Umfrage

Lehrlingssuche für Wirtschaft immer schwieriger

6. September 2011, 11:34
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    apa-foto: hans klaus techt

    Die Wirtschaft befürchtet, dass es im nächsten halben Jahr um 90.000 Lehrlinge zu wenig gibt.

market-Umfrage: Fachkräftemangel besonders bei größeren Betrieben

Wien - Die österreichischen Unternehmen fürchten, als erste die Rechnung für den demografischen Rückgang präsentiert zu bekommen. Sie rechnen damit, dass die Suche nach Facharbeitern im allgemeinen und Lehrlingen im speziellen in den kommenden Jahren immer härter wird. In einer neuen Umfrage unter Arbeitgebern geben 70 Prozent der Befragten an, Schwierigkeiten beim Finden geeigneter Mitarbeiter zu haben.

Die im Juli/August durchgeführte Umfrage des Linzer market-Instituts beruht auf einer bemerkenswert optimistischen Einschätzung der Betriebe zur kurzfristigen Konjunktur-Entwicklung: Auf alle österreichischen Arbeitgeber hochgerechnet, würden die Angaben der Befragten in den nächsten sechs Monaten auf 150.000 fehlende Mitarbeiter hinauslaufen, darunter etwa 90.000 Lehrlinge bzw. Personen mit Lehrabschluss. Auftraggeber der Umfrage ist die Wirtschaftskammer (WKÖ).

Die vom Arbeitsmarkt nicht abgedeckte Lücke an Fachkräften beträgt in den nächsten sechs Monaten 20.000 bis 30.000 Personen, schätzt die Wirtschaftskammer auf Basis eigener Berechnungen. Die in der "market"-Studie genannten 150.000 Menschen, die im nächsten halben Jahr benötigt werden, sind hochgerechnete fehlende Mitarbeiter, die größtenteils vom vorhandenen Arbeitskräfteangebot abgedeckt werden können, stellte Rolf Gleißner, Sozialpolitik-Exoerte der Wirtschaftskammer am Dienstagnachmittag klar.

Nach der Umrechnung auf Basis der market-Umfrage werden brutto 91.000 Arbeitskräfte mit Lehrabschluss und Lehrlinge gebraucht, 24.000 Hilfskräfte sowie zusammen 37.000 Uni-Absolventen, Maturanten und Arbeitskräfte mit Lehrabschluss und Zusatzausbildungen.

"Fachkräfte vorzeitig in Pension"

Früher habe man bei der Personalsuche primär nach guten Vertriebsleuten Ausschau gehalten, "jetzt ist das Thema geeignete Mitarbeiter/Qualifikation in den Vordergrund gerückt", sagte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl bei der Präsentation der Umfrage am Montagabend. "Es ist eine Perversität ersten Ranges, einerseits unter einem Fachkräftemangel zu leiden, aber gleichzeitig zuzuschauen, wie Fachkräfte vorzeitig in Pension gehen." Es handelt sich beim Fachkräftemangel aber nicht um ein exklusiv österreichisches, sondern um ein "weltweites Problem", wird zugegeben.

Als kurzfristigen Lösungsansatz will die Kammer den Verbleib älterer Arbeitskräfte im Arbeitsleben mit Prämien für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gefördert sehen. Länderfristig sollen Ausbildungsreformen, die Aufwertung der Lehre, eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen, qualifizierte Migration und neue Vorschriften am Arbeitsmarkt helfen.

Zu geringe fachliche Qualifikationen

57 Prozent der von "market" Befragten glauben, dass die Suche nach geeigneten Mitarbeitern in den kommenden Monaten schwieriger wird, nur 27 Prozent sagen das Gegenteil. Je größer das Unternehmen, desto stärker ist die Neigung, Mitarbeiter einzustellen und desto stärker wird die Mitarbeitersuche als Herausforderung empfunden, sagte market-Chef Werner Beutelmeyer (Schwellenwert für "größere Betriebe": 20 Mitarbeiter).

Als größte Probleme bei der Suche nach Arbeitskräften nennen die Arbeitgeber zu geringe fachliche Qualifikationen (59 Prozent) und mangelnde Motivation (61 Prozent). Zu hohe Lohnvorstellungen werden nicht als vordringliches Problem gesehen. Bei den Lehrlingen bemängeln relative Mehrheiten einen zu geringen Leistungswillen, mangelnde Umgangsformen sowie den Umstand, dass es "den Bewerbern an Grundkenntnissen wie Lesen, Rechnen und Schreiben fehlt".

Sinkende Geburtenzahlen

Demografischer Hintergrund ist das Sinken der Geburtenzahl zwischen 1993 und 2001 um rund 20 Prozent. 2008 gab es im Land noch knapp 100.000 15-Jährige, bis 2016 erwartet man hier einen Rückgang auf 85.000. Dazu kommt, dass die Wirtschaft fürchtet, den Wettbewerb um die jungen Leute zu verlieren, wie Leitl am Montag sagte. Wenn die Besten in (nicht berufsbildende) Höhere Schulen gingen und andere die Lehre bei "klingenden Namen" in der Industrie machten, "bleibt für den breiten Mittelstand nur wenig über".

Die Lehrlingsentschädigungen müssten sich dieser Entwicklung anpassen und seien in den vergangenen Jahren auch schon deutlicher gestiegen: "Der Tag wird kommen, an dem man Burschen ein Motorrad schenken muss, dass sie in den Betrieb kommen." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 43
1 2
randolf
00
4.11.2011, 11:03
Ja ja

"geben 70 Prozent der Befragten an, Schwierigkeiten beim Finden geeigneter Mitarbeiter zu haben."

weil der ideale Mitarbeiter kommt "gratis" ausgeliehen vom AMS verfügt über 25 Jahre Berufserfahrung und ist idealerweise maximal 20 Jahre alt, hat keinerlei gewerkschaftliche Ambitionen, macht gerne Überstunden(weil er für die Arbeit lebt)auch am Wochenende, überhaupt unterbricht er die Arbeit nur für 3 Stunden am Tag zum Schlafen, und kann problemlos, wenn er in die nächste Gehaltsstufe rutschen würde, durch einen neuen ersetzt werden...

hab ich was vergessen?
Das die Firmen die Leute einstellen sollte die zur Verfügung stehen, und auch anständige Löhne zahlen sollten steht natürlich nicht zur Debatte...
gehts der Wirtschaft bla bla..

NANANANANANANANA BATMAN
00
3.10.2011, 01:10
metallberufe

kärnten.

wer einen hat kann sich freuen...

Aracni Santini
01
Hausgemacht und mann kann billige Kräfte aus dem Ausland holen

Der Facharbeitermangel ist hausgemacht. Daher kann man immer wieder billigere ausländische Leute holen... In Deutschland werden die selben Märchen veröffentlicht... dient nur dem Lohndumping... Wer begibt sich mit Familie schon freiwillig in so eine unsichere Lohnkultur?

wurm83
 
00
3.10.2011, 10:43
??

ich denke sie verwechseln hier ganz stark den facharbeiter und den hilfsarbeiter...

facharbeiter waren nie durch den zuzug ausländischer arbeitskräfte bedroht...wenn dann überhaupt nur im baugewerbe und selbst dort denke ich, dass mehr als 90% der ausländischen arbeitskräfte hilfsarbeiter sind.

ist euch eigentlich klar, dass der facharbeiter einfach nur ein neuer ausdruck für geselle bzw. meister ist? das sind hochqualifizierte arbeitskräfte, die haben keine angst vor konkurenz aus dem ausland...

Feuergeist
 
00
10.10.2011, 14:58
Aus dem Ausland nicht, aber

der technische Lehrberuf wird durch die "Notwendigkeit" eines Ing.-Titels zunehmend entwertet. Ich arbeite in der Nutzfahrzeugbranche. Was vor 10-15 Jahren noch ein Meister konnte/durfte bedarf heute eines Ingeneurs.
Künstlich geschaffene Posten um die HTL-Absolventen unterzubringen.
Der Anteil an "Häuptlingen" im Verhältniss zu "Indianern" wird immer schlimmer.

Aracni Santini
01
oder man hat Verantwortung für Leute, mit denen man nicht sprechen kann...

Aracni Santini
01
Wer will schon Arbeiter sein?

Da ist man doch rechtlich die letzte S.... hat weniger Ansprüche als Angestellte... Wenn man jedoch die Tätigkeit von einer Sekretärin, Sachbearbeiter mit dem eines Facharbeiters vergleicht fragt man sich schon warum...

wurm83
 
00
3.10.2011, 10:38
unqualifizierte Antwort...

wer keine Ahnung hat solls bleiben lassen, FachARBEITER ist eine qualifikation und hat im prinzip nichts mit damit zu tun ob du arbeiter oder angestellter bist...

ich wurde nach meiner lehre sofort ins angestellten verhältniss übernommen und war damit keinen einzigen facharbeiter arbeitstag meines lebens arbeiter sondern immer nur "angestellter facharbeiter".

ingeniosus
00
....nun ja, warum überrascht?

Wir haben doch auch Jugendarbeitslosigkeit und viele ältere Arbeitnehmer, die oft langzeitarbeitslos werden.

Es liegt nur am Wollen!

Das Problem ist überzogen.

Victoria Karl
 
00
28.9.2011, 22:11
nope!

Meine kleine Schwester ist nunmehr seit 3 Jahren auf der Suche nach einem Job! Täglich!

Inzwischen schon nicht mal mehr nach einer Lehre, sondern nur irgendein Job!

Doch allein Aufgrund der Tatsache das Sie inzwischen seit über 36 Monaten keinen Arbeitsplatz hatte und auch vom AMS nicht in Kurse gesteckt wurde ist ein Grund für viele Betriebe sie von vorn herrein abzulehen. Denn sie kann ja nicht Motiviert sein sonst hätte Sie inzwischen was gefunden.

Sie hat vor einem Jahr in der HAK Abendschule begonnen doch kann sich ohne irgendeinen Job nun die weiterfinanzierung nicht leisten.

Nur wollen, ist es nicht. Wenn man von Unternehmern nicht einmal die Chance bekommt sich einem Vorzustellen.

Das ist etwas einseitig betrachtet.

Maria Lankowitz
00
manches (image)problem ist selbstgemacht:

http://www.kleinezeitung.at/allgemein... nden.story

maimai
00
"Der Tag wird kommen, an dem man Burschen ein Motorrad schenken muss, dass sie in den Betrieb kommen."

Bitte nicht, das muss dann auch der Steuerzahler übernehmen?
Schließlich "will die Kammer den Verbleib älterer Arbeitskräfte im Arbeitsleben mit Prämien für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gefördert sehen. "
Und ich dachte immer Angebot/Nachfrage bewirkt, dass die Arbeitgeber von selber mehr Lohn zahlen müssen. So kann man sich irren...

notanickname
01

da werden sämtliche bildungseinrichtungen in diesem land kaputtgespart.... und dann ists auf einmal eine große überraschung, wenn der nachwuchs immer blöder wird ??

Wolfgang56
07
Es liegt an den Unternehmen den Fachkräftemangel zu beseitigen!

Jahrelang wurden qualifizierte Fachkräfte, zu alt, zu teuer, etc., aus den Unternehmen gedrängt. Bei Neueinstellungen landeten die Unterlagen älterer Bewerber im Papierkorb, da nur jung, dynamisch und billig, etc., eine Jobchance hat. Was hindert ein Unternehmen eigentlich daran, eine ältere qualifizierte Arbeitskraft mit entsprechender Bezahlung einzustellen? Oder eine nicht 100%tige qualifizierte Arbeitskraft, innerbebetrieblich zur Qualifikation heranzuführen? Im Grunde genommen nichts! Daher, denkt`s vorher einmal nach ihr Unternehmer, Personalchefs, etc., wie ihr bisher mit den Mitarbeitern umgegangen seid (heuern und feuern) und hörts mit dem blöden Gejammer nach Arbeitskräften auf!

Schemieschenie
42
naja

vielleicht hängt dass auch damit zusammen, dass wir jedem der seinen Namen ansatzweise richtig buchstabieren kann die Matura rumhängen und die sich dann aber meist auf ein Pädagogik, Psychologie, Politwissenschaft, Architektur, Literatur, Internationale Entwicklung oder Sport-Studium stürzen - Studien die zwar sicher interessant, aber offenkundig nicht allzu schwer und mit nicht zu viel Aufwand verbunden sind - Geschweige davon, dass sie für die Wirtschaft natürlich ohne jegliches Interesse sind

woody999
08
die wirtschaft will billige qualifizierte facharbeiter, aber die soll wer anderer ausbilden

bei kleinen betrieben versteh ich das problem noch, aber sicher nicht bei großbetrieben

es ist wie im tourismus: schlechte arbeitsplätze und schlechte bezahlung ziehen sicher keine arbeitskräfte an

triebstrü
 
01
Plausibiltätschecks.

Als Plausibilitätscheck könnte man doch eine Umfrage unter Lehrstellensuchenden machen, mit der Fragestellung, wie leicht oder schwer sie eine geeignete Lehrstelle finden.

Und die beiden Umfragen einander gegenüberstellen.

Das wäre dann so was abseitiges wie Qualitätsjournalismus.

konichiwa
 
01

Man könnte zb. auch die Berufsschule verlängern, denn ob ich jetzt nur 8 oder 6 Monate pro Jahr zusammenkehre oder Jausen holen gehe für die anderen, macht das Kraut auch nicht mehr fett.

schaut schlecht aus
 
07
Imageproblem

die Lehre hat halt leider auch ein Imageproblem.
Wer nach der Pflichtschule eine Lehre macht wird von seinen Alterskollegen die weiter in die Schule gehen meist nur milde belächelt.
Zusätzlich werden Lehrlinge gerne als billige Arbeitkraft missbraucht, sprich nicht ordentlich ausgebildet und dann hinterher als unqualifziert abgestempelt.
Außerdem ist man als Arbeiter meist ohnehin "Zweitklassig", Schulabgänger, mögen sie auch noch so schwach sein stehen immer über den Arbeitern.
Ich würde heute eigentlich keinem und schon gar nicht meinem Nachwuchs zu einer Lehre raten.

Waldorf
 
02

Mag sein, aber ich bin bis jetzt immer gut damit gefahren. Lehre zum Nachrichtentechniker bei einem namhaften Konzern gemacht, ständig Firmeninterne, oder privat externe Schulungsangebote wahr genommen. Im Schnitt so 2-3 Wochen im Jahr, und mittlerweile eher im Bereich IT (Programmierung, Projektleitung, Kundenbetreuung) tätig.

Mit einem Bruttogehalt, je nach Arbeitsleistung zw. 3000 und 4000€ komme ich gut über die Runden, und bin mmn ein wichtiger Mitarbeiter in dem Betrieb für welchen ich tätig bin.

Würde mehr Leuten empfehlen auf ein Studium zu verzichten, und sich mit Fleiß und Einsatz als Facharbeiter zu verdingen. Je nach Firmenstruktur und Fleiß, sind auch so durchaus Aufstiegschancen vorhanden.

Rosa Stahl
02

in Wien ist das sicher so. Ausserhalb habe ich andere Erfahrungen gemacht. Ein guter Elektriker, Maurer, Installateuer, Schlosser usw. zählen was. Gerade in Gebieten, wo noch selbst viel gebaut und gearbeitet wird. Oft sind es gerade die Handwerker, die, wenn sie gut sind, in ländlichen Gebieten Arbeit finden, derweil die Schulabgänger in die Stadt flüchten.

MrNO
01

Da gebe ich ihnen Recht!
Als guter Handwerker verdient man (oft) mehr als ein Akademiker.

ingeniosus
00
..studieren zahlt sich sowieso heute nicht mehr aus....

...seit die Studienzeit bei der Pensionsberechnung nicht mehr angerechnet wird, ist studieren ein echtes Verlustgeschäft!

beos
00

Kannst du so pauschal nicht sagen. Von Kindern aus dem Bildungsbürgertum wird Uni quasi erwartet und idR auch finanziell unterstützt, genauso bei Aufsteigern. Der Rest arbeitet halt nebenbei. (Bzw. "ernsthaft" nicht für den CV in der Firma vom Onkel)

Glaub mir da ist vieles Propaganda über die armen Studenten. Schau mal wie viele Stimmen die Sozialisten bei der ÖH Wahl haben und die AG andererseits. Es zeigt sich auch sehr gut die unterschiedliche soziale Durchmischung zwischen Uni und FH. Besonders in Salzburg und IBK habe ich es als besonders auffällig empfunden, wie vielen das finanzielle fast egal war. Wobei ich mich nur auf Rechts und Sowi beziehe.

MrNO
00

Bei bestimmten Studien zahlt es sich schon noch aus! Im technischen Bereich steigt man mit relativ guten Gehälter ein.
Man darf natürlich nicht mit einem Arbeiter vergleichen, welcher vl. in einem Schichtmodell arbeitet!

Jedoch muss es auch Personen geben, welche studieren, da diese im technischen Bereich (meiner Meinung nach) auch nachhaltig Jobs sichern.

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