Laut AKNÖ seit Jahresbeginn allein 1.300 in Niederösterreich - Problem weit verbreitet - 400 Anfragen pro Woche
St. Pölten - 1.300 niederösterreichische Arbeitnehmer haben
nach Angaben der Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ) vom Sonntag seit
Jahresbeginn ihren Job verloren, weil sie krank geworden sind. Das
gehe aus persönlichen Beratungsgesprächen in den 21 Bezirksstellen
hervor. "Kündigungen im Krankenstand sind zu einer ernsten Bedrohung
für die Beschäftigten geworden", stellte dazu AKNÖ-Präsident Hermann
Haneder fest. Er kritisierte außerdem, dass "viele Arbeitgeber die
Gesetze zur Lohnfortzahlung in zunehmendem Ausmaß missachten".
Bei Kündigungen im Krankenstand kommt es nach einer Analyse der
Beratungen zu massiven Verletzungen von gesetzlichen und
kollektivvertraglichen Bestimmungen. 400 Anfragen pro Woche bei der
Arbeitsrechts-Hotline würden "zeigen, wie weit verbreitet dieses
Problem in Niederösterreich geworden ist", so die AKNÖ.
Haneder kündigte am Sonntag auch an, Gespräche mit der
Wirtschaftskammer über die Wiedereinführung des
Entgeltfortzahlungsfonds führen zu wollen. Dieser von allen
Arbeitgebern gespeiste Fonds wurde im Jahr 2000 aufgelöst. Er
ersetzte davor den Betrieben die Lohnkosten während des
Krankenstandes. (APA)