Bei Verfall einer Flugteilstrecke Aufpreis erlaubt

Gericht billigt Vertragsbedingungen der AUA - Kombiticket nur bei Nutzung der kompletten Strecke vergünstigt - VKI beruft

Wien - Wer bei einem Kombiticket nur einen Teil der Flugstrecke nutzt und den Rest verfallen lässt, muss mit einem Aufpreis rechnen. Das Handelsgericht Wien hat eine entsprechende Verbandsklage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) in erster Instanz abgewiesen, berichtet die "Presse" in ihrer Montagausgabe.

Der VKI hatte die Klage gegen die AUA eingebracht, weil er die Klausel, wonach die Nutzung nur eines Teils einer Flugreihenfolge aufpreispflichtig sein kann, für "gröblich benachteiligend", intransparent und in verpönter Weise überraschend ansah. Für das Handelsgericht Wien ist indes keine Benachteiligung des Verbrauchers ersichtlich. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen seien auch nicht unklar oder unverständlich formuliert, da sie auf eine mögliche Preisdifferenz hinweisen.

Der VKI will dennoch weiterkämpfen: "Es geht um eine grundsätzliche Frage, und die wollen wir vom Obersten Gerichtshof geklärt sehen", zitiert die Zeitung VKI-Chefjurist Peter Kolba.

Vor einem Jahr hat das Handelsgericht Wien einer Fluglinie verboten, einen Rückflug für den Fall zu annullieren, dass der Hinflug nicht in Anspruch genommen wurde, sodass sich der Reisende ein neues Ticket kaufen muss. Während diese Entscheidung rechtskräftig wurde, ist das neue Aufpreisurteil anfechtbar. (APA)

Share if you care