Wehrpflicht-Abschaffung

Darabos plant seine Pilotversuche schon 2012

6. September 2011, 11:41
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    fotos: apn/dapd (montage)

    Verteidigungsminister Darabos will seine Reform durchbringen - auch mit Hinweis aufs deutsche Vorbild.

SPÖ-Minister auf Besuch bei "deutschen Freunden": Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland gelinge gut

Wien - Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) sieht seine bevorstehende Reise nach Deutschland als Möglichkeit, Erfahrungen über das Aussetzen der Wehrpflicht im Nachbarland zu sammeln. Seiner Ansicht nach ist die Umstellung jedenfalls besser gelungen, als dies die veröffentlichte Meinung darstelle. Es gebe in Deutschland genügend Freiwillige.

Darabos sieht das deutsche Vorgehen beim Aussetzen der Wehrpflicht durchaus als Vorbild für Österreich an. Auch wenn man nur Anleihen daran nehmen wolle. Dass das Freiwilligenheer auch in Österreich funktionieren würde, ist der Minister überzeugt. So ist er auch zuversichtlich, dass das von ihm per Ministerweisung gestartete Pilotprojekt erfolgreich sein werde. Eine Einigung mit der ÖVP erzielte er immerhin: Der Ministerrat beschloss am Dienstag die Entsendung von 160 Soldaten in den Libanon.

Darabos hat Generalstab beauftragt

Dass sich die ÖVP über seinen Pilotversuch empört, sieht Darabos als unbegründet an. Dieser liege einzig in seiner Kompetenz als Verteidigungsminister. Er mische sich auch nicht, wenn etwa die Innenministerin bei den Polizeiinspektionen etwas neu regeln wollte.

Darabos will schon im kommenden Jahr Pilotversuche zur Abschaffung der Wehrpflicht starten. Er hat den Generalstab mit der entsprechenden Planung beauftragt, teilte das Ministerium in einer Aussendung mit. Diese soll bis Ende September abgeschlossen sein. Letzte Woche hatte es noch geheißen, dass die Pilotversuche nur dann stattfinden, wenn es mit der ÖVP zu keiner Einigung in Sachen Wehrpflicht kommt. Nun sollen sie fix 2012 starten. Eine Einigung mit der ÖVP zeichne sich ohnehin nicht ab, argumentiert man im Büro des Verteidigungsministers.

Die geplanten Pilotversuche beinhalten drei Punkte:

  • ein neues Prämiensystem für die Miliz
  • ein probeweises Betreiben militärischer Liegenschaften und Einheiten ohne Systemerhalter (= in diesen Fällen Grundwehrdiener)
  • die Aufstellung eines "Musterverbandes", der ausschließlich aus Berufs- und Zeitsoldaten bestehen soll

Kritik von ÖVP

Scharfe Kritik an dem mit dem Koalitionspartner nicht koordinierten Vorgehen von Darabos hat  Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) geübt. Sie habe den Eindruck, dass Darabos und die SPÖ "nicht an einer Reform des Bundesheeres interessiert" seien und "die Sicherheit des Landes dem Populismus und der Parteipolitik opfern", sagte Mikl-Leitner. Mitte September gebe es nach langer Zeit wieder einen Gesprächstermin mit Darabos. "Andere mögen die Konfrontation suchen, ich suche die Zusammenarbeit", so die Innenministerin. (APA)

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Ritter von Beerlauch
01
3.12.2011, 20:59

Ein Berufsheer das in Zukunft vielleicht von FPölern unterwandert wird, in einem Europa das immer autoritärer wird. Na dann gute Nacht Österreich

Prof. Alois
 
01
Hihi, einmal was Neues

Ein Minister im Standard vorteilhaft fotografiert.

Die K acke wird am Dampfen sein, rat ich mal.

denke
11

Außerdem gefährdet es die Sicherheit, wenn Personen, die im Ernstfall nicht bereit wären an der Verteidigung des Staates mitzuwirken an den Schaltstellen der Macht(Parlament, Regierung, wirtschaftliche Leistungsfunktion) sitzen.
Manche sogar als Innenminister.

ceiberweiber.at
41
womit rechnen sie?

einem angriff der panzerflotte liechtensteins?

No Panama!
00
4.12.2011, 12:10

Aber bei Blackhawk mitfliegen hat Ihnen dann doch gefallen, oder? War das ein Flug nur so oder wurden da Lawinenopfer ausgeflogen?

denke
03

Nein. Aber dem Szenario das die EU aufgrund der Krise in 10 Jahren nicht mehr existiert und es im Zuge des Zerfalls zu Bedrohungen kommt, gäbe ich eine Wahrscheinlichkeit von mindestens 1%.
Womit es nicht außer Acht gelassen werden kann.

Mike 23
02
Mit einem Erstarken der Rechten in

Ungarn und damit einer instabileren Situation in unseren Nachbarländern.
Ach nein!
In Ungarn gibt es doch keine Rechten.

Also bleiben wir lieber bei der Panzerflotte Liechtensteins. Das ist so super unrealistisch.
Michael

ceiberweiber.at
41
dass ungarn

in der eu und in der nato ist, haben sie vergessen?
das bedeutet übrigens auch, dass ungarn von nato und eu zur ordnung gerufen werden kann, wenn zb minderheitenrechte verletzt werden (auch die prinzipien der nato sind mehr als kollektive selbstverteidigung)

Ritter von Beerlauch
02
3.12.2011, 20:44

Türkei und Griechenland, beide in der NATO waren in den letzten Jahren schon öfters am Rande eines Krieges!

Mike 23
11
Wie sehen Sie z.B. die

Minderheitenrechte in der Tuerkei umgesetzt, welche vor kurzem Angriffe gegen den Irak durchgefuehrt hat und ebenfalls bei der NATO ist.

In Ungarn sind die ungarischen Garden zwar verboten, aber immer noch aktiv.
Wir in Oesterreich rufen auch sonst immer "wehret den Anfaengen". Aber anscheinend es uns nichts kostet und wir dafuer nichts anderes tun muessen, als ein bisserl Fahnenschwingend, Pfeifen trillernd und Kerzen haltend durch ein paar Strassen zu ziehen.

Ich hoffe, dass mein Szenario auch in den naechsten 50 Jahren unrealistisch bleibt. Aber die Hoffnung alleine reicht in meinen Augen nicht, um sich gesellschaftlich unverantwortlich zu verhalten.
Michael

Heavyweather
30

Ja...Ungarn wird dann sicher Österreich angreifen....seeeeeehr realistisch.
Und weiter? dann ist Deutschland oder Italien an der Reihe?

denke
03

Nicht unbedingt direkt angreifen. (Aber wer kann schon sagen was in 10 Jahren ist)
Aber das es zu Guerilla-Tätigkeit (Burgenland zurückholen) oder zur Notwendigkeit von Assistenzeinsätzen aufgrund großer Flüchtlingsströme kommt ist durchaus möglich.
Man muss verstehen:
Es ist sehr unwahrscheinlich. Aber nicht unwahrscheinlich genug sich die Reaktionsfähigkeit darauf zu nehmen.
Im Prinzip kann der Entfall der Reaktionsfähigkeit sogar Ermunterung und damit Auslöser von Bedrohungen sein.

Peter Hammer 06
00
Burgenland? Ungarische Garde und Jobbik! ...

...Anfang Oktober 2010 waren die schon da, in OBERWART. Vorm Kriegerdenkmal, Wache haltend, Gewehre mit Seitengewehr umgehängt.
NEM NEM SOHA nach fast 90 Jahren.

Wo war das Innenministerium, wo war da die örtliche Polizei? Hat Frau Mitzi geschlafen? Der Polizeichef im Urlaub? Muss nicht bei Veranstaltungen dieser Art und dieser Grösse Polizei anwesend sein?

dermartino
16

Wenn der Norbert sagt, dass es in D so gut funktioniert, dann muss es wohl stimmen.

De Maizière hat seinem eigenen Parteifreund sicher völlig grundlos vernichtende Kritik ausgesprochen. Die Bundeswehr wurde unter Guttenberg zum Scherbenhaufen, Darabos macht es ihm nach.

ceiberweiber.at
50
er sieht es sich ja jetzt direkt an

also sollten sie abwarten, was darabos vom besuch in deutschland mitbringt, er wird sicher nicht verschweigen, wo es nicht so gut klappt.

Bartzwirbler
04
Er sieht nur was er sehen will

Das hat mit der Realität nicht immer viel zu tun.
Unsere Politgranden sind großteils von diesem Schlag der Realitätsverweigerer. Bis dann die beinharte Wirklichkeit zuschlägt sind sie leider nicht mehr im Amt und wenn dann schleichen sie sich still und heimlich (siehe Schüssel). Der nächste Verteidigungsminister muss dann das Unvermögen seines Vorgängers ausbaden.

Prof. Alois
 
03
Beim Schüssel stimmt es nicht

Der ist aus freien Stücken zurückgetreten. Was bei uns nie ein Politiker macht.

Schüssel hat Anstand bewiesen. Nur weil das bei uns so selten ist in der Politi k, ist es noch nicht undenkbar.

Lazarus Long
05
Genau, weil der Norbi ja in Sachen Berufsheer immer sooo

ehrlich war.
Ich hab mal scharf nachgedacht, bisher ist mir noch kein einziges Beispiel eingefallen, wo er hier die Wahrheit gesagt hätte.

bully bullson
05
...wäre er ehrlich, müsste er sich nach dem Deutschlandbesuch vor laufen Kameras selbst geisseln und sich beim Volk entschuldigen

Heavyweather
30

Wofür soll er sich entschuldigen? Das er den armen Kindern das Heer ersparen möchte?
Sollen doch die Pensionisten zum Zivildienst gezwunden werden...die haben Zeit und auch das Geld um diese Zeit aus zu sitzen. Es gibt auch genug davon. 3 Pensionisten und Innen (ohne Geschlechtsdiskriminierung bitte) statt einem jungen Mann.

ceiberweiber.at
30
im gegenteil

siehe http://kurier.at/nachricht... 149568.php

zitate:

Wenn Manfred Schlenker seine Mitarbeiter am Festnetz im Büro anruft und sie heben sofort ab, dann weiß der General: Es gibt ein Problem.
"Die dürfen nicht im Büro sitzen, die müssen ständig unterwegs sein. Auf Zeltfesten, in Schulen, mitunter auch an den Wochenenden. Ich darf meine Männer nicht an ihren Schreibtischen erreichen - außer, ich melde mich vorher an", sagt Schlenker (Chef des Personalamtes der Bundeswehr).

Was Darabos die Soldaten in der ehemaligen NVA-Kaserne erzählen, ist Balsam auf seine Wunden. "Die Bundeswehr zeigt, was mit professionellem Marketing möglich ist. Da haben wir sicher noch Luft nach oben und können uns das eine oder andere abschauen."

Prof. Alois
 
13
Ist Ihnen schon einmal die Idee gekommen

dass alle Freiwilligen Deutschlands, ich betone: alle! noch Kinder der Wehrpflicht sind?
Die wurden alle einberufen und haben sich weiterverpflichtet. Spannend wird es, wenn es um Leute geht, die nie durch Wehrdienst in Kontakt mit Militär kamen.
Strengen Sie Ihren Geistesapparat an: Was für Menschen schätzen Sie als "natürlich" militäraffin ein?

Genau: Da wird der rechte Rand bewaffnet. Das hat politisch wenig wünschenswerte Folgen. Es führt übrdies zu schlechtem Militär, weil die meistens deppert sind. Große Klappe macht nicht den guten Soldaten.

Alles Erfahrungen aller Berufsarmeen Europas. Warum diesen Unsinn nachhüpfen?

Peter Hammer 06
50
"Große >Klappe< macht noch nicht den guten Soldaten..."

...wie haben Sie es dann bis zum Hauptmann der Reserve gebracht?

Prof. Alois
 
05
Ich habe nie behauptet ein guter Offizier gewesen zu sein

Aber eine große K lappe hatte ich nie. Ich war immer einer der nachdenklichen. Nicht wenige Dispute mit den blau angehauchten deshalb verloren. Und hab mich immer heftig geärgert, dass die sozialdemokratischen Offiziere sowieso immer die Klappe hielten.

Ich habe eine genau Vorstellung, wem man das Heer jetzt überlässt. Für einen geschichtsbewussten Österreicher wie mich völlig inakzeptabel.

Prof. Alois
 
12
Und wenn er dann auch gleich nach Schweden fährt

dann müsste er der Selbstgeißelung den Sprung vom höchsten Turm der Roßauer Kaserne folgen lassen.

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