Golowatow: Litauens Haftbefehl war "unverantwortlicher Schritt"

3. September 2011, 16:57

Ex-KGB-Offizier: Verhalten Österreichs "völlig korrekt" - "Ausschließlich politische Motive"

Wien - In der Causa um den von Litauen als Kriegsverbrecher gesuchten Michail Golowatow (Mikhail Golovatov) hat sich nun der Ex-KGB-Offizier selbst erstmals in einer österreichischen Tageszeitung zu Wort gemeldet. Der litauische Haftbefehl gegen ihn sei ein "politischer und unverantwortlicher Schritt seitens des litauischen Staates", sagte Golowatow gegenüber der "Presse" (Sonntagsausgabe). Die österreichische Exekutive habe sich aber "völlig korrekt" verhalten, bekräftigte er erneut.

"Als ich den Haftbefehl las, war mir klar, dass er politisch motiviert war", so der russische Ex-Kommandant. Auch sein Anwalt Gabriel Lansky, der laut Golowatow wahrscheinlich von der russischen Botschaft organisiert wurde, konnte in dem Haftbefehl "ausschließlich politische Motive erkennen". Wörtlich soll Lansky nach Golowatows Angaben gesagt haben: "Kein einziger EU-Staat wird aufgrund dieses Haftbefehls die Forderungen der litauischen Seite erfüllen."

Kein Druck

Druck seitens Moskau, den ehemaligen KGB-Offizier nicht nach Litauen auszuliefern, dementierte Golowatow: "In Moskau war es zwei Uhr Nacht, in Österreich Mitternacht. Wie hätte man da irgendeinen Druck organisieren können?" Nach der Freilassung und Golowatows Rückflug nach Russland stand in Litauen, aber auch in Österreich der Vorwurf des "Kniefalls vor Russland" im Raum.

Unklar ist auch nach dem "Presse"-Interview, wann die österreichischen Behörden die Entscheidung fällten, Golowatow nicht weiter festzuhalten. Offiziell wurde der 62-Jährige um 14.45 Uhr freigelassen - mit der Begründung, dass Litauen die von Österreich verlangten zusätzlichen Dokumente zum Haftbefehl nicht zeitgerecht übermittelte , so die österreichische Justiz. Laut Golowatow war jedoch die Entscheidung des Staatsanwaltes "anfänglich für elf Uhr angesetzt". Die von Litauen angeforderten Dokumente (ua. Präzisierung des Haftbefehls, Anm.) hätten somit - entgegen offiziellen Angaben - die Entscheidung nicht beeinflusst.

Golowatow wird von Litauen beschuldigt während der "Blutnacht von Vilnius" im Jänner 1991 an der Ermordung von 14 Personen beteiligt gewesen zu sein, als diese friedlich vor dem Vilniuser Fernsehturm demonstrierten. Golowatow war damals Kommandant der Sondereinheit "Alpha". Laut dem litauischen Haftbefehl soll der Ex-General gemeinsam mit mehreren Komplizen zudem "Zivilisten systematisch angegriffen" sowie "gefoltert" und "illegal festgenommen" haben.

Zu den Vorwürfen des Haftbefehls erklärte Golowatow gegenüber der "Presse", dass er nur seine Aufgabe "erfüllt" habe und den Befehl des damaligen sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschows ausgeführt. Man habe außerdem keine Kampfpatronen eingesetzt. "Wie hätte ich foltern können, wenn ich doch nicht einmal jemanden verhaftet habe?", beteuerte Golowatow. (APA)

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12 Postings
kurt haenel
 
20
Auch sein Anwalt Gabriel Lansky, der laut Golowatow wahrscheinlich von der russischen Botschaft organisiert wurd

der Anwalt ist organisiert worden....

Net schlecht..

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OliM
11

es ist ja halt tatsächlich so, rechtlich war das Verhalten Österreichs absolut korrekt. es wäre allerdings wohl möglich gewesen, noch abzuwarten und Golovatov nicht am frühest möglichen Zeitpunkt freizulassen

Karl Heiden1
20
Die österreichische Exekutive

kann zufrieden sein, für ihr Wohlverhalten von einem Ex-KGB-Offizier, der "nur seine Pflicht erfüllt hat" (wir kennen das schon von anderer Seite!) gelobt zu werden.

Interne Notaufnahme
01

Lansky, der Gerhard Schröder der österreichischen Anwaltschaft

Joseph EU
10
Lansky....Meyer Landsky....

na ja der is wirklich schlimm...

heinz strobl
 
41
niemand will im Winter frieren

auch nicht in Österreich.Das sollten die Litauer auch begreifen.

Erika Rothen
24
Mit anderen Worten:

In keinem anderen europäischen Staat findet man so schäbige Opportunisten wie in Österreich.

O5
52

Das sagen die russischen Politgauner immer ;-)))

Die können es noch immer nicht verkraften dass sie in ihren Nachbarländern nicht mehr morden und betrügen können ohne zumindest Gefahr zu laufen dafür belangt zu werden.

sawadi
04

das macht jetzt der Ci Ei Ää

Red Core
11

die haben in ihren nachbarn länder niemanden gemordet oder betrogen ausser der eine vorfall in litauen und da war nur gorbatschow dran schuld weil er den befehl gegeben hat den fernsehturm zu stürmen.

Joseph EU
30
Nein - haben sie nicht gemordet....

betrogen und deportiert....nein ausgerechnet Gorbatschow soll Schuld sein.....red core ? besser rotten core...

Red Core
01

sie reden mal besser nichts wo sie sich nicht auskennen viele leute in den ehemaligen UDSSR provinzen wollen die SU wieder zurück haben erst recht in der ukraine russland weißrussland und anderen teilen wie gesagt.und niemand wurde irgendwo betrogen ausser von den USA die versprochen hatten ihnen finanziel zu unterstützen und nichts gemacht haben seien sie mal besser ruhig ich weis von was ich rede ich war dort und habe mit sehr vielen menschen geredet.

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