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Media-Markt-Gründer kann sich Trennung von Metro vorstellen
Im Dauerstreit mit dem Handelsriesen Metro hat Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals eine Loslösung vom ungeliebten Mehrheitseigner ins Spiel gebracht. Der "Welt am Sonntag" sagte der Firmengründer, er könne sich auch eine Zukunft von Media-Saturn ohne die Metro vorstellen: "Natürlich machen wir uns auch Gedanken darüber, ob es mit einem neuen Gesellschafter weniger Probleme gäbe. Wir haben ja bereits Anfragen von Investoren." Diese habe man gebeten, direkt mit der Metro zu verhandeln. "Wenn die Metro zum Verkauf ihrer Media-Saturn-Anteile bereit ist, werden wir uns weiteren Gesprächen mit den Investoren sicher nicht verschließen", erklärte Kellerhals.
Metro will an Beteiligung festhalten
Ein Sprecher des Metro-Konzern betonte am Samstag dagegen erneut, dass das Unternehmen an seiner Beteiligung festhalten wolle. Bei Metro habe bisher auch kein Investor angeklopft. Darüber hinaus verwies der Sprecher auf eine Mitteilung des Aufsichtsrates vom vergangenen Donnerstag. Vorstandschef Eckhard Cordes habe für sein Vorgehen und die Wahrung der Interessen der Metro im Kreis der Gesellschafter der Media-Saturn-Holding die volle Unterstützung des Kontrollgremiums.
Kritik
Der 71-Jährige Kellerhals griff den auch im eigenen Unternehmen umstrittenen Metro-Chef erneut scharf an und forderte ihn zum Rückzug auf. Es sei allerdings nicht seine Aufgabe, darüber zu entscheiden, sondern die des Aufsichtsrates der Metro. "Media-Saturn hat in Düsseldorf einen Ansprechpartner verdient, der Erfahrung und Begeisterung für den Handel mitbringt."
Klage
Cordes will die Macht der Minderheitsaktionäre in Europas größter Unterhaltungselektronik-Kette Media-Saturn brechen. Denn Kellerhals, dessen Familie gut 21 Prozent der Anteile gehören, kann in der Gesellschafterversammlung jedes Projekt der Metro blockieren, weil in dem Gremium eine Mehrheit von 80 Prozent vorgeschrieben ist. Diese Hürde will Cordes abschaffen und durch einen Beirat ersetzen, in dem die einfache Mehrheit ausreichen würde. Gegen diesen Plan hat Kellerhals geklagt.
Vertragsverlängerung unsicher
Cordes denke zu kurzfristig und schade Media-Saturn: "Die Metro redet das Unternehmen schlecht, dabei ist es kerngesund und verdient viel Geld. In diesem Jahr wahrscheinlich 575 Millionen Euro", sagte Kellerhals. Allerdings wies der Metro-Sprecher darauf hin, dass Media-Saturn im ersten Halbjahr einen Verlust verzeichnete. Der Vorstandsvertrag von Cordes endet im Oktober 2012 und kann frühestens im November dieses Jahres erneuert werden. In Kreisen des Aufsichtsrates gilt eine Verlängerung seines Vertrages als nicht sicher, hatte die dpa erfahren. Sowohl Vertreter der Kapitaleigner als auch der Arbeitnehmer sähen eine Verlängerung derzeit kritisch. (APA)
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