Behörden kündigen Datenschutz-Prüfung bei Facebook an

Europäischer Firmensitz soll danach durchleuchtet werden, wie mit Nutzerdaten umgegangen wird

Nachdem eine Gruppe österreichischer Studenten mehrere Anzeigen gegen die europäische Hauptquartier von Facebook in Irland eingebracht haben, steht dem Unternehmen nun eine umfassende Untersuchung ins Haus. Laut einem Bericht des irischen Independent haben die Behörden eine mehrtätige Betriebsprüfung angekündigt.

Vier- bis fünftägige Prüfung

Außerhalb der USA und Kanada gilt für die Nutzung von Facebook das europäische Datenschutz- und Konsumentenschutzgesetz, da sich die internationale Niederlassung in Dublin befindet. Die Prüfung werde laut den Behörden vier bis fünf Tage in Anspruch nehmen, danach soll ein detaillierter Bericht veröffentlicht werden. Die Ermittler würden sich insbesondere den Umgang mit den Nutzerdaten ansehen und wollen entschieden ob Änderungen vorgenommen werden müssen oder die Nutzer stärker darauf hingewiesen werden sollten, was mit ihren Daten passiert. Ein Facebook-Sprecher erklärte, dass man mit den Behörden zusammenarbeiten wolle.

Anzeige gegen Datenschutzverstöße

Die Gruppe "europe-v-facebook" hat insgesamt 16 Anzeigen wegen Verstößen gegen den Datenschutz eingebracht. Die von den irischen Behörden nun angekündigte Prüfung sei laut der Gruppe im europäischen Datenschutzrecht sehr selten. Man könne auch von einer abgeschwächten Hausdurchsuchung sprechen. Mit ihren Anzeigen wollen die Studenten Facebook dazu bringen, sich an europäische Datenschutzstandards zu halten. So wird unter anderem kritisiert, dass Daten auch nach dem Löschen weiterhin auf den Servern des Unternehmens gespeichert blieben. (red)

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