Präsident Sharif Sheikh Ahmed begrüßte, dass "Somalia seine Probleme regelt"
Mogadischu - In Somalia hat am Sonntag unter Leitung der Vereinten
Nationen eine Konferenz über die Zukunft des Landes begonnen. Das dreitägige
Treffen findet unter dem Schutz der Truppen der Afrikanischen Union (AU) im
Parlament in der Hauptstadt Mogadischu statt. Auf der Konferenz soll unter
anderem über die Reorganisation der Übergangsregierung gesprochen werden, der es
auch mehr als 20 Jahre nach dem Sturz des langjährigen Präsidenten Siad Barre
und der Eskalation des Bürgerkriegs nicht gelungen ist, das Land unter Kontrolle
zu bringen.
Neben Vertretern der Übergangsregierung nehmen auch Gesandte der Führungen
von Puntland und anderer halbautonomer Gebiete teil. Bei der Konferenz soll es
um die Aussöhnung zwischen den Konfliktparteien, die Organisation von Wahlen und
die Verbesserung der Sicherheit gehen. Vertreter von Somaliland, das sich 1991
für unabhängig erklärt hatte, sowie von der islamistischen Shebab-Miliz werden
bei dem Treffen allerdings nicht vertreten sein. Die Shebab-Miliz hatte sich
Anfang August aus Mogadischu zurückgezogen, kontrolliert aber weiter weite Teile
des Zentrums und des Südens des Landes.
Der somalische Präsident Sharif Sheikh Ahmed begrüßte am Samstagabend, dass
"Somalia seine Probleme regelt". Seit dem Zusammenbruch der Staatsgewalt 1991
gab es bereits ein Dutzend Versuche, die Macht der Zentralregierung
wiederherzustellen. Seit der Einsetzung der Übergangsregierung 2004, gab es
bereits fünf Regierungschefs und zwei Staatspräsidenten. Die humanitäre
Situation hat sich durch die seit Monaten andauernde schwere Dürre weiter
verschärft. Nach UN-Angaben starben in den vergangenen Monaten tausende Menschen
an Hunger, Hunderttausende flohen in die Nachbarländer. (APA)