Türkei mit "Plan B" gegen Israel

4. September 2011, 17:01

Ankara kündigt Auslaufen der Kriegsflotte an

"B" könnte auch für "Bestrafung" stehen: Der "Plan B" tritt in Kraft, sollte sich Israel nicht formell für die Erschießung von neun türkischen Aktivisten beim Sturm auf die Gaza-Hilfsflotte im Mai 2010 entschuldigen, hatte die türkische Regierung schon vor Wochen angekündigt. Die Situation ist nun eingetreten: Noch diese Woche will Ankara beim Internationalen Gerichtshof Klage gegen Israel einreichen.

Außenminister Ahmet Davutoglu ging bei der Vorstellung seines Strafkatalogs noch weiter: "Die freie Schifffahrt im östlichen Mittelmeer wird gesichert." - Eine indirekte Drohung gegen Israel mit militärischen Schritten. Noch in den nächsten Tagen wird eine Verstärkung der Präsenz der türkischen Marine erwartet. Davutoglu sprach von der "Route Iskenderun-Suez", der östlichen Hafenstadt der Türkei am Mittelmeer bis zum Kanal ins Rote Meer.

Ankara bei UN für Palästina

In Ankara ist die Verärgerung groß über den am Freitag vorgelegten UN-Bericht zur Gaza-Hilfsflotte. Die Folgerungen der Kommission, die vom neuseeländischen Expremier Geoffrey Palmer geleitet wurde, seien nicht bindend, erklärte Davutoglu am Wochenende, Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag aber sehr wohl. Die Türkei will dort gegen Israels Seeblockade des Gazastreifens klagen, die auch der Grund für den gewaltsamen Stopp der Gaza-Hilfsflotte war. Rechtliche Schritte gegen Israels Militär würden folgen. Bis Mittwoch muss Botschafter Gabriel Levy auch das Land verlassen.

Die Türkei will Israel auch mit diplomatischen Initiativen bestrafen. Bei der UN-Vollversammlung noch im September wird sie für den Antrag der Palästinenser auf staatliche Anerkennung werben. Washington bemüht sich in einem letzten Kraftakt, eine Reihe von Staaten von einer solchen Unterstützung abzubringen und verspricht neue Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. Der türkische Premier Tayyip Erdogan könnte zur selben Zeit der neuen Führung in Kairo einen Besuch abstatten und dann weiter nach Gaza reisen. Ein Solidaritätsbesuch bei der Hamas würde mehr als alles andere in den letzten Jahren den politischen Kurswechsel der Türkei hin zum Fürsprecher der arabischen Bevölkerung demonstrieren. (Markus Bernath aus Istanbul/DER STANDARD, Printausgabe, 5.9.2011)

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Wer naemlich mit mit "h" schreibt...

Fakt ist, eine kriegerische Auseinandersetzung mit Israel würde die Türkei Nord-Zypern kosten. Weder wäre die türkische Marine, schon gar nicht die türkische Luftwaffe einem solchen Szenario gewachsen.
Aber das weiß natürlich auch der Generalstab. Ob der Erdogan ins Messer laufen lässt? ;)

Alles bla bla bla

Genauso wie Erdogan Syrien gegenüber eine Frist von 10 Tagen gegeben hat. Ist schon 3 Wochen her.
Und auch nach der Gaza Hilfsflotte letztes Jahr wurde angekündigt, dass sie Kriegsschiffe entsenden werden. Große Töne und nichts dahinter.

Außerdem hat "Plan B" schon seit 2009 begonnen. Nämlich mit Erdogans öffentliche Kritik an Peres. Und der steigende Antisemitismus in den türkischen Medien. Da gabs die Serie und natürlich auch den Film (tal der wölfe). Und nicht zu vergessen die IHH mit ihrer "Hilfsflotte" und den friedliebenden Aktivisten.

Das was die Türkei will, ist mehr Ansehen bei den arabischen Staaten. Dabei merken sie nicht, dass sie ausgenützt werden und sie eigentlich zur Marionette werden.

Kann mir das einer erklären: die türkische Marine will 1000 km von ihrem wichtigsten Kriegshafen entfernt eine legitime Blockade brechen und damit schlimmstenfalls in einen Krieg eintreten?

Theaterdonner. Die paar türkischen Fregatten werden sich schönere Beschäftigungen wünschen als eine Auseinandersetzung mit der israelischen Luftwaffe.

Nicht zu vergessen auch die 6. US-Flotte, die sicher nicht zusehen wird, wie sich das Mittelmeer zum Pulverfass entwickelt.

Spannend würde es, wenn z.B. die IHH ein Hilfsschiff nach Gaza entsenden will und die Marine um Geleitschutz bittet.

Beim Versuch, die Blockade zu durchbrechen, könnte es zur Eskalation kommen.

Aber das wird im Vorfeld verhindert, und auch Erdogan hat kein Interesse daran, auf Al Dshazira seine Schiffe im Wert von 1-2 Mrd. Dollar untergehen zu sehen.

Ich schätze mal,

die werden ein wenig vor Isr. Küstengewässern auf und ab schippern und damit die isr. Maine und Luftwaffe beschäftigen. Also Geld verbrennen auf beiden Seiten.

Wahrscheinlich nicht mal das.

Ist ja nicht ausgeschlossen, dass eine Fregatte dann mal auf eine F-15I feuert. Und dann gnade den Türken Gott ...

Naja, ich glaube nicht,

daß es zu irgendwelchen Gefechten kommen könnte. Auch den türkischen Kommandeuren ist wohl klar, daß sie bei einer Auseinandersetzung vor Isr. Küste nur den Kürzeren ziehen können.

Ob Israel es hinnehmen wird, dass vor seiner Küste fremde Kriegsschiffe schippern? Wenn ich mich so zurück erinnere ;)

Naja, solange die Türken VOR dem Küstenmeer herumschippern,

wird Isr. nicht viel unternehmen können. Einen Bündnisfall werden auch die Isr. nicht riskieren.

Aber sie werden die Fregatten massiv provozieren. Und wenn der Captain dann die Nerven verliert...kann üble Folgen haben.

Abgesehen davon wärs ein Leichtes, sich russische Torpedo zu besorgen. Da triffts sichs gut, dass die Gal-Klass-U-Boote auch die USET-80-Torpedos abfeuern könnten (mit ein paar kleinen Umbauten).

Und die Türken werden das Spielchen umgekehrt spielen

und die isr. Piloten provozieren (Feuerleitradar aufschalten, etc).

Ob das mit russischen Torpedos eine so gute Idee wäre? Ich weiß über die Qualität der türkischen Marine nicht Bescheid, üblicherweise wird auf abschießende U-Boote gerne zurückgefeuert (fahren die Pötte der Gal-Klasse überhaupt noch?).

Ja, eines hat man abgewrackt, zwei werden modernisiert. Wie schnell die wieder in den Dienst gestellt werden können, weiß ich nicht.
In küstennahen Gewässern sind die immer noch recht gefährlich und wenn die Torpedos ins Ziel gehen, schießt auch keiner mehr zurück.

Nachdem Flotten meistens im Verband fahren,

wird wohl schon zurückgeschossen werden.

So wie halt Israel

100te Kilometer von der Blockade entfernt im internationalen Gewässer Schiffe entered.

Aber nein -

die wollen nur ein bisschen provozieren.
Damit im ernstfall die Standard-Poster dann behaupten können, Israel hat schon wieder einen krieg begonnen.

Aber wenn man die Berichterstattung über tuerkische Fernsehserien und Filme verfolgt hat, ist ja dieser "Wandel" in den Beziehungen zu Israel nicht mehr so erstaunlich.

Die Israelische Luftwaffe wird es nicht dulden, wenn ihre Kampfflugzeuge durch eine türkische Lenkwaffen-Fregatte bedroht werden.

Das steht nicht im Artikel!

Auch nicht zwischen den Zeilen?

aber das will er offensichtlich

R.T. Erdogan leidet unter Größenwahn

und da er gegenüber seinem Freund B. Assad, der bereits mehr als 2.200 Syrer massakrieren ließ, nichts unternimmt, will er Israel gegenüber den großen Staatsmann spielen.
Das gefällt auch vielen Türken nicht. Siehe die englische Ausgabe der Tageszeitung Hurryet:
http://www.hurriyetdailynews.com/n.php?n=w... 2011-08-23

Wow!

Ein wirklich interessanter Artikel.

Da sieht man, wie manipulativ unsere Medien sind und wie sie bewusst oder unterbewusst eine eigentlich nicht nachvollziehbare Hetze gegen Israel unterstützen.

Meine Aussage des Tages:
"Peace will come when the Arabs will love their children more than they hate us."
(Golda Meir)

Permanente Erfolgslosigkeit

Die türkische Aussenpolitik ist ein Scherbenhaufen und das jüngste Debakel lässt dieses seltsame Dreigestirn Erdogan, Davutoglu, Gül durchdrehen.

Sie sind nicht mehr zurechnungsfähig.
Bemerkenswert cool und überlegt schon seit Tagen die Hürriyet. Bisschen Hoffnung haben die Türken also noch.

Heuchler!

Der Unternehmenslust der westlichen freien demokratischen VorzeigeWelt in Bezug auf Syrien kennen wir ja bereits.

die "unternehmenslust" in bezug auf syrien besteht zu recht, sogar die türkische regierung sieht das so. wenn du das nun ins lächerliche ziehen willst, dann frag ich mich, wer hier der heuchler ist.

Korrektur: Unternehmungslust

hoffen wir mal, dass bekdil nicht in irgendeinem keller landet. 8-/

Klassische Kompensation: Das Scheitern im Bereich A durch übertriebene Aktivität im Bereich B verdecken wollen.

Fragt sich, warum außer harschen Worten im Falle Syriens nichts weiter erfolgt.

Apropo "harsche Worte"

Ich frag mich auch die ganze Zeit, wo eigentlich die Taten und Worte der freien Vorzeigedemokratien der westl. Staaten sind?

Oder die Bereitschaft syrische Flüchtlinge aufzunehmen?

jaja Georg, das ging leider in die Hose....

Türkei Aussenpolitik ("O Probleme=zero problems) mit den Nachbarn

Wie es aussieht, legt es sich die Türkei jetzt gleich mit Syrien (Assad ist gegen eine Einmischung in innere Angelegenheiten), Iran ist sauer wg Syrien (Iran unterstützt Assad). Mit Israel wg Mavi Marmara.Mit Armenien sind die Beziehungen ohnehin eingefroren, der Grenz-Wassergraben der Griechen passt auch nicht, das okkupierte Nordzypern wollen sie auch nie mehr hergeben, was die Beziehungen mit den Zyprioten auf Dauer vergiftet,im Nordirak sind die Menschen sauer wegen den Bombadierungen
in Deutschland und Österreich sind Erdogan die Bemühungen der Regierungen, die zugewanderten Türkren halbwegs zu integrieren ein Dorn im Auge (siehe seine Statements in DE, "Assimilation ist ein Verbrechen gg die Menschlichkeit " )*kopfschüttel*

Äußerst amüsant, wie sie kopfschüttelnd die nachbarschaftlichen Beziehungen

der Türkei analysieren.
Ungereimtheiten unter den Arabern bzw islamischen Staaten ist ähnlich einem Streit unter Brüdern. Er kann bis zum Äußersten gehen, aber dennoch existiert eine unzerstörbare Verbundenheit, die sie im Kampf gegen eine äußere Bedrohung jederzeit vereint.
Ich würde mir wünschen, dass in Israel ähnlich viele Menschen für ein miteinander auf die Straße gehen, so wie sie für eine sozialere Gerechtigkeit kämpfen.

Warum mutieren hier Normalos immer zu irgendwelchen Möchtegern-Superexperten?

*kopfschüttel*

o_O

…militärische schritte gegen eine laut un völkerrechtlich saubere blockade? militärisch gegen einen engen verbündeten der nato?

spinnen die türken jetzt komplett?

wenn etwas verrückt ist dann ist es die blockade.
diese blockade als sauber zu nennen ist echt widerlich

die hamas führt krieg gegen isr zivilisten. und da ist eine blockade völlig in ordnung. es ist ja nicht so, als ob jemand die hamas dazu zwingen würde - im gegenteil.

beschwerden also bitte an hamas und/oder uno.

"saubere blockade"

Ja, genau...

laut uno.

meines erachtens ebenfalls, aber das wird den türken eher wurscht sein. ;-)

Also Sie werden ja nicht ernsthaft gedacht haben, dass die UNO es wagen würde hier zu einem Ergebnis zu kommen, dass den USA nicht passt?

genau deswegen hat der unmenschenrechtsrat auch noch nie isr verurteilt. -_-

</irony>

sie sind neu auf dem gebiet, oder?

Bei Dingen die kein vernünftiger Mensch normal finden kann (Mauer, Zäune, Siedlungsbau, ...) gibt es eben die folgenlosen Alibiverurteilungen. Das es hier um mehr geht, ist ja klar.

wer in der redaktion hat angst vorm makronaut? 2. versuch ^_^

eh. dass erst durch die sperranlage die attentate auf nahezu null runtergefahren wurden, ist tatsächlich nicht normal. aber auch die isr können sich ihre nachbarn nicht aussuchen.

ansonsten war libyen NACH dem aufstand der ERSTE arabische staat, den der unmenschenrechtsrat verurteilt hat. ansonsten wird da nur isr gebasht.

die un ist traditionell gegen isr eingestellt. dass sie auf einmal eine ausgabe des völkerrechts in die hand genommen und tatsächlich nachgeschlagen hat, bevor isr verurteil wurde, scheint viele hier zu überfordern.

Sicher, Mauern bringen immer das Meiste wie die Geschichte gezeigt hat.

Ich sehe schon, dass hat nicht viel Sinn mit Ihnen zu diskutieren.

...zumindest nicht viel, wenn sie auf ihrer dogmatischen meinung bestehen, das isr böse sei.

aber nachdem sie mauern nicht mal akzeptieren, wenn sie leben retten…

-> scheinen halt die falschen leben zu sein.

@ Makronaut

es sind nicht die Türken die spinnen; es ist ihr Chef....

das traurige ist dass der Chef bei seinen türken damit enorm punktet.

Mögliche Opposition in der Militärführung hat er allerdings bereits beseitigt ...

Erdogan will die Türkei neu positinieren. VOn einem EU Beitritt, also einer Eingliederung in eine "westliche" Staatengemeinschaft scheint er nichts mehr wissen zu wollen und gefällt ihm offenbar die Rolle als "Leader der muslimischen Welt" viel besser. Was das für den Laizismus in der Türkei bzw. liberal weltliche Türen langfristig bedeuten wird, sei mal so dahin gestellt, ich denke aber dass diese derzeit noch von Nationalstolz getragene Neuorientierung mittel- oder langfristig die eine oder andere Gefahr mit sich bringen wird. Dass der Einfluss der Religion in der Türkei wieder stärker wird, war ohnehin schon in den letzten Jahren zu beobachten und ist IMHO ein alarmierendes Signal

Volle Zustimmung, nur brauchen gerade wir in Österreich uns deswegen nicht ärgern, waren es schließlich die österreichischen Politiker die am vehementesten gegen einen EU Beitritt der Türkei gekämpft haben und mit dem schließen dieser Tür eine Neuorientierung erzwungen haben.

Bingo : Sie sagen es :

http://derstandard.at/plink/131... id22746601

Erdogan versucht von den innenpolitischen Themen abzulenken, siehe Link den oben. Erst gestern wurden wieder türkische Soldaten getötet von der PKK in Tunceli.

@ an alle türkischstämmigen User : "Was die machen, betrifft mich einfach nicht"
Wer in einer Demokratie schläft, wird in einer Diktatur aufwachen und dann (wieder mal) weinerlich "Davon hab ich nix gewusst!!!" rufen...

Wird Zeit dass meine Landsleute ihre rosarote Brille abnehmen und erkennen, dass RTE ein machtgeiler Politiker und ein zu tiefst verachtender Menschenrechtsfeind ist (Warum ? siehe Link oben)

Gut argumentiert.

Die Türken dürfen nicht vergessen, dass ihre Wirtschaft und damit ihr wirtschaftliches Wohl vom Westen abhängt. Das zeigt sich auch an den Millionen türkischen MigrantInnen im Westen. Und sollten sie z.B. stolz auf ihre Armee sein, dann bitte daran denken dass diese Armee westliches Kriegsgerät benutzt, und selbst jenes was die Türkei selbst produziert ist überwiegend westliche Lizenz wie z.B. die US-amerikanische F-16. Mit einem übertriebenen Nationalismus, dem sog. Neo-Osmanismus Erdogans, riskiert die Türkei, eben viele Freunde im Westen zu verlieren. Und das würde der Türkei vielleicht nicht so gut tun...

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