Filetierung von A-Tec Industries

Die Sowjets hatten recht

Luise Ungerboeck , 5. September 2011, 18:10

Notorisch unterfinanziert, wie A-Tec stets war, konnten Zukäufe gleichermaßen schwachbrüstiger Betriebe nicht ewig gutgehen

Es ist wohl Ironie des Schicksals, dass dem einst bejubelten Mirko Kovats von seinem großen Mischkonzern A-TecIndustries nur Emco bleibt. Mit dem Salzburger Werkzeugmaschinenhersteller hatte in den 1990er-Jahren die industrielle Karriere des Osthändlers, der mit der Pleite der Wiener Brückenbau bekannt wurde (und zu Vermögen kam), begonnen. Angereichert um Pleitefirmen wie ATBAntriebstechnik im steirischen Spielberg und den Grazer Anlagenbauer Austrian Energy baute Kovats einen Mischkonzern, den er an die Börse brachte.

Notorisch unterfinanziert, wie A-Tec stets war, konnten Zukäufe gleichermaßen schwachbrüstiger Betriebe nicht ewig gutgehen. Anstatt auf Dividenden zu verzichten, wurden alte Schulden mit neuen beglichen - und immer neue Geldgeber angezapft. Als ein australisches Kraftwerksprojekt aus den Fugen geriet, kippte der ganze Konzern.

Der vom Sanierungsverwalter angeordnete Abverkauf verlief erst recht nach Kovats-Manier: Kovats blieb Vorstandschef. Kovats verhandelte mit potenziellen Investoren. Kovats ließ eine "Strukturierungsgesellschaft" errichten, die den Abverkauf managte. Deren Chef war schon einmal Strohmann für Kovats: als der 2004 die dringend notwendige Kapitalerhöhung der VATech vereitelte.

Und der vom Gericht bestellte Treuhänder schaut zu.

Die Sowjets hatten doch recht, wie Kovats in seinem Buch behauptet. Die Allgemeinheit zahlt die Zeche. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.9.2011)

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23 Postings
LizaMaria
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Vielleicht hab ich ja noch Illusionen ...

... oder bin zu doof, ums zu begreifen. Aber kann mir mal wer sagen, wieso diese Leute, die alles auf Pump gekauft und eigentlich nur Schulden haben (von Kovats bis Deripaska) gemeinhin als Millionäre bezeichnet werden?

max baum1
 
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mirko zeigt's wie's geht

zuerst macht er gemeinsame sache mit den banken. die verkaufen gegen gutes geld seine anleihen. bei fälligkeit der anleihen sagen die banken "wir machen nicht mehr mit". dann macht wir einen kleinen ausgleich und schon hat er sich rd. 200 mio euro erspart. alles vollkommen legal.
hochegger, grasser, meischberger usw müssen sich wie anfänger vorkommen.
aus meiner sicht eine riesen schweinerei der banken. die großartigen hätten von vorneherein wissen müssen, dass die anleihen aus dem cash-flow nicht getilgt werden können. die weiterfinanzierung haben sie dann erfolgreich verhindert. ist ja nur das geld ihrer kunden und nicht ihr eigenes.

Rupert-Heinrich Staller
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Aber gesund lebt er, immerhin.

Der gute Mann hat sich vorhin beim Billa auf der Freyung einen Becher Joghurt gekauft und sonst nichts. Vorbildlich bescheiden, wie es sich für einen Pleitier gehört, möchte man meinen.

onlooker
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und wieviel ist seine villa wert?

und wie viele haben seine aktien um etwa 150 € gekauft und hben dann 5.00 € oder weniger in ihren händen gehalten?
und seine arbeitplätze in indien, dies leute mussten für ein butterbrot arbeiten, sehr sozial der mirko

Herzerzog Johann
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Bejubelt ...

... wurde Mirko Kovats aber auch nur von den Wirtschaftsjournalisten, also von lauter "ausgewiesenen Experten". Einst.

Alfredo di Stefano
02

wieso zahlt die allgemeinheit die zeche?

Roter Baron
01

der slogan unter den gierrammeln lautet in wirklich:
gewinne lukrieren
verluste solidarisieren

roter baron

Zwiiiderwurze
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würd mich auch interessieren welche Zeche die Allgemeinheit zahlt?

Ich halte es zwar für einer vera****e der Investoren was Hr. Kovats macht aber soweit ich weiß sind ausschließlich die Aktionäre und Gläubiger die Geschädigten oder hab ich was nicht mitbekommen?

athos
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Finanzamt, Krankenkasse,...

Enrico Dal Vero
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Ach so - wird es keine Arbeitslose geben?

Der junge Jim Kirk
10

Was verstehst an "pleitebetrieben" nicht? Wenn er sie damals nicht übernommen hätte wärens schon längst arbeitslos.

G. B. Corner
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Nicht mehr als sonst auch denke ich - nachdem der Konzern ja ohnehin aus lauter Pleitekandidaten aufgebaut war. Die hatten halt ein paar Jahre länger Zeit auf diese Art.

maimai
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Du hast seit der

Finanzkrise nichts dazugelernt!
Die Aktionäre sind die Allgmeneinheit, ihre Verluste sind die Verluste aller.
Solidarität mit den Vermögenden! Wir sind alle Aktionäre!

Roter Baron
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der insolvenz-ausfalls-fonds
wird von uns allen bezahlt.

onlooker
00
und wer bekommt von diesem fonds was?

Birni
00
mag das!

trace route
015
Kovats hat doch mutmaßlich vor einigen Jahren über 100 Millionen Euro aus seinem Konzern in private Stiftungen "abgeführt".

Sollte da nicht mal der Staatsanwalt "nachfühlen", ob es sich dabei mutmaßlich um das Delikt der fahrlässigen oder gar betrügerischen (falls er schon wusste, das der Konzern untergehen wird) Krida handeln könnte?

Natürlich gilt die Unschuldsvermutung. Wie bei Karl-Heinz und all den anderen Recken.

Alfredo di Stefano
10

trace route hat mutmasslich neulich einem obdachlosen 100 eur weggenommen - es gilt natürlich die unschuldsvermutung

trace route
00
Ihre Aussage unterscheidet sich von meiner in einem wesentlichen Punkt:

Für IHRE Behauptung gibt es nicht den Funken eines Hinweises, für meine hingegen sehr wohl.

;-)

Kapitalismus Luege
01

sowas ist ein supersauberes Steuer-Sparmodell.

geht's unseren Eliten gut, geht's uns allen gut.

Gerhard Ziegler
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Warum machen Sie keine Sachverhaltsdarstellung an die StA Wien? Ich weiss, ist mehr Aufwand als posten ;-)

onlooker
01
sie wissen aber schon, dass es keiner anzeige bedarf,

sondern, dass der StA von sich aus tätig werden, wenn verdachtsmomente bestehen

yoda3
02
ja dann ab in die u-haft

wenn einen begründeten verdacht gibt.

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