Wien - Mit der gegenüber der Vorjahresperiode nahezu
unveränderten Ertragsentwicklung bei gleichzeitig kräftigen
Umsatzzuwächsen ist Zumtobel-Chef Harald Sommerer eigenen Angaben
zufolge "durchaus zufrieden". "Wir investieren kräftig in den
Vertrieb, neue Produkte und F&E - das sind Vorableistungen, damit
man
nachhaltiges Wachstum erzielt", sagte der Unternehmenschef am Dienstag. Zumtobel profitiere derzeit vom Trend zum Thema
Energieeffizienz. "Das hilft uns sicher." Die Verkaufserlöse aus
LED-Produkten legten im ersten Quartal um 91 Prozent zu. Im
Gesamtjahr 2011/12 sei "ebenfalls ein sehr signifikantes Wachstum" zu
erwarten. Unter den Investitionen leiden vorerst noch die Margen.
Im ersten Quartal 2011/12 stiegen die Umsätze gegenüber der
Vorjahresperiode um 9,3 Prozent auf 326,3 Mio. Euro - rund 5 Prozent
der Verkaufserlöse fließen bei Zumtobel in Forschung und Entwicklung.
Der bereinigte operative Gewinn (EBIT) ging von 18,3 auf 18,2 Mio.
Euro geringfügig zurück, die EBIT-Marge verschlechterte sich von 6,1
auf 5,6 Prozent.
Am Ausblick für das Gesamtjahr 2011/12 hält Sommerer fest: "Wir
haben aufgrund dessen, was wir an Auftragseingängen sehen, keine
Änderung unserer Erwartungen, aber die makroökonomischen Unsicherheit
hat zugenommen", räumte der CEO ein. "Wie stark sich die Finanzkrise,
die es nach wie vor gibt, auf die Realwirtschaft auswirken wird, kann
man noch nicht sagen." Unklar sei noch in welcher Geschwindigkeit
bzw. Stärke das passieren werde.
"Die LED-Technologie wird ihren Siegeszug in bestimmten
Anwendungen wie etwa im Einzelhandel beibehalten", ist der
Unternehmenschef zuversichtlich. Generell werde die Vertriebsstruktur
verstärkt. "Wir werden weiterhin Mitarbeiter aufbauen", so Sommerer.
Im Vorjahr waren in diesem Bereich über 100 neue Stellen geschaffen
worden.
Die Eigenkapitalquote verringerte sich im ersten Quartal
gegenüber
der Vorjahresperiode von 36,1 auf 35,4 Prozent - zum Ende des
Geschäftsjahres 2010/11 lag sie noch bei 37,1 Prozent. "Wir haben
Working Capital aufgebaut - das ist der Haupttreiber für den
negativen Free Cash-Flow", erklärte Sommerer. Der Cash-Flow fiel mit
minus 37,6 Mio. Euro etwas besser aus als im Vorjahr (minus 38,3 Mio.
Euro).
Neben dem höheren Working Capital habe auch die heurige
Dividendenzahlung die Nettoschulden nach oben gebracht - diese
stiegen im Berichtszeitraum von 162,8 auf 205,2 Mio. Euro. Die
Dividende für 2010/11 war von 0,15 auf 0,50 Euro kräftig angehoben
worden. Die Gesamtausschüttung bezifferte Sommerer mit rund 22 Mio.
Euro. Der Verschuldungsgrad (Gearing) erhöhte sich zum Ende des
ersten Quartals gegenüber Ende April von 37,3 auf 54,2 Prozent. (APA)