Bahnfahren in Österreich

Billig-Airlines als Vorbild: Heftige Kritik an ÖBB-Plan für Tarifsystem

5. September 2011, 21:43
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    foto: öbb

    Der Wert der ÖBB-Vorteilscard könnte durch viele Schnäppchenangebote ausgehöhlt werden, klagt Grünen-Verkehrssprecherin Gabriela Moser.

Tarifreform-Pläne werden konkreter - Nachteile für Stammkunden befürchtet

Wien - Ab dem kommenden Jahr soll ein neues Tarifsystem der ÖBB für eine gleichmäßigere Auslastung der Züge sorgen: Wer sein Ticket mit konkreter Zugbindung für eine weniger stark genutzte Abfahrszeit bucht, soll in den Genuss von starken Ermäßigungen kommen.

Das sei aber keine so gute Idee, meint die Grünen-Verkehrssprecherin Gabriela Moser, eine Oberösterreicherin, die selbst häufig zwischen Linz und dem Parlament in Wien mit Öffis unterwegs ist: "Die langsam konkreter werdenden Tarifreform-Pläne bei den ÖBB lassen noch viele Fragen offen." Diese seien von Airlines abgeguckt, die ein ganz anderes Geschäftsmodell haben als Bahnen.

Überraschungen für Stammkunden

Einfaches Copy-paste vom Billigflieger könnte aber auch ökonomisch in die Hose gehen: "Schwach ausgelastete Züge durch gezielte Angebote attraktiver zu machen ist sinnvoll, darf aber nicht mit Nachteilen für Stammkunden durch Verteuerung in Spitzenzeiten erkauft werden. Schon heute klagen viele Bahnkunden über die immer unübersichtlichere Tariflandschaft, die selbst für Handy- und Computer-versierte Menschen immer wieder Überraschungen bietet."

Die variablen Tarife waren von der Deutschen Bahn bereits erprobt worden - sie haben vielfach die Fahrgäste verunsichert und verärgert. Auch würde der Wert der Vorteilscard durch die vielen Schnäppchenangebote ausgehöhlt, klagt Moser. Sie fordert, dass das Projekt eines Österreich-Tickets (analog zum Schweizer Generalabo oder der Bahncard 100) wieder auf die politische Agenda kommt. Darüber hatte es in der Regierung Gusenbauer-Molterer Konsens gegeben, seither liegt die Idee auf Eis. (cs/DER STANDARD, Printausgabe, 6.9.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 233
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Mike Webman
00
4.11.2011, 18:21
Die überteuerte Vorteilscard ....

...nicht mehr erneuern. Mit Westbahn und Sparschiene
kann man auch ohne recht günstig fahren.

Nutze den Tag
00
23.10.2011, 20:43
Vorteilscard abschaffen, Fahrkarten generell billiger!

Ein generell attraktiverer Tarif würde viel mehr "Gelegenheitskunden" bringen. Und mir als Bahnvielfahrer ist es wurscht ob jemand der selten fährt mehr zahlen muss als ich.

Firmenvergünstigungen bei Teibstoffen sind im unter 5 % Bereich. Egal wie viel ich tanke, ich zahl immer gleich viel wie alle anderen.

Nelson25
00
13.10.2011, 11:35
Derzeit fahr ich noch mit der Bahn Linz - Wien und das zweimal die Woche

wenn die aber so weitermachen steig ich auf das Auto um.

1000 Kopfläuse können nicht irren
01
Man könnte ja auch das Waggonangebot in den überfüllten Zügen erhöhen...

... aber auf diese Idee kommt ein MANAGER natürlich nicht!

Charly Firpo
00
3.11.2011, 19:22

und man erkennt mit einem Satz, dass sie kein MANAGER sind, sonst hätten sie das ganze bis zum Ende durchgedacht und würden nicht sowas schreiben...

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
3.11.2011, 22:11
Ah ja?

Und was schlagen Sie vor, Herr Manager?
Sollen alle Firmen unterschiedliche Arbeitszeiten einführen, damit die werte Bahn mit ihrem Angebot zurecht kommt?

Charly Firpo
00
3.11.2011, 22:41

jup posts hat es eh schon angedeutet.

die spitzen die sich in der früh und am Abend ergeben kann man abdecken oder nicht. wenn ich dafür waggons anschaffen muss die dann den rest des tages nicht ausgelastet sind, warum soll ich das dann tun. Kein Unternehmen richtet seine Kapazität auf die Spitze aus.

Man definiert einen Servicegrad den man erreichen möchte, je nach Branche zwischen 90 und 98 %, bei der ÖBB eben 80 % :-)

Jup posts
00
Das erfordert Investitionen in die Zuginfrastruktur

wobei die Bahn eh immer defizitaer ist. Von daher ist der Versuch, alle jene die nicht unbedingt morgens mit der Bahn fahren muessen, in adere Zuge umzuleiten ja nicht abwegig.

till ulenspiegel
02
für das geld...

..das wir alle jeden tag, jedes monat und jedes jahr an den staat abliefern, müsste eigentlich jeder einzelne österreicher ein leben lang gratis mit der bahn fahren.

unsere steuern werden "verschustert" wie man so schön sagt - und dann benehmen sich die herren regierenden und öffi-manager so, als wäre eine "tarifreform" eine gnade.

eine frechheit ist das alles.

nix fir unguad
00
Sowohl bei der DB und SNCF sehe ich im Internet gestaffelte Tarife

Ein flexibles Ticket ist am teuersten, und die zuggebundenen variieren mit den Abfahrtszeiten, Tag, Saison etc. Das finde ich sehr gut für jemanden der Planen kann. Wegen der starken Belegung bei vielen Zügen ist eine Planung notwendig da eine Platzreservierung von Vorteil ist. Im schlimmsten Fall muss man wegen Platzmangel auf die 1.Klasse ausweichen.
Nur die Trenitalia scheint immer die selben Preise zu haben. Aber die unterscheiden preislich zwischen Hochgeschwindigkeitszügen und Intercities. Man hat die Wahl. Übrigens sehr günstige Preise bei der Trenitalia, auch in der 1.Klasse. Aber ohne Platzreservierung geht bei den Hochgeschwindigkeitszügen nichts.
Ich verstehe da die Aufregung bei der ÖBB nicht.

NIE4
00
4.11.2011, 22:15

auch die trenitalia hat gestaffelte tarife, desweiteren auch sj und renfe. bei der sj variiren selbst die normalpreise. die systeme sind nicht immer gerade durchsichtig und gerade in deutschland ist oft günstiger weiter zu fahren, da gibt es dann allerdings auch meist keine reservierungspflicht. bei der db sind wie bei der öbb fahrkarten- und reservierungssystem 2 getrennte systeme, in den anderen genannten ländern ist die fahrkarte in fernverkehrszügen immer an einen sitzplatz gekoppelt. sncf und trenitaliadie db versucht nun beide systeme mit einer sogennannten buchungsklammer immer mehr zu verbinden. insgesamt sind die systeme sehr undurchsichtig und es ist nicht gerade leicht das günstigste für eine fahrt durch europa heraus zu bekommen

kleinerpinguin
01
Neu?

Die billigeren Tickets mit Zugbindung gibt es doch schon seit einiger Zeit. zB Wien-Zürich um 29€.

Ist das jetzt das monatliche ÖBB-Bashing?

NIE4
00
4.11.2011, 22:16

die zugbindung besteht da aber nur für den grenzüberschreitenden zug

Trollblume
12
Schlagzeuge sollte lauten: WIE ÖBB GEZIELT KUNDEN VERTREIBT!

Das Konzept ist gegen jeden gesunden Menschenverstand! Wie kann man auf die unglaublich schwachsinnige Idee kommen, gut frequentierte Strecken teurer zu machen. Die Leute fahren nicht freiwillig um diese Zeit. ICH FAHRE DANN SICHER NICHT MEHR MIT DER BAHN!

Trollblume
00

"Schlagzeile" muss es natürlich heißen - sonst geht's SCHLAG auf SCHLAG - und wir wern alle ZEUGInnen wie die ÖBB privatisiert wird! Denn darauf arbeiten momentan alle hin - inkusive ÖBB-Chef. Frage: Von wem kriegt er dafür Schmiergeld?

17+4
01
dann fahre ich halt wieder mit dem Auto,

da kann ich die Tageszeit und die Restaurants selber wählen

FFluXXuSS
02
Lustig ist, dass ein volkswirtschaftlich sinnvolle Agenda - der Transport von Menschen und Gütern

immer mehr ins Hintertreffen gerät...

Wie viele Mittel hat die Fa. "Westbahn" in den Ausbau derselben gesteckt?
NULL?!
Na, dann wird sie ihre Tickets ja billig verkaufen können!

[Schade - ÖBB ist schon wieder unwirtschaftlich...]
:-(

kiwi99
03
Witzig :-)

Genauso haben sie es seinerzeit in Neuseeland gemacht. Nachdem sie die Bahn privatisiert hatten, hwurden die Bahnhöfe umgewidmet in Hotels etc und die Tickets bestellte man telefonisch, holte sie irgendwo in der Pampas ab und "checkte" dann am Bahnsteig ein. Es gab einen "Schalter" und eine Türe um in den Zug zu gelangen. Das nahm bei jeder Station recht viel Zeit in Anspruch, was aber auch praktisch war, denn man konnte so die Rauchpausen einplanen, oder die Besorgungen von Snacks.
Als Touri fand ich das sehr sehr lustig
Aber sonst fährt eh niemand in Neuseeland Eisenbahn.

Herzerzog Johann
01
Was sagt die Gewerkschaft dazu?

Den ÖBBlern streicht man die Vergünstigungen um sie dann unverzüglich den Beförderungsfällen in den Rachen zu werfen. Unverantwortlich.

aylano
21
Kein Mensch hat einen Überblick über das Tarifsystem.

Das ist halt das Problem, wenn so ein Sumpfbetrieb die Freiheit hat, unmengen an Steuergeldern zu vernichten.

Dadurch ist diese Unendliche Hirnlosigkeit in den Manager & Planern möglich.

Der Rechnungshof hat ja nicht umsonst 308 unterschiedliche Tarife & Co gezält.

Ich verwende lieber das altmodische Zonen-Zwick-System. Damit bin ich viel schneller als die ganzen "modernen" Ticket-Systeme.

In diesem Modell steckt nicht die Moderne Hirnlosigkeit drinnen, wo ich wie ein Lemming am Fahrkarten-Automant mich zuerst angstellen muss und eine gefühlte Ewigkeit in einem vorgegebenen eingeschränkten Weg die einzelen "informationen" eintippen darf.

dorfkramer
31
Alpenticket

Liebe Ösis !
Ich warte sehnsüchtig auf einen Alpentarif, um zwischen Wien, München, Zürich und Verona herumgondeln zu können, ohne mich mit fünf nationalen Tarifsystemen und zig regionalen und lokalen Öffis rumplagen zu müssen.
Erwerbe dafür gerne eine Ösi-Zweitbürgerschaft.

Lotte Nexa
21
Bahnfahren, die 3. Plage

gleich nach Herpes und Hämorrhoiden!

1x1
04
Komisch

Dieses Konzept hat in Deutschland nicht funktioniert.

NIE4
00
4.11.2011, 22:19

wird aber in deutschland weiterhin so betrieben

sally
00
ich mag eine Österreich-Card ham

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