Zwei Reporterinnen ermordet

2. September 2011, 17:22

Journalistinnen waren für Zeitschrift "Contralinea" tätig, die Korruptionsfälle aufdeckte

Mexiko-Stadt/Monterrey - Gefesselt, geknebelt, nackt und mit einer Plane bedeckt - so fanden Polizisten die beiden Reporterinnen Ana Maria Yarce Riveros und Rocio Gonzalez Trapaga in einem Park im Südosten von Mexiko-Stadt. Das war am Donnerstag, die Radiosender vermeldeten die Journalistenmorde Nummer sieben und acht in diesem Jahr. Die beiden Mittvierzigerinnen arbeiteten für die für investigativen Journalismus bekannte Zeitschrift Contralinea, die in den vergangenen Jahren zahlreiche Korruptionsfälle aufgedeckt hat.

"Wir sind schockiert und wissen nicht, warum sie sterben mussten" , erklärte Herausgeber Miguel Badillo in einem Kommuniqué. "Die beiden waren befreundet und wollten sich Mittwochabend treffen." Yarce war Mitbegründerin von Contralinea und arbeitete zuletzt in deren PR-Abteilung, Gonzalez war lange für den TV-Sender Televisa tätig und kooperierte mit der Zeitschrift, deren Mitarbeiter schon öfter bedroht wurden. Erst 2010 wurde die Redaktion überfallen, zahlreiche Archive sowie der Laptop des Direktors wurden gestohlen.

Polizeiinformationen zufolge wurden die beiden Journalistinnen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ermordet, vermutlich handle es sich um einen Raubüberfall. Eine Erklärung, die angesichts des Zustands der Leichen im Gremium sofort Spott und Häme auslöste. Später erklärte der Generalstaatsanwalt der Hauptstadt, Miguel Angel Mancera, die beiden seien auf einer Feier gewesen. Weder gebe es Hinweise auf die Verwendung von Schuss- oder Stichwaffen, noch sei neben den Leichen eine Botschaft gefunden worden. Erste Untersuchungen deuteten darauf hin, dass die beiden stranguliert wurden.

Mexiko ist laut der Uno eines der gefährlichsten Länder für Journalisten, die oft mit ihren Recherchen zwischen die Fronten des Drogenkriegs geraten. Erst vor einer Woche wurde in Sinaloa der Radioreporter Humberto Millan Salazar entführt und durch einen Kopfschuss ermordet. Seit 2000 starben 74 mexikanische Journalisten. Kaum einer der Fälle wurde je aufgeklärt.

Polizist verhaftet

Im Zuge der Ermittlungen über den Überfall auf ein Kasino in der Stadt Monterrey vorige Woche haben die Behörden einen weiteren Verdächtigen - einen Polizisten - festgenommen. Der Beamte sei für die Polizei des Bundesstaats Nuevo Leon tätig, dessen Hauptstadt Monterrey ist, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Auf dem Überwachungsvideo sei zu sehen, wie der Mann in einem an dem Brandanschlag beteiligten grauen Lieferwagen vor dem Kasino anhält. Mithilfe der Aufnahmen wurden auch fünf mutmaßliche Mitglieder des Los- Zetas-Kartells identifiziert und später verhaftet. Die Polizei hatte nach ihrer Festnahme mitgeteilt, nach sieben weiteren Verdächtigen zu suchen. Bei dem Überfall starben 52 Menschen. (wss, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 3.9.2011)

Alfred Fux
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16.9.2011, 12:54
Drogen legalisieren

damit wären die Drogenkartelle binnen Wochen pleite. Die Hersteller bekämen Marktpreise, der Verkauf wäre regulierbar. Konsumenten bestimmter Drogen wären keine Kriminellen mehr und die Waffenmafia der USA hätte keinen Geschäftspartner. Drogen sind nicht böse. Sie gehören zum Leben. Alle Lebewesen auf der Erde konsumieren Drogen, wenn sie das können (siehe Alkoholparty mit Faulfrüchten in Afrika oder Tausendfüßergiftkonsum bei Lemuren). Böse sind die Gesetze, nicht die Nutzer. Die Kriterien, welche Drogen nun "gut" sind oder "schecht" sind haarsträubend. Die Gesetze gegen Drogen nur dazu da, Leute zu beschäftigen die sonst nix zu tun hätten. Eine gesellschaftspolitische Peinlichkeit allerhöchsten Ranges mit zehntausenden Toten als Resultat.

Ernst Guevara
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warum erfährt man hier so gut wie keine details über die hintergründe des verbrechens? informationen über den hergang des verbrechens und parallelen zu anderen verbrechen - schön und gut. aber der artikel vernebelt mehr als er aufklärt.

es ist eher unwahrscheinlich, dass es sich um gewöhnliche kriminalität handelt. es fehlen antworten auf wichtige fragen: worüber haben die beiden journalistinnen recherchiert? gab es bereits vorher todesdrohungen? wenn ja, warum standen sie dann nicht unter polizeischutz? auch allgemeiner wäre interessant zu wissen, warum journalistenmorde in mexiko nicht aufgeklärt werden. welche rolle spielen hier die staatlichen institutionen, die ja bekanntlich enge beziehungen zur drogenmafia pflegen? wird wieder einmal die gewöhnliche kriminalität als ausrede herangezogen, um zu verschleiern, dass der mexikanische staat die andersdenkenden aus dem verkehr zieht? der staatliche terrorismus seit den 60/70er jahren wurde ja bis heute nicht aufgearbeitet.

bläh! bläh!
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wenn sie 20 € die woche für derstandard.at zahlen, könnten die sich solche recherchen vielleicht sogar leisten.

wolf navarrete
 
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Ich vermissen uebrigens immer noch einen Artikel uerber den Anschlag in Monterrey - ist der Artikel uerber das Papstblut wirklich wichtiger ???

wolf navarrete
 
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In Wirklichkeit sind es mehr als 74 seit 2000, weil bei dieser Zahl die verschwundenen Reporter, deren Leichen nicht aufgefunden wurden, nicht inkludiert sind.

Plato
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Der Fisch stinkt hier ganz vom Kopf weg !

Saint Abraham Der Retter der Menschheit
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Die Schützer der Zivilisten haben in Mexiko Pause

Irgendwie uninteressant für die NATO und die USA haben sowieso die Hand d'rauf. Da braucht man niemand schützen, die werden schon beschützt. beschützt umgebracht, wie es halt so Brauch ist. Eh so wie in Libyen.

Saint Abraham Der Retter der Menschheit
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Die Schützer der Zivilisten haben in Mexiko Pause

Irgendwie uninteressant für die NATO und die USA haben sowieso die Hand d'rauf. Da braucht man niemand schützen, die werden schon beschützt. beschützt umgebracht, wie es halt so Brauch ist. Eh so wie in Libyen.

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