Für den Verkauf von Software-Lizenzen soll der Konzern zu "Sicherheitsprogramm" eingewilligt haben
Einer von WikiLeaks veröffentlichten Depesche der US-Botschaft in Tunis, war der Softwarekonzern Microsoft im Jahr 2006 an einer engen Zusammenarbeit mit dem tunesischen Regime interessiert. Um die mittlerweile gestürzte Regierung vom Umstieg von Open-Source-Software auf Microsoft-Produkte zu überzeugen, erklärte man sich dazu bereit, die Machthaber zum Thema Cyber-Kriminalität zu schulen.
Source-Code überlassen
Der Deal mit Präsident Zine El-Abidine Ben Ali sah auch vor, dass Microsoft den Soucre-Code zu Produkten überließ (was die Funktionsänderung von Programmen ermöglicht). In dem Schreiben warnte die Botschaft die US-Regierung wonach das Risiko bestehe, dass das speziell vorgesehene Training auch zur weiteren Unterdrückung der tunesischen Bevölkerung genutzt werden könnte. "In einem Programm gegen Cyber-Kriminalität wird Microsoft Regierungsmitglieder des Justiz- und Innenministeriums in der Nutzung von Computern zur Bekämpfung von Kriminalität schule. Wenngleich die Ausbildung der Gesetzeshüter mittels eines IT-Trainings positiv ist, wirft der strikte Einfluss der Regierung auf das Internet die Frage auf, ob dieses Programm die Regierungsmaßnahmen zur Überwachung der eigenen Bevölkerung stärken wird", so die Depesche.
Profit-Deal
Das Schreiben endet mit dem Schluss, dass unter dem Strich "für Microsoft die Vorzüge die Kosten überwiegen". (zw)