Kosovo-Handelsstreit

Herbstliche Reife

Kommentar | Adelheid Wölfl, 4. September 2011, 17:55

Es ist notwendig, dieses Treiben zu beenden, um den Rechtsstaat durchzusetzen, die legale Wirtschaft zu fördern und eine dunkle Ära zu beenden

Serbien lenkte ein und stimmte am Freitag zu, die kosovarischen Zollstempel anzuerkennen, Belgrad hat damit in Brüssel politische Reife gezeigt. Der Handelsstreit, der zuletzt zu Gewalt geführt hatte, ist damit beendet. Und die kosovarische Regierung kann einen weiteren Erfolg für sich verbuchen, nachdem Serbien bereits die kosovarischen Pässe anerkannt hat. Prishtina war mit der Strategie, Härte zu zeigen und serbische Güter mit einem Importverbot zu belegen, erfolgreich. Nun will der Kosovo auch im serbisch besiedelten Norden Zölle einheben und die Integrität und Autorität des Staates untermauern.

Das Ende des Handelsstreits macht auch für serbische Unternehmer Sinn. Der kosovarische Markt ist für Serbien im regionalen Kontext betrachtet wichtig, weil serbische Exporteure für ihre Waren in harter Währung - nämlich in Euro - bezahlt werden. Dies stützt auch den Dinar. Im Kosovo wie in Montenegro ist ja der Euro Landeswährung.

Weniger erfreut über die Einigung sind aber jene, die bisher vom Benzinschmuggel profitierten - darunter Kosovo-Serben wie Kosovo-Albaner. Noch immer versuchen Tanklastzüge über die von der Kfor kontrollierte Grenze zu kommen. Es ist notwendig, dieses Treiben zu beenden, um den Rechtsstaat durchzusetzen, die legale Wirtschaft zu fördern und eine dunkle Ära zu beenden. Denn je mehr politische Klarheit herrscht, desto weniger kann die Bevölkerung, wie in den letzten Jahrzehnten, manipuliert werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 5.9.2011)

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11 Postings
www.stattnetz.de
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Der Euro...

... ist im Kosovo und in Montenegro Landeswährung.

Diese Länder scheinen ja im Vergleich zu Griechenland vorbildlich zu wirtschaften....
Quatsch, tun sie natürlich nicht, das Handeldefizit des Kosovo ist desatrös, es beträgt das mehrfache der Exporte.
Griechenland hat einen vergleichsweise vorbildlichen Haushalt.
Dennoch fordert der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach von Griechenland die Abschaffung des Euro als Landeswährung, nicht jedoch von Kosovo und Montenegro, die beide ja bewiesen haben, daß sie mit dem Euro als Währung nicht mal ansatzweise wirtschaften können!

Jasmin Celler
 
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Nicht gut Informiert, Montenegro und das Kosovo nutzen den Euro als Zahlungsmittel sind aber nicht in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion wie es Griechenland ist.
Herr Bosbach fordert das Griechenland aus der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion austritt, den Euro dürfen die Griechen aber gern als Zahlungsmittel weiter nutzen.

Finde den Vorschlag von Herr Bosbach gut, wenn die Kriterien nicht erfüllt werden warum sollte dann Griechenland weiter in der Eurozone bleiben?

www.stattnetz.de
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Nach meinen Informationen wird von gewissen Leuten, u.a. Bosbach velrangt, daß Griechenland wieder zur Drachme zurückkehrt um über eine schwache Währung Exportvorteile zu haben.
Nun könnten aber auch Montenegro und Kosovo mit ihren Außenhandelsdefiziten etwas mehr Export doch gut gebrauchen?
Somit wäre doch doch die Einführung einer Schwachwährung zu empfehlen.
Wenn andererseits Staaten nach Belieben bei Erhalt des Euro als Landeswährung aus der "Eurozone" draußen bleiben bzw. austreten können, ist doch der ganze Stabilitätspakt nebst Sanktionsmechansimen so obsolet wie es obsoleter nicht geht....

Jasmin Celler
 
02

Montenegro und Kosovo haben nahezu keine Güter die man Exportieren kann. Montenegro hat noch den Vorteil des Tourismus, aber das Kosovo hat nicht einmal diesen.
Griechenland hat nur den Tourismus der Industriesektor ist schwach im Vergleich zu anderen Ländern, der Exportvorteil wird nur als Ausrede verwendet, weil man nicht direkt aussprechen kann was viele denken.
Irland und Portugal haben ähnliche Probleme, diese Länder unternehmen aber viel mehr dagegen, bei den Griechen habe ich das Gefühl die versuchen ihre Schuld Deutschland und Co. in die Schuhe zu schieben.

Betrachter
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Rechtsstaat? Kein Problem!

Einfach den Kosovo aufteilen (wie es unlängst der serbische Innenminister vorgeschlagen hat). Dann hätte man eine von beiden Seiten akzeptierte Grenze, an der dann der Zoll eingehoben werden könnte.

NANANANANANANANA BATMAN
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ist denn der einzige weg

"europäische reife" zu zeigen, sich dem willen der EU zu beugen? (obwohl die mitgliedsstaaten selbst nicht einer meinung sind)

Jasmin Celler
 
02

Die Frage ist welche Mitgliedstaaten sind das?
Das sind zumeist Mitgliedstaaten die ähnliche Probleme haben.

Mazedonien wird immer noch nicht von Griechenland anerkannt warum darf Mazedonien nicht der NATO beitreten?
Die EU schafft es nicht einmal diesen Streit zu beenden, weshalb wird jetzt gefordert das beim Thema Kosovo alle EU Staaten einer Meinung sein müssen?

Drago+
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Adelwolf wieder unterwegs..))

Vergessen hat die Dame zu erwähnen, dass einmal die EU vermittelt hat (is' quasi EU-Schiedsspruch), und dann dass der Kosovo-Zollstempel das Beiwort Republik nicht haben wird, also genau das, was Belgrad gefordert hatte;)

Aber gut, Albaner sind stark, yea'... Lassen wir ihnen den Glauben, wenn sie dafür Ruhe geben.

Mr Demi
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man ist einfach Realitätsstutzig

Man will einfach nicht wahr haben, man malt sich seine eigene Bilder aus und interpretiert alles wie man es will. Dennoch für mehr politischen Background um mitreden zu können, sollte man ja auch besitzen. dies "wie es Serbien wollte" gilt wahrscheinlich für dich dennoch auf Kosovozoll-Stempel hat nie "Republik Kosovo" gestanden aber auf einmal ist "alles wie es Serbien wollte"

die aussage "Denn je mehr politische Klarheit herrscht, desto weniger kann die Bevölkerung, wie in den letzten Jahrzehnten, manipuliert werden." sollte wohl für dich und viele deiner Landsleute gelten.

Drago+
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Es stand aber daneben UMNIK. Das wollte Pristina weg, und als es zu Verhandlungen um eine Lösung kam, hat Pristina seine Aktion gestartet. Damit hatte Pristina einseitig - wieder einmal - die Verhandlungen beendet. Mit dieser Taktik - "Entweder ich bekomme was ich will, oder ich mach Radau" - macht sich Pristina keine Freunde. Dass vielleicht Druck auf Belgrad gemacht wird heißt nicht, dass Pristina im Recht ist. Vielmehr liegt der Eskalationsschlüssel in Pristina, also wird versucht, dem vorzubeugen.

Andererseits fand in Belgrad dieses Jahr die bisher größte NATO-Konferenz statt, und diese Woche ist 50-Jahre-Blockfreienjubiläum mit 107 Außenministern und ihren Delegationen. Ich denke, dass so "unbeliebt" Belgrad auch wieder nicht ist.

Heute von Gestern
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"Republik" stand auch zuvor nicht auf dem Stempel und dennoch hat sich Serbien geweigert, diesen anzuerkennen. Und jetzt auf einmal nachdem Prishtina Härte gezeigt hat, wird genau diese Stempel anerkannt. Spricht für sich selbst...

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