Öl-Pipeline

Nabucco ist für Lobbyist Joschka Fischer im Plan

6. September 2011, 12:41

Doch "Schwierigkeiten" durch deutschen Atomausstieg bei RWE - Ostsee-Pipeline Nord-Stream von Putin eröffnet

ien - Der deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer glaubt trotz des jüngsten Stillstands weiter an eine Realisierung der Nabucco-Gaspipeline, die von den Energiekonzernen RWE und OMV federführend geplant wird. "Ich bin da optimistisch", sagte Fischer am Dienstag in Wien. Der Zeitplan sei "unverändert", betonte der als Lobbyist für den deutschen Energiekonzern tätige frühere Grün-Politiker.

Fischer betonte, dass die Nabucco-Pipeline "für Europa wichtig" sei. Zugleich wies er immer die hartnäckigen Gerüchte, die Pipeline werde keine Gaslieferanten bekommen, als "Propaganda" zurück. "Das Gas ist da, die Lieferverträge sind nicht da", betonte er. Im Jänner hatte er am Rande einer Energiekonferenz in Wien gesagt, die Entscheidung über die Realisierung von Nabucco müsse in den nächsten Monaten fallen.

Dass diese Frist verstrichen ist, erklärt Fischer damit, dass durch den deutschen Atomausstieg "neue Belastungen" auf den Energiekonzern RWE entstanden seien. "Es sind neue Schwierigkeiten aufgetaucht, nicht in der Region, sondern duch den deutschen Atomausstieg und die Bedeutung, die das für das Unternehmen hat", erläuterte er. Ob dies bedeute, dass RWE nun kein Geld mehr für die Realisierung des Nabucco-Projekts habe, woll er aber "so nicht sagen".

Die Nabucco-Pipeline soll Erdgas aus Zentralasien nach Europa bringen und dabei das bisherige Hauptlieferland Russland umgehen. Dieses ist mit dem Konkurrenzprojekt "South Stream" präsent und hat dafür schon Verträge mit allen potenziellen Transitländern in Südosteuropa abgeschlossen. Österreich ist in Sachen Gaspipeline zweigleisig unterwegs, es drängt zwar auf EU-Ebene massiv auf eine Realisierung von Nabucco, will sich aber auch als Transitland an South Stream beteiligt.

Nord-Stream-Pipeline geht derweil "online"

Schneller geht es bei der Ostseepipeline nach Deutschland. Erstmals pumpt Russland durch die Nord-Stream-Pipeline Erdgas unter Umgehung aller Transitländer direkt nach Deutschland. Der russische Regierungschef Wladimir Putin drehte am Dienstag bei Wyborg in der Nähe der finnischen Grenze den Gashahn für das Befüllen der 1.224 Kilometer langen Leitung nach Lubmin bei Greifswald auf. Die mit insgesamt 7,4 Mrd. Euro veranschlagte Pipeline gilt als eines der größten Energieprojekte Europas. Der russische Vizeregierungschef Igor Setschin gab die Kosten am Dienstag mit 8,8 Mrd. Euro an, unter Berücksichtigung "gewisser Zinsen".

An der Zeremonie wollte auch der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder teilnehmen. Schröder hatte das Vorhaben 2005 gemeinsam mit Putin - damals Kremlchef - beschlossen. Er ist inzwischen Vorsitzender des Aktionärsausschusses des russisch-dominierten Betreiberkonsortiums Nord Stream. Deutschland und die ganze EU versprechen sich von der Leitung durch die Ostsee mehr Energiesicherheit. Russland will besonders am wachsenden Energiehunger der EU kräftig verdienen.

Zunächst strömt "technisches Gas" in die Pipeline. Damit wird der nötige Druck aufgebaut. Nach Angaben von Putin wird das erste Gas Ende Oktober, Anfang November in Deutschland ankommen - pünktlich zur Heizperiode. Das Gas stammt von dem russischen Energieriesen Gazprom. (APA)

Kommentar posten
13 Postings
Österreichische Verbrecher Partei !
00
Wer einmal bezahlt hat und der Nehmer ist immer bestechlich und erpressbar. Daher muss Mensdorff Poully von der ÖVP Mafia geschützt werden

Politiker haben keinen Anreiz, Korruption zu bekämpfen. Sie wollen vielmehr gar nichts von dem Thema wissen. Auch das Unrechtsbewusstsein von Politikern ist nicht stark ausgeprägt. Im Gegenteil, manche halten „Provisionen“ für einen legitimen Teil ihres Einkommens. Schüssel hat diese Form der Kriminalität in Österreich salonfähig gemacht. Waren es früher Einzelfälle, bietet sich heute ein Bild „ das ist normal und jeder tut es“ Die bewusste Vermischung des Begriffs Korruption mit Lobbyismus war das Meisterstück dieser Mafiosi!
Der Missbrauch einer Vertrauensstellung in einer Funktion in Verwaltung, Justiz, Wirtschaft oder Politik muss wie Einbruch, Diebstahl und Raub in Österreich endlich strafbar werden!!

blauwal
 
00
war das nicht

der war mal der beliebteste politiker deutschlands. wie ist es dazu gekommen? man sollte doch die rolle der medien hinterfragen, die solche schmähonkels u. phrasendrescher in den himmel heben ? und genau deswegen funktioniert die demokratie nicht. schaumschläger gewinnen immer gegen vernünftige realitätsbezogene politiker.

sultan8
00
es ist vollkommen gleichgültig

welcher politischen partei jemand angehört. er/sie arbeiten alle für die gleichen drahtzieher.
wahlen ändern nichts....denn würden sie das tun wären sie verboten.

Gerhard Grabner
03
Der Fischer ist heute genau das...

..wogegen er früher einmal rebelliert hat!

Philip J. Fry
01
...

ab herbst wird schon geliefert? wow, wie die zeit vergeht!

mike sierra
03
LOBBYIST Joschka Fischer

Peter Pilz, bitte aufklären,
... wieviel von dem Geld als Schmiergeld bei diversen Endabnehmern landet!!!

austria_traveller
06
Ein Grüner ist Lobbyist für einen Ölkonzern

Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen

Kontrahent1
00
Lesen Sie:

'Zahltag, Junker Joschka' von Jutta Dittfurth, dann wundern Sie sich nicht mehr.

Wotra
01
Joschka Fischer Lobbyist?

Mehr zum Thema: http://www.youtube.com/watch?v=vGeLYQzDgEY

armin delmenhorst
 
16
Schröder bei den Russen

und der grüne Ungar ist ihm in die Branche gefolgt, nachdem sie die sozial Schwachen in Deutschland noch mit Harz IV beglückt haben. Widerliches Pack.

Hoffe doch nicht, unsere Grünen nehmen sich ein Beispiel an denen. Infrage kämen ohnehin nur Kompetente wie Dr. Pilz oder Herr Kogler. Bei Glaschwischnigg & Lunacek würde wohl niemand nachfragen. Die sind wirklich für die W.......

Die VP tut sich hier leichter, Wolfi arbeitet bekanntlich auch für den Atomkonzern. Und für die nichtsnutzigen Sozen erwärmt sich ein Bauherr nachdem Frank die Lust verlor. Sie sollen angeblich mit Diktatoren gut können. Wann dürfen wir hier wieder mit einem Interview mit ihm rechnen? Bereits wieder eine halbe Woche her, dass wir seine Weisheiten lesen durften.

NoComment
01

einer, der mal ein grüner war,...
wäre die korrekte bezeichnung.

NONE
00

Wie kannst du das eine vom anderen bitte trennen?

Ohne die politische Karriere wäre er niemals ein Lobbyist geworden.

NoComment
00

falsche schlussfolgerung. wenn sie die als argument für ihre meinung einsetzen wollen dann wäre die feststellung, dass joschka fischer lobbyist geworden ist WEIL er grüner politiker war, und ich kenn genügend grüne politiker die nicht lobbyisten geworden sind.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.