Wien

Tobias Natter folgt Rudolf Leopold nach

5. September 2011, 18:11
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    foto: vorarlberger landesmuseum vlm

    Tobias Natter wechselt ins Leopold Museum. Elisabeth Leopold soll ihm schon 2010 den Posten angeboten haben.

Der Favorit einigte sich mit dem Vorstand: Er wird Direktor des Leopold Museums

Wien - In der Vorstandssitzung der Stiftung Leopold am Montagnachmittag fiel endlich die Entscheidung: Tobias Natter, bis März Direktor des Vorarlberger Landesmuseums in Bregenz, wird neuer Direktor des Leopold Museums. Er folgt Rudolf Leopold nach, der am 29. Juni 2010 starb.

Eine entsprechende Meldung der APA wollte man im Museum zunächst nicht bestätigen, da die Sitzung noch andauerte. Man sprach aber von einer 99-prozentigen Wahrscheinlichkeit. Natter, ein international anerkannter Experte vor allem für die Wiener Kunst um 1900, wird heute, Dienstag, um 11 Uhr bei einem Pressegespräch im Leopold Museum präsentiert werden.

Tobias Natter, geboren am 26. Mai 1961 in Dornbirn, studierte an den Universitäten Innsbruck, München und Wien. Die Betriebswirtschaftslehre schloss er mit dem ersten Studienabschnitt ab, in Kunstgeschichte und Geschichte promovierte er 1988 mit der Dissertation Icones rectorum. Werden und Eigenart der Rektorengalerie an der Universität Wien. Nach drei Jahren im Historischen Museum der Stadt Wien (nun Wien Museum) war er 15 Jahre an der Österreichischen Galerie Belvedere tätig, zuletzt als Chefkurator. Für das damals neu gegründete Jüdische Museum der Stadt Wien konzipierte er als Gastkurator kunsthistorische Ausstellungen.

2001 und 2002 war er Mitarbeiter der Neuen Galerie in New York, deren erste Wechselausstellung er realisierte. Von 2006 an leitete Natter das Vorarlberger Landesmuseum, dessen Neubau und Neukonzeption er museologisch verantwortete. Ende November 2010 gab er bekannt, dass er seinen Vertrag nicht verlängern werde. Er gestand ein, Wien zu vermissen: Er würde gerne zurückkehren. Zudem übte er Kritik an der Struktur der Bregenzer Kulturhäuserbetriebsgesellschaft.

Schon damals unkte man, dass er der neue Direktor des Leopold Museums werden würde. Gerüchten zu Folge soll ihm der Direktorsposten von Elisabeth Leopold angeboten worden sein. Die energische Witwe nach Rudolf Leopold ist Vorstandsmitglied auf Lebenszeit. Ihre Vorgangsweise, den Direktor direkt zu bestellen, wurde aber nicht vom gesamten Vorstand gutgeheißen: Man entschloss sich schließlich, den Posten auszuschreiben.

Es gab 32 Bewerbungen, Natter blieb aber Favorit - und man trat mit ihm in Verhandlungen. Seine Gehaltsforderungen sollen, hieß es, zu hoch gewesen zu sein. Doch die Option, ans Belvedere zurückzukehren - Natter war nur karenziert -, lief kürzlich aus. (trenk, DER STANDARD - Printausgabe, 6. September 2011)

Kommentar posten
16 Postings
exile in mainstream
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in der wiener schlangengrube hat ein natter grade noch gefehlt

Kondratjew -Zyklus
 
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Eine Natter bewacht das oft unter zweifelhaften Umständen erworbene Milliardenvermögen (z.B. Tulln, Wilhelmstraße 8).

Prof. Engeri Derer
 
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Mannoh, wie alt wie bist Du denn?

Kondratjew -Zyklus
 
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Nicht so alt wie die in Leber gebundenen Grundbücher beim Bezirksgericht Tulln.

Und dort habe ich heuer Einsicht genommen.

chacun à son gout
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in Leber gebundene Grundbücher?

von Alkoholiker entnommene zirrhotische Lebern oder solche von gesunden Verstorbenen?

Jetzt interessiert natürlich alle hier, was in Tulln Wilhelmstraße 8 ist?

Kondratjew -Zyklus
 
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Die Wilhelnstraß 8 in Tulln ist die "Quelle" von Schiele-Bildern der Sammlung Leopold im Wert von mindestens hunderten Millionen EURO.

Und Ihr Erguss über einen Tippfehler sagt ohnehin alles über die Größe Ihres Geistes.

chacun à son gout
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Privathaus? Ihr Elternhaus?

Es interessiert mich historisch tatsächlich und ich möchte nicht nach Tulln zum BG wandern müssen. Wenn Sie's wissen, lassen Sie doch uns an Ihrem Wissen teilhaben?

Sorry wegen der Lebereinbände. War einfach witzig. Ich mach nächstes Mal ein ;-) damit Sie es nicht so persönlich nehmen müssen.

Kondratjew -Zyklus
 
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Ein Arbeitskollege von Schieles Vater, bekanntlich ja Bahnhofsvorstand von Tulln, hat Dr. Leopold, Augenarzt vier Häuser weiter, in Unkenntnis des damaligen Millionenwertes, Schiele-Bilder stoßweise "zum Entrümpeln überlassen" (vom Dachboden).

Jetzt wissen Sie exklusiv das Ergebnis einer monatelangen Recherche. Hoffentlich ist Ihre Neugierde gestillt.

Lila Panther
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"damals" gab es keine Millionenwerte für Schiele. Rudolf Leopold konnte sie mit seinem Einkommen kaufen, wenn auch unter Schulden und Krediten. Er hatte keine väterlichhen oder sonstigen (Firmen)werte hinter sich.

Ihre "monatelange" Recherche hätte erbringen müssen, dass Schiele "damals" keinen Marktwert hatte.

Kondratjew -Zyklus
 
01
10.9.2011, 20:00
Genau diesen Schwachsinn verbreitet die Stiftung Leopold.

cantanto
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16.12.2011, 21:30
Das ist kein Schwachsinn!

Mein Vater hat im Jahr seinerzeit eine Schiele Bleistiftzeichnung um stolze 250 Schilling erworben. Ganz legal, am freien Markt.

OK. Damals hat etwa ein kleiner Beamte 180 Schilling netto im Monat verdient, doch werde sie heute wohl kenne Schiele um 3000 EUR bekommen.

Kondratjew -Zyklus
 
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17.12.2011, 03:24
Rudolf Leopold hat stoßweise Schieles vom Dachboten eines Hauses nächst seiner Augenarztpraxis von einem - wie ich recherchiert habe - Eisenbahner vom Dachboden geholt.

Und dabei hat er mir gegenüber bei einer Buchpräsentation behauptet, er kenne das Haus gar nicht.

cantanto
00
16.12.2011, 21:28
Fa

chacun à son gout
10
ok das ist unethisch, da man annehmen kann,

dass Herr Leopold damals schon wusste, was er da in Händen hält und kauft. Aber rechtlich ist das zumindest nichts Verbotenes. Böse, unmoralisch und unkorrekt vielleicht, aber nicht zu vergleichen mit den Bildern, die Leopold (angeblich wissen, dass es zweifelhafte Provenienz gibt) von "Arisierungen" erworben hat.

Kondratjew -Zyklus
 
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Machen Sie sich mit dem Begriff "Verkürzung über die Hälfte des wahren Wertes" vertraut.

http://de.wikipedia.org/wiki/Laesio_enormis

http://www.uni-goettingen.de/de/docume... ader_4.pdf

henryandjune
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oje, da hat jemand überhöhte lederwerte

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