Schlafendes Gehirn registriert Außenreize im Sekundentakt

  • Bereits vor einigen Jahren hat Manuel Schabus vom Fachbereich 
Psychologie der Universität Salzburg gemeinsam mit Kollegen vom 
Cyclotron Research Center in Lüttich herausgefunden, dass das Gehirn im 
Leichtschlaf wesentlich aktiver ist als gedacht.
    foto: apa/helmut fohringer

    Bereits vor einigen Jahren hat Manuel Schabus vom Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg gemeinsam mit Kollegen vom Cyclotron Research Center in Lüttich herausgefunden, dass das Gehirn im Leichtschlaf wesentlich aktiver ist als gedacht.

Bisher ging man davon aus, dass das Gehirn in der Non-REM-Phase nicht auf äußere Reize reagiert

Wien/Salzburg (APA) - Das menschliche Gehirn reagiert in Leicht- und Tiefschlafphasen, in der Fachsprache Non-REM-Schlaf genannt, von Sekunde zu Sekunde völlig unterschiedlich auf Außenreize.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie belgischer und österreichischer Wissenschafter, die in der Wissenschaftszeitschrift "PNAS" veröffentlicht wurde. In dem Versuch wurden Schlafenden Töne vorgespielt und gleichzeitig mit Elektroenzephalogramm (EEG) und Kernspintomographen (MRT) die Gehirnaktivitäten gemessen.

Zwei Schlafphasen

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Schlafphasen: den REM-Schlaf, benannt nach den raschen Augenbewegungen in diesem Stadium, in dem primär geträumt wird, und den Non-REM-Schlaf, bei dem sich wiederum Leicht- und Tiefschlafphasen abwechseln.

Bereits vor einigen Jahren hat Manuel Schabus vom Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg gemeinsam mit Kollegen vom Cyclotron Research Center in Lüttich herausgefunden, dass das Gehirn im Leichtschlaf wesentlich aktiver ist als gedacht.

Dennoch ging man bisher davon aus, dass das Gehirn in der Non-REM-Phase nicht auf äußere Reize reagiert. Das Problem dabei war allerdings, dass die alten Untersuchungsmethoden nur eingeschränkt sensibel waren. "Durch die Verwendung spezieller Elektroden und EEG-Verstärkern konnten wir nun im Sekundentakt gleichzeitig EEG ableiten und die Durchblutung von Hirnregionen im MRT beobachten", so Schabus.

Mikroereignisse "Schlafspindeln"

Und dabei zeigte sich, dass die Reaktion des Gehirns auf Außenreize davon abhängt, was gerade im Schlaf spontan passiert. Eine zentrale Rolle dabei spielen sogenannte Schlafspindeln. Das sind Mikroereignisse, die periodisch im Schlaf vorkommen und rund eine Sekunde lang andauern", so Schabus.

Wenn eine solche Schlafspindel - benannt nach dem spindelförmigen Muster im EEG - auftritt, ist das Gehirn völlig für Außeninformationen blockiert, im Versuch löste ein zufällig zu dieser Zeit auftretender Ton daher keine Gehirnaktivität aus. Ertönt das Signal dagegen nur Sekundenbruchteile früher, zeigt sich eine ähnliche Gehirnantwort wie im Wachzustand.

Wahrnehmung der Umwelt vom Gehirn vorgegeben

"Die Reaktion des Gehirns ist wirklich von Sekunde zu Sekunde unterschiedlich und es hängt davon ab, ob das Spindelmuster gerade vorherrscht oder nicht", so der Wissenschafter. Das bedeute aber auch, dass unsere Wahrnehmung der Umwelt vom Gehirn vorgegeben wird. Während der Schlafspindeln ist das Gehirn völlig blockiert für Außeninformation. Man geht davon aus, dass es in dieser Zeit mit sich selber beschäftigt ist und neue Informationen abspeichert oder ins Gedächtnis integriert. (APA)

Share if you care
8 Postings
"Grundsätzlich unterscheidet man zwei Schlafphasen" - so ein Schwachsinn !

Das ist kein Schwachsinn..

..das ist einfach eine willkürliche Einteilung.

Es gibt grundsätzlich 2 Schlafphasen.. Non-REM-Phasen und Rem-Phasen.

Es gibt auch grundsätzlich 2 Arten von Farben.. blaue und nicht-blaue Farben.

Es ist also kein Schwachsinn, sondern einfach auf den Kontext bezogen, und in dem hat's sehr wohl Sinn.

jep stimmt so gar nicht, aber naja!

"wesentlich aktiver ist als gedacht" - von wem ?

Dieses Gefasel kann doch keine "Qualitätszeitung" abdrucken !

Dieses Gefasel kann doch keine "Qualitätszeitung" abdrucken !

drum stehts ja auch hier und nicht anderswo :P

Leider ist Information aber ein Grundnahrungsmittel.

"Bisher ging man davon aus, dass das Gehirn in der Non-REM-Phase nicht auf äußere Reize reagiert"

nein

Schlecht geschlafen?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.