicht von allen Lehrern mitgetragen.

Oder es gibt überdurchschnittlich viele Schüler in der Klasse, die für den Schultyp absolut nicht geeignet sind (vor allem in der 9. Schulstufe).

Vorher hatte ein "netter" (Definition s.o.) Lehrer die Klasse.

Oder, ....

guzo
40
Blödsinn.

soisteshalt
10
Cooles Argument :)

Weils so lustig ist ihre postings zu bemitleiden, hat mich mein (in die Schule gehende) Sohn auf noch ein paar Ideen gebracht für Gründe für Wiederholungsprüfungen:

Ein Schüler auf Grund persönlicher Probleme (familiär, Scheidung der Eltern, Todesfall, extremen iebeskummer, ...) einfach keine Leistung bringen kann

Ein Schüler wegen langer Krankheit nicht mehr überall nachkommt.

Nach einem Auslandsjahr den Einstieg nicht geschafft.

Einfach ein mieses Jahr hatte.

Eine (pubertäre aber nicht nur) Sinnkrise hat und keine Lust auf Schule und Lernen.

Die Volljährigkeit nicht verkraftet und viel zu viel (selbst entschuldigt) in der Schule fehlt.

Tja, das alles und noch viel mehr sind weitere graue Pünktchen in ihrer schwarz-weißen Welt

guzo
20
Sie wissen volle Bescheid!

Denn solche SchülerInnen sammeln sich, weil sie, wie wir alle wissen, so derart bösartig und feindselig sind, jedes Jahr in den Klassen immer derselben armen Opfer-Lehrer bzw. -Lehrerinnen.

In den Klassen der anderen KollegInnen, die ihre SchülerInnen so unterrichtet haben, dass diese das Jahresziel im Juni erreichen, die demnach nicht nachsitzen bzw. nachprüfen müssen, kommen solche SchülerInnen weltweit überhaupst niemals nicht vor, gell?

Respekt: ur-intelligent, Ihre Argumentation....

soisteshalt
01
Ja, ich sage mal ganz selbstbewußt,

ich kenne mich sehr gut aus. Ich war selbst Schüler, war auch jahrelang Lehrer (AHS und BHS) und habe zwei schulpflichtige Kinder. Dh. ich denke mal, ich kenne viele Seiten der Schulwelt (selbst real und nicht nur gehört oder gelesen).

Ich habe nirgends behauptet, dass es nicht nur an den Schülern liegt.
Aber ihr Posting war derart agressiv gegen Lehrer gerichtet, dass ich einfach viele verschiedene weitere Möglichkeiten aufzeigen wollte, woran es auch liegen könnte.

Und ja, diese Häufungen treten schon auch auf.

Und klar - ich weiß das aus Erfahrung - gibt es schwarze Schaafe, aber das ist ein sehr kleiner Teil, die absolut fehl am Platz sind.
Gegen diese fehlt leider jegliches Instrument - das hat mich immer schon gestört.

guzo
20
Jene, die Sie "immer schon gestört" haben,

diese "schwarzen Schafe", zerstören, während sie Sie "stören", Jahr für Jahr die Zukunft und oftmals gar die Persönlichkeit von jungen Menschen. Und das nenne ich nicht mehr "schwarze Schafe", sondern beinahe kriminell.

Genau da muss es ua. Änderungen geben, etwa bei alten Pragmatisierten mittels Freistellung (von mir aus bei vollem Bezug) bis zum Lebensende oder bei Jüngeren die Kündigung auch von bestehenden Verträgen.

stall
02
schwarze schafe sind wichtig

sonst wissen die weißen nicht, dass sie die guten sind.

D/E
00
Schön, dass Sie es endlich einsehen.

guzo
20
Das vermutete ich schon vorher,

dass von Ihresgleichen nur Blödsinn kommen KANN. Da bedurfte es keiner Einsicht.

D/E
01
Jetzt hamm Sie's mir aber gegeben.

guzo
30
Ach, jetzt erinnere ich mich.

Sie sind ja der schon etwas betagtere Schulmeister, der sich einst in diesem Forum auf Manndecker versuchte.

Schön, dass Sie zurück sind! Hatten Sie auch so schöne Ferien? Gemma's wieda an?

rottentony
00
...

troll wo anders....

guzo
00

Wieso?

Sche
11
Blödsinn

soisteshalt
00
Modulsystem, welches keines ist - wieder nur "österreichische" Lösungen zum Ko****!

Ein wenig das, ein bißerl dies und zum Schluss kommt nur zusammengeflickter Murks heraus ohne Sinn und Ziel! Wenn ein Modulsystem, welches mM. in der Oberstufe sicher sehr sinnvoll umgesetzt werden kann, dann ein richtiges. Modulsystem und Klassenverband wiedersprechen sich. Dann gäbe es auch keine (verkürzte) Diskussion umd Sitzenbleiben mit 1,2,3,4,5.. Fünfer. Grundmodule, die jeder machen muss, Ergänzungs- und Vertiefungsmodule sowie für die Schwächeren zusätzliche Unterstützungsmodule. Dauer je 1 Semester. Ist man Halbzeit negativ -> Unterstützungsmodul. Ist ein Modul am Ende negativ, dann EINE Prüfungswiederholung und ansonsten ist (nur!) das Modul zu wiederholen. Kein Sitzenbleiben mit Mitnahme der Noten (-> totaler Schwachsinn!?)

jana_einsteinova
00

zum organisieren finden sich sicher ein paar supergscheide managerfutzis mit Bakk. abschluss :-D

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