Schüler, Lehrer und Studenten demonstrieren seit drei Monaten
Santiago de Chile - Chiles Polizeichef hat am Freitag seinen
Rücktritt bekanntgegeben. Er habe diese Entscheidung getroffen, um das Vertrauen
der Nation in die Polizei zu erhalten, sagte der Polizeigeneral Eduardo Gordon
nach einem Treffen mit Staatschef Sebastian Pinera. Gordon war unter Druck
geraten, nachdem während des Generalstreiks im Rahmen der seit Monaten
andauernden Studentenproteste vergangene Woche ein Polizist einen 16-jährigen
Demonstranten erschossen hatte.
Als am Donnerstag auch noch der Vorwurf aufkam, dass Gordon seinen Sohn vor
einer Anzeige wegen eines Autounfalls in Schutz genommen habe, war er für die
Regierung nicht länger haltbar. Gordon ist bereits der zehnte Beamte, der wegen
des Tods des Jugendlichen seinen Job verliert. Der mutmaßliche Schütze wurde
festgenommen und acht weitere Beamten wurden vom Dienst suspendiert. Der
16-jährige Manuel Gutierrez war in der Hauptstadt Santiago de Chile bei
Zusammenstößen zwischen Studenten und der Polizei getötet worden.
In Chile demonstrieren seit drei Monaten Schüler, Lehrer und Studenten für
eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie für eine
bessere Ausstattung der staatlichen Schulen. (APA)