Quin: Klassenschülerhöchstzahl wird nicht eingehalten - SPÖ weist Kritik zurück
Wien - Rechtzeitig zum Schulbeginn schießen sich die
Lehrergewerkschafter wieder einmal auf Unterrichtsministerin Claudia
Schmied (SPÖ) ein. Der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eckehard Quin
wirft ihr in einer Aussendung "Gesetzesbruch" vor. Mehr als drei
Jahre nach dem Nationalratsbeschluss zur Senkung der
Klassenschülerhöchstzahl von 30 auf 25 weigere sich die Ministerin
nach wie vor beharrlich, diesen eindeutigen Gesetzesauftrag
umzusetzen. Fast die Hälfte der AHS-Unterstufenklassen weise
Schülerzahlen über 25 auf.
Schmied möge sich das baldige Verschwinden des Gymnasiums aus der
österreichischen Schullandschaft wünschen, als Bundesministerin habe
sie jedoch die Gesetze zu befolgen und ihre verfassungsmäßigen
Pflichten zu erfüllen, tadelt der Gewerkschafter und kündigt an, den
"Gesetzesbruch" anzuprangen, bis die Ressortchefin die "unerträgliche
Diskriminierung" der Gymnasien beende oder der Bundeskanzler seinen
Handlungsbedarf erkenne.
Die SPÖ weist den Vorwurf zurück. Bildungssprecher Elmar Mayer verwies in einer Aussendung
darauf, dass gemeinsam mit der ÖVP beschlossen worden sei, die
Höchstmarke auf einen Richtwert von 25 mit einer 20-prozentigen
Toleranz-Regelung zu senken. Das sei geltende Rechtslage, die
"penibelst" eingehalten werde. Faktum sei zudem, dass der
Durchschnittswert von 25 in den AHS-Unterstufen mittlerweile
unterschritten werde. (APA)