Forderung die Kämpfe "unverzüglich" einzustellen
Khartum - Die Vereinten Nationen haben sich besorgt über die Kämpfe
im sudanesischen Bundesstaat Blauer Nil gezeigt. Er sei "sehr beunruhigt"
angesichts der jüngsten Zusammenstöße zwischen der sudanesischen Armee und
Truppen des Gouverneurs Malik Agar, erklärte der UN-Koordinator für humanitäre
Hilfe für den Sudan, Georg Charpentier, am Sonntag. Charpentier rief beide
Seiten auf, "unverzüglich die Kämpfe einzustellen und die Differenzen auf
friedliche Weise beizulegen, um den Verlust weiterer Menschenleben zu verhindern
und den Vertriebenen die Rückkehr zu ermöglichen".
Nach Angaben des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten
(OCHA) flohen allein aus Kurmuk 16.000 Menschen vor den Kämpfen nach Äthiopien.
Dies sei die gesamte Bevölkerung der Garnisonsstadt, die jahrelang Schauplatz
von Kämpfen im Konflikt zwischen dem Nord- und dem Südsudan war. Während des von
1983 bis 2005 dauernden Bürgerkriegs in dem größten afrikanischen Land kamen
rund zwei Millionen Menschen ums Leben. Der Südsudan hatte am 9. Juli seine
Unabhängigkeit erklärt, nachdem sich die Bevölkerung in einem Referendum klar
dafür ausgesprochen hatte.
Gouverneur Agar, dessen Bundesstaat an der Grenze zum Südsudan liegt, ist
verbündet mit der sudanesischen Volksbefreiungsarmee SPLA, deren politischer Arm
SPLM im Südsudan an der Macht und im Sudan die größte Oppositionspartei ist. Im
angrenzenden Süd-Kordofan, das wie Blauer Nil ebenfalls zum Nordsudan zählt,
herrschen bereits seit drei Monaten Kämpfe zwischen den ehemals mit den
Aufständischen im Süden verbündeten Nuba-Rebellen und der sudanesischen
Armee. (APA)