Vorsitzende Janine Wulz: "Studierende müssen real mit immer weniger Geld auskommen"
Wien - Die Studienbeihilfen sind seit Jahren nicht an die Inflation angepasst worden, das kritisiert die Österreichische HoschülerInnenschaft in einer Aussendung am Dienstag. "Anstatt Pläne über die Wiedereinführung von Studiengebühren zu schmieden, sollte die derzeitige finanzielle und soziale Lage der Studierenden endlich ernst genommen und danach gehandelt werden", fordert Janine Wulz vom Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung. Dass das derzeitige Beihilfensystem nicht an die Inflation angepasst werde, bedeute, "dass Studierende real mit immer weniger Geld auskommen müssen".
Angelika Gruber vom ÖH-Vorsitzteam erklärt: "Die Beihilfen sind so niedrig, dass es sich für die meisten Studierenden ohne Arbeit nebenbei nicht mehr ausgeht. 60 Prozent der Studierenden müssen im Schnitt 20 Stunden pro Woche arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt sichern zu können."
"Bestehende Ungleichheiten werden reproduziert"
Martin Schott, der Dritte im ÖH-Vorsitzteam, kritsiert die soziale Ungleichheit: "Wie aus der Studierendensozialerhebung, sowie der Eurostudent-Studie bekannt ist, müssen Studierende mit Eltern mit niedrigem Bildungsniveau wesentlich mehr Stunden pro Woche arbeiten, als jene mit Eltern mit hohem Bildungsniveau. Für diese bleibt dann also besonders wenig Zeit für das Studium und es kommt automatisch zu einer längeren Studiendauer." Die derzeitige Ausgestaltung der finanziellen Unterstützung sei "klar zu Ungunsten Studierender aus sozial benachteiligten Familien und reproduziert so bestehende Ungleichheiten". (red, derStandard.at, 6.9.2011)