Bei Verfall einer Flugteilstrecke Aufpreis erlaubt

5. September 2011, 12:43

Gericht billigt Vertragsbedingungen der AUA - Kombiticket nur bei Nutzung der kompletten Strecke vergünstigt - VKI beruft

Wien - Wer bei einem Kombiticket nur einen Teil der Flugstrecke nutzt und den Rest verfallen lässt, muss mit einem Aufpreis rechnen. Das Handelsgericht Wien hat eine entsprechende Verbandsklage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) in erster Instanz abgewiesen, berichtet die "Presse" in ihrer Montagausgabe.

Der VKI hatte die Klage gegen die AUA eingebracht, weil er die Klausel, wonach die Nutzung nur eines Teils einer Flugreihenfolge aufpreispflichtig sein kann, für "gröblich benachteiligend", intransparent und in verpönter Weise überraschend ansah. Für das Handelsgericht Wien ist indes keine Benachteiligung des Verbrauchers ersichtlich. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen seien auch nicht unklar oder unverständlich formuliert, da sie auf eine mögliche Preisdifferenz hinweisen.

Der VKI will dennoch weiterkämpfen: "Es geht um eine grundsätzliche Frage, und die wollen wir vom Obersten Gerichtshof geklärt sehen", zitiert die Zeitung VKI-Chefjurist Peter Kolba.

Vor einem Jahr hat das Handelsgericht Wien einer Fluglinie verboten, einen Rückflug für den Fall zu annullieren, dass der Hinflug nicht in Anspruch genommen wurde, sodass sich der Reisende ein neues Ticket kaufen muss. Während diese Entscheidung rechtskräftig wurde, ist das neue Aufpreisurteil anfechtbar. (APA)

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Und was kostet es dann...

...wenn man ein Ticket kauft und nciht damit fliegt? Das kann sich ja keiner mehr leisten...

also bitte, das könnte sich doch zu einem sehr nachhaltigen konzept entwickeln. z.b. im restaurant: bestellen sie ein schnitzel und essen es nicht, kostet es das doppelte... eh klar, resourcenverschwendung - jemand anderer wäre damit satt geworden oder das arme schwein hätte noch einen chilligen nachmittag mehr gehabt. beispiel theaterkarten: nicht anschauen kostet doppelt... auch ganz klare platz- und überhaupt-verschwendung - jemand anders hätte das stück sehen können, die theaterbar ein trangl mehr verkaufen können...

jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich die ironie-tags noch dazugeben soll, oder nicht.

Konsumentenschutz

... dem VKI ein großer Dank und ein großes Lob - auch wenn er diesmal (noch) nicht gewonnen hat: Ich bin sehr dankbar, dass der VKI immer wieder hirnrissige und konsumentenfeindliche Abzockereien aufgreift und sie fast immer erfolgreich durchkämpft.
Bin überzeugt, dass es auch diesmal zugunsten von KonsumentInnen ausgehen wird.
DANKE!

Ich war selbst schon öfter von dieser Regelung betroffen, aber der Sinn dieser Preispolitik für die Fluglinie ist klar.. Geschäftsreisende sollen den höheren (flexiblen) Tarif bezahlen und daran gehindert werden, billige Überkreuzflüge zu buchen.
Ich gebe aber zu bedenken, dass, falls diese Preispolitik doch noch vom Gericht gekippt wird, Privatreisende bei der AUA eventuell mit höheren Ticketpreisen zu rechnen haben. Wenn ich mir heute die Ticketpreise ansehe, ist Flyniki z.B. für Privatreisende (billigstes Ticket mit ein paar Nächten Aufenthalt) oft etwas teurer als die AUA.

ganz sicher nicht "oft", bei mir macht seit jahren praktisch immer niki das rennen.

das ist einfach ein witz

wenns bezahlt ist kann ich wohl entscheiden ob ich mitflieg oder nicht - es ist eine absolute frechheit von diversen fluglinien für einen rückflug extra geld zu verlangen wenn man den hinflug nicht konsumiert hat.

Das wär so, wenn ich ein Menü bestelle, dann die suppe nicht esse und dann für das restliche Essen mehr bezahlen muss.

Irgendwas ist bei diesem Urteil faul - Wo ist die Korruptionsbehörde????

die aua lebt eben immer noch 20 jahre in der vergangenheit. die zahlen sind entsprechend.

Nicht die AUA ist rückschrittlich ...

... sondern entweder:
(a) eine Gesetzgebung, die kein anderes Urteil zuläßt; oder
(b) ein Richter, dem das noch nie passiert ist, weil er nur 1x im Jahr Charter fliegt.

Der AUA kann man kaum einen Vorwurf machen, wenn es ums Geld geht - sie kämpft sowieso ums überleben.

GB

bitte bitte nicht die mühsam abgesprochenen einzelflugpreise durch frechen missbrauch der hin&zurücktickets kannibalisieren lassen.
stellts euch vor es gibt echten wettbewerb

Die Flugreihenfolge bestimmt der Fluggast selbst

Es sollte bewust sein, daß es dahingehend Urteile gibt die der bis vor kurzem gängigen Praxis -> den Flugschein bei Abweichung von der gebuchten Flugreihenfolge für ungültig zu erklären, eine Absage erteilen.
(BGH - Deutschland, Urteile vom 29.04.2010 – Xa ZR 101/09)
Daraus leitet sich der durchaus plausible Kampf des VKI ab

Interessantes Urteil!

Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, die ÖBB auf die erwähnte Art auszuspielen. Wien-Zürich als Sparschine kaufen und in Innsbruck (wo ich hin will) aussteigen. Kostet weniger als die 'richtige' Strecke.
Wäre interessant gewesen, ob die ÖBB hier dann auch den Aufpreis verlangt, wenn ich bei der Rückfahrt in Innsbruck einsteige...
Na ja, jetzt gibts eh die Österreich-Sparschine.

genau das hat mein cousin unlängst problemlos gemacht. mach's einfach auch! woher sollen die öbb auch wissen, daß du statt in zürich erst in innsbruck einsteigst?

Am AUSSTEIGEN kann mich niemand hindern.

Problematisch ist das EINSTEIGEN hinter dem Abfahrtsbahnhof.
Der BEFÖRDERUNGSPREIS ist davon prinzipiell nicht betroffen. Diese Karten sind aber auch sitzplatzgebunden. Und lt. Beförderungsbedingungen (schon aus dem Jahre Schnee) ist die Bahn berechtigt, einen Sitzplatz weiterzuvergeben, wenn dieser 15 Minuten nach der Abfahrt nicht eingenommen wurde.
Wenn jetzt jemand statt in Zürich erst in Innsbruck zusteigt, und der (ab Zürich) reservierte Platz durch jemand anderen besetzt ist, könnte es passieren, daß GAR KEIN Sitzplatz mehr frei ist. Das wäre zumindest unangenehm.

Weil bis IBK das Ticket nicht entwertet wurde...

hätte es eh gemacht. Aber jetzt gibts die Sparschine Ö. Endlich eine preiswerte Alternative. 19 Euro ist nicht schlecht!

lt. fälbl und de luca kostet's nur 9 euro!

Sparschine AB 9 Euro

Innsbruck gibts für mindestens 19 Euro.

Die ganze Flugpreispoltik ist eben nur aus Vermarktungssicht logisch

Aus Kundensicht ist sie skuril.

Natürlich muss die Flugline sowas unterbinden, sonst kann sie das ja garnicht mehr machen (so eine Preispolitik).

Erst neulich hatte ich den Fall wie ich mich für einen Flug versucht habe schlau zu machen, so weit ich mich erinnere war bei Lufthansa Hongkong - Zürich - Frankfurt halb so billig wie Hongkong - Zürich (gleicher Flug, natürlich, führt die Swiss durch). Logisch weil nach Frankfurt ist mehr Konkurenz, aber aus Kundensicht nur absurd (wenn ich früher aussteige wirds biliiger).

Sehr gut! Anstatt dem logischen Hausverstand zu folgen (ich habe etwas bezahlt, ob ich es in Anspruch nehme, ist meine Entscheidung) wird hier die komplett hinrissige Logik auch noch unterstützt.

Man stelle sich vor, ein Computer-Hersteller verklagt euch, weil ihr den gekauften Computer nicht verwendet! Die Tankstelle verklagt euch, weil ihr euren getankten Sprit nicht rechtzeitig verfährt! Die ÖBB verklagt euch, weil ihr ein Ticket gekauft habt, ohne es zu verwenden!

Dass es solche unsinnigen Tickets (Hin und retour ist billiger als einfach-Flug) gibt, ist schon lächerlich - mir hat noch immer niemand erklären können, was für die Airline dabei rausspringt - aber jetzt auch noch das?

genau!

Ich kaufe UND BEZAHLE es, also warum muss sich die Airline danach noch in dieses Geschäft EINMISCHEN. Völlig absurd. Nur ich alleine kann entscheiden, was ich mit MEINEM BEZAHLTEN TICKET mache oder auch nicht.

Mit "kaufe und bezahle"

ist es allerdings nicht erledigt. Schließlich darf man mit gekauftem und bezahlten Heizöl auch nicht ein Auto auf einer öffentlichen Straße betreiben.

äpfel/birnen?

das ist aber kein verbot des ölhändlers, sondern des finanzamts.

Das stimmt, aber das ist auch verboten und hat einen Grund. Es gibt aber keinen Grund, warum man eine gekaufte und bezahlte Dienstleistung NICHT in Anspruch nehmen darf.

da hat der zuständige richter wieder einmal ein schmuckstück an sachkompetenz bewiesen...

egal....ist meines Erachtens nicht exekutierbar

, weil es so und soviele Geschäftsreisende gibt, die häufig so fliegen, dass sie einen Flug verfallen lassen müssen.

z.B. gibt es da die Strecke Wien-Warschau (am selben Tag Hin-und rückflug) für ca. € 830. Buche ich 2x diesen Flug nur mit verschiedenen Rückflügen bekomme ich diese für ca. € 500 insgesamt.

D.h. die Fluglinien werden wegen Preisintransparenz geklagt, weil es nicht sein kann, dass ein Flug am selben Tag viel teuerer ist als ein Flug an unterschiedlichen Tagen (dies ist argumentativ sicher nicht zu halten).

Kasperletheater aber viel Spass den Fluglinien beim Durchexerzieren :)

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