UNO beunruhigt über Gewalt im Bundesstaat Blauer Nil

4. September 2011, 20:41

Forderung die Kämpfe "unverzüglich" einzustellen

Khartum - Die Vereinten Nationen haben sich besorgt über die Kämpfe im sudanesischen Bundesstaat Blauer Nil gezeigt. Er sei "sehr beunruhigt" angesichts der jüngsten Zusammenstöße zwischen der sudanesischen Armee und Truppen des Gouverneurs Malik Agar, erklärte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe für den Sudan, Georg Charpentier, am Sonntag. Charpentier rief beide Seiten auf, "unverzüglich die Kämpfe einzustellen und die Differenzen auf friedliche Weise beizulegen, um den Verlust weiterer Menschenleben zu verhindern und den Vertriebenen die Rückkehr zu ermöglichen".

Nach Angaben des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) flohen allein aus Kurmuk 16.000 Menschen vor den Kämpfen nach Äthiopien. Dies sei die gesamte Bevölkerung der Garnisonsstadt, die jahrelang Schauplatz von Kämpfen im Konflikt zwischen dem Nord- und dem Südsudan war. Während des von 1983 bis 2005 dauernden Bürgerkriegs in dem größten afrikanischen Land kamen rund zwei Millionen Menschen ums Leben. Der Südsudan hatte am 9. Juli seine Unabhängigkeit erklärt, nachdem sich die Bevölkerung in einem Referendum klar dafür ausgesprochen hatte.

Gouverneur Agar, dessen Bundesstaat an der Grenze zum Südsudan liegt, ist verbündet mit der sudanesischen Volksbefreiungsarmee SPLA, deren politischer Arm SPLM im Südsudan an der Macht und im Sudan die größte Oppositionspartei ist. Im angrenzenden Süd-Kordofan, das wie Blauer Nil ebenfalls zum Nordsudan zählt, herrschen bereits seit drei Monaten Kämpfe zwischen den ehemals mit den Aufständischen im Süden verbündeten Nuba-Rebellen und der sudanesischen Armee. (APA)

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