"Gestern Brösel, heute Brot"

4. September 2011, 17:05

Premier Netanjahu kündigt nach Massenprotesten "verantwortungsvolle Veränderungen" an

Insgesamt lieferten Samstagabend mehr als 400.000 Menschen auf den israelischen Straßen den Beweis dafür, dass die Proteste gegen den Wohnungswucher nicht eine Sommer-Episode waren, sondern sich zur stärksten Volksbewegung in der Geschichte des Landes ausgewachsen haben.

In Tel Aviv bejubelten geschätzte 300.000 Menschen die Reden und Konzerte bei der zentralen Kundgebung. Die Schilder mit Slogans wie "Gestern Brösel, heute Brot", "Wohnungen für alle" oder "Das Volk will die Wende" waren unübersehbar.

Der Vorsitzende der Studentenunion, Itzik Shmuli, machte Stimmung: "Lernen Sie uns kennen, Herr Premierminister, wir sind die neuen Israelis!", rief er. "Lasst uns in diesem Land leben. Die neuen Israelis fordern eine Veränderung, und sie werden nicht aufhören zu kämpfen, bis es echte Lösungen gibt." In Antwort darauf skandierten die Massen das Leitmotiv der Bewegung: "Das Volk fordert soziale Gerechtigkeit!"

Die Regierung versicherte, man habe die Botschaft verstanden, Reformen seien unterwegs. Premier Benjamin Netanjahu ernannte den angesehenen Ökonomen Manuel Trajtenberg zum Leiter einer Kommission, die bis Ende September konkrete Vorschläge vorlegen soll. "Die öffentliche Debatte schafft eine Gelegenheit, echte und verantwortungsvolle Änderungen herbeizuführen", sagte Netanjahu am Sonntag. Er werde "schnell handeln" und "korrigieren, was man korrigieren muss". Zugleich müsse er aber "die richtige Balance zwischen sozialer Empfindsamkeit und wirtschaftlicher Verantwortung wahren" - die Lebenshaltungskosten könnten nur gesenkt werden, "wenn unsere Wirtschaft nicht zusammenbricht, wie dies in einigen Ländern in Europa passiert ist."

Die Protestbewegung sieht sich in einer neuen Phase: Man will jetzt die Zelte abbrechen und vorläufig auf große Demonstrationen verzichten, ein Teil der Aktivisten will mit der Kommission kooperieren. Gibt es dann keine zufriedenstellenden Ergebnisse, soll mit der nächsten Demonstration noch mehr Druck gemacht werden. (Ben Segenreich aus Tel Aviv/DER STANDARD, Printausgabe, 5.9.2011)

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Freund der Sanktionen
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Daß er auf die Proteste reagieren WILL,

glaub ich weniger, eher, daß er darauf reagieren MUSS...

Michel Berger
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Die Lage wird kompliziert, wenn man sich nur noch gegenseitig bescheissen kann.

das haar in der suppe
 
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"wucher"

ich glaube, da hätte es vor allem im vorliegenden kontext (juden - wucher - antisemitische stereotype) eine glücklichere formulierung geben können. unabhängig davon dass wucher auf einer quantitativ anderen ebene anzusiedeln ist als das was am israelischen wohnungsmarkt vorzufinden ist.

lassen Sie mich durch
22

Frau merkel bitte Überweisen Sie mal 10 Milliarden Euro damit wir erst mal die Menschen für 1 jahr ruhig stellen,was bei Griechenland funktioniert sollte auch bei Israel Funktionieren.

Sternchen100
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"Wir sind ultrareligiös, ultrakonservativ und ultrakapitalistisch..."

Es ist unmöglich, mit diesem US-hörigen neoliberalen Gesindel irgendeine vernünftige Politik für die Bevölkerung zu machen, zudem führt dieser Kurs immer zu einem Staatsbankrott und zur Verarmung der Bevölkerung. Aber sie machen es überall immer wieder, seit E. 18. Jhd. = soziale Ansätze und Finanzerholung - Ultrakapitalismus und Abstieg - Staatsbankrott, soziale Ansätze und Erholung - Ultrakapitalismus und Abstieg - Staatsbankrott, soziale Ansätze und Erholung - Ultrakapitalismus und Abstieg - Staatsbankrott....

Würden die Menschen aus der Geschichte lernen, würde sie nicht dauernd auf die Finanzbarbarei und Wirtschaftsdschungelmentalität hereinfallen, in die sie durch die Gier einiger Bonzen hineingetrieben werden! Wie oft denn noch?

Herzerzog Johann
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Staatsbankrotte hat der reale Sozialismus auch geschafft. Im Unterschied zu diesem steht der Kapitalismus nach der Pleite allerdings wieder auf.

Bastardl
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der Kapitalismus steht wieder auf weil der normale Durschnittsverdiener so blöd ist und den Managern trotz Verlusten wieder Boni auszahlt!?

Lichtfreak
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Premier Netanjahu kündigt nach Massenprotesten "verantwortungsvolle Veränderungen" an

Er tritt zurück?

DieBo
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Äh was bitteschön ist an einer Demokratie so toll wenn die Regierenden erst auf massiven Druck reagieren. Laufen die vorher blind und mit Ohrenstöpsel durch ihr Land?

So wie es sich darstellt sieht es doch so aus als ob die Reichen die anderen Menschen lediglich als Erfüllungsgehilfen dulden.....

Herzerzog Johann
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In Demokratien wirst du für den "massiven Druck" in der
Regel wenigstens nicht totgeschossen. Ist doch auch was.

Gerhard Schneider
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Sozialer Wohnbau

Hoffen wir nur, dass der Soziale Wohnbau jetzt nicht im Westjordanland vorangetrieben wird - dort will zwar kein Israeli der klar im Kopf ist hin, aber politisch würde es ja so gut passen..

drKannibalFekter
 
42
Sozialstaat und Krieg sind unvereinbar

Das sieht man auch in den USA. Die geben zwar unmengen Dollars für diverse Kriege aus regen sich aber auf wenn eine Krankenversicherung für alle geben soll.
Israel täte gut daran statt in Frieden im Krieg mit dem Nachbarn zu leben, auf hinterhältige Landgewinne zu verzichten, keine 8m hohe Wälle zu bauen, dann wäre plötzlich viel Geld für Soziales vorhanden.

Bastardl
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Sie meinten ja wohl nicht:
"Israel täte gut daran statt in Frieden im Krieg mit dem Nachbarn zu leben" - so wie es da bei Ihnen steht, sondern umgekehrt!?

Bastardl
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Selten so gelacht,

mit Nachbarn wie der Hisbollah, der Hamas oder einem (noch) unsicheren Ägypten einfach mal abrüsten...
Sie kleiner Witzbold!?

Menahem Zitzesbeisser
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Israel täte gut daran statt in Frieden im Krieg mit dem Nachbarn zu leben,

it always takes two to tango! oder kack wenn der Tuches zu ist! Sie scheinen offenbar zu ignorieren wer denn Israel's Nachbarn sind!

Herzerzog Johann
52

Israel wird aber immer bis an die Zähne bewaffnet bleiben müssen, egal wie friedlich sich die Nachbarn gerade gebären. Die sind trditionell unsichere Kantonisten. Ein Umsturz dort genügt und alles ist wieder ganz anders. Die Israelis sind ja nicht dumm, daß sie dies riskieren würden.

Armin Wilhelm Kolprat
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Wann gibt es bei uns solche

Massendemonstrationen gegen Miet-Wucher und rasant steigenden Lebensmittel-Preisen und gegen gigantische Energie-Kosten??????

Aber Ostrija ist eben anders.

Shalom vom Berg der Freude

wurm83
 
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ich denke

die leute in israel haben ganz anderen zugang zu wohnungen, wenn du einerseits siehst wie die palästinenser ausgebeutet werden und unrechtmäßig siedlungen in deren gebiet gebaut werden (ohne grund und boden zu bezahlen) und andererseits die mietpreise steigen...

chaimele
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ja, ja, israel ist klein, aber es hilft

sich eine karte der gegend zur hand zu nehmen, zu schauen, wo es überall siedlungen gibt (ja, da gibt es städte wie tel aviv und netanya und haifa, um nur drei zu nennen), da leben israelis. nach der arbeit mit der landkarte könnte sie, wurm83, mal in sich gehen und ihre vorurteile oder ihr mangelndes wissen (die kronen zeitung ist definitv keine literatur und keine enzyklopädie) überprüfen und dann, ja, dann posten wieder.

Makronaut
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alles klar - weil es in tel aviv (wo die wohnungen so teuer sind) auch so viele siedlungen gibt.

-_-

alf45
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schön wärs

wenn dieser aufstand in eine friedensbewegung übergehen würde!

DieBo
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wird es aber nicht...es ist eher eine blendgranate...

santa fe
 
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"power to the people" ist ein protestsong von john lennon, der auch "give peace a chance" geschrieben hat. der zusammenhang zwischen antisozialer rechtspolitik und kriegspoltik ist evident.

die reich(st)en führen weltweit völlig unverblümt den abbau des sozialstaates durch, um ihre steuerprivilegien finanzieren lassen zu können, und ihren eskalierenden krieg um das erdöl.

organisation einer gewaltlosen massenbewegung für sozialen und internationalen frieden:

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN für alle

finanziert von der FI (finanzindustrie) durch eine zweckgebundene finanztransaktionssteuer auf alle börsen- und bankgeschäfte ab einer gewissen höhe.

solidarität aller nicht-reichen statt krieg für die reichen. sozialer friede und befreiung vom lohnterror. freiwilligkeit der arbeit und des wehrdienstes. abschaffung auch der indirekten sklaverei - endlich und endgültig.

Chris Sun
00
BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN für alle

und wenns schon dabei seids, bitte auch gleich sämtliche Drogen legalisieren.

ein neuer tag
03
antwort:

Rücktritt Netanjahus durch Neuwahlen erzwingen!

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