Video-Interview

Warum Faymanns Vermögenssteuer nicht ausreicht

2. September 2011, 16:53

Wifo-Expertin Schratzenstaller: Entlastung des Faktors Arbeit nur durch höhere Grund-, Benzin-, Tabak- und Alkohol-Steuer möglich

"Wenn man nicht über die Steuern korrigierend einwirkt, wird die Vermögensverteilung immer ungleicher", warnt Wifo-Expertin Margit Schratzenstaller im Gespräch mit Hans Rauscher. Sie hält eine Umverteilungs-Diskussion zwar für wichtig und unverzichtbar, vom Vermögenssteuer-Vorschlag von Bundeskanzler Werner Faymann erwartet sie jedoch in der Praxis keine signifikante Änderung der Situation. Schratzenstaller befürchtet, dass viele Private ihr Vermögen in das Betriebsvermögen aufnehmen könnten und dass viele Steuerpflichtige auf Grund des Bankgeheimnisses nicht greifbar wären. 

Massensteuern

Man müsse die Strukturdefizite im Gesamtzusammenhang diskutieren. Mehr Einnahmen als über eine Vermögenssteuer erwartet sich die Expertin über spezielle vermögensbezogene Steuern wie eine wieder eingeführte Erbschaftssteuer und die Grundsteuer. Wenn man allein bei Letzterer versuchen würde den Verkehrswert zu 90 Prozent zu erfassen, würde man Mehreinnahmen von bis zu 1 Milliarde Euro erzielen können. Um den Faktor Arbeit substanziell zu entlasten, müsste man auch Massensteuern auf Energie, Benzin, Alkohol und Tabak in Betracht ziehen. "Das wäre aus der Sicht der Wirtschaftsforscherin ein sinnvoller Weg", so Schratzenstaller.  (rasch, derStandard.at, 2.9.2011)

Kolumne von Margit Schratzenstaller: Steuerrad anfassen und herumreißen

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Vintageologist
 
13
Wie wäre es mal...

...mit der Entlastung des Faktors Arbeit durch SPAREN.

Warum schaffen es andere Staaten wie z.B. die Schweiz, mit deutlich geringeren Steuern auszukommen, unsere Politiker aber nicht? Wenn sie mal weniger in Freunderlwirtschaft, die korrupte EU, und den aufgeblasenen Staats- und "Sozial"apparat stecken würden, wäre den Arbeitnehmern sehr geholfen.

Roter Baron
10
15.9.2011, 09:20

sie werden schon noch sparen
auch bei dir

roter baron

Walter Bimini
21
die politokratie braucht neue steuern für ihre eudssr rettungspakete

und trotz allem wird der euro nicht zu retten sein.

maimai
01
Um den Faktor Arbeit substanziell zu entlasten, müsste man auch Massensteuern auf Energie, Benzin, Alkohol und Tabak in Betracht ziehen.

Um dann wieder die unteren Einkommen zu treffen?

notanaddict
00

Bei Steuern auf Alkohol und Tabak würde es auch gesundheitsmäßig steuernd wirken (und erklären Sie mir nicht, das "braucht" jemand mit unterem Einkommen), bei Energie/Benzin geht's auch um ökologische Themen - dafür sollt man auch Mitfinanzierung/Ausbau von öffentl. Verkehr einbeziehen.

maimai
01
Alkohol und Tabak

sollten für alle leistbar sein. Außerdem wird sich, so lange sich der gesellschaftliche Umgang mit Alkohil nicht ändert, auch die Sauferei nicht aufhören.Ich versteh nicht ganz warum der Staat nur über den Preis dieser Produkte "steuernd wirken" will. Jeder, auch die armen, hat das Recht auf Suff.
Was Energie/Benzin angeht geb ich dir ja recht - wenns einerseits nicht die Haushaltsenergie trifft, andererseits wirklich ein Öffinetz entsteht, dass für die Haushalte das Auto ersetzt(das ja mmn das Problem:Die Haushalte leisten sich nicht öffijahreskarte UND Auto).Dann kommt aber über diese Steuer nicht mehr viel rein,weil weniger gefahren wird.Daher bisher immer einfach Steuererhöhung(zb Mösterhöhung letztes Jahr).

Vintageologist
 
11
Das "Lenkungsargument"...

...ist doch reines Blabla. Die sehen Potenzial, den Bürger noch mehr zu schröpfen und nutzen es aus, mehr nicht.

maimai
11
klar! Ganz meine Meinung.

Wenn es ihnen tatsächlich um öffentlichen Verkehr, weniger Alkoholismus usw. ginge, dann würden sie auch wirklich drüber reden und nicht einfach den Preis ehöhen. Jeder braucht Mobilität und wenn Menschen das Auto benutzen, haben sie auch einen Grund dazu, der sich sicherlich nicht an einem günstigen Preis richtet, weil billig ist die Sache schon lang nicht mehr.
Ebenso mit Alkohol. Den billigen Suff wird es immer geben, es gibt ihn auch in Skandinavien. Wenns dort weniger Alkis geben sollte, liegts sicher nicht am Preis der Alkaholika sondern an der stärkeren Problematisierung im Alltag (z.b.Weihnachtszeit,wo wir manchmal im Freundeskreis bewusst entschließen "mussten",nicht saufen zu gehen.Dazu mussten wir aber erst drüber reden)

Kulkulcán
21
Wer hat behauptet

das diese Vermögenssteuer ausreicht?
Meines Wissens nach keiner.
Darum ist diese Feststellung (in der Überschrift und im Interview) schon sehr fragwürdig.
Z.B. die KEST würde auch nicht alleine "ausreichen" - fordert DESHALB irgendwer die Abschaffung?
Was ist denn das für eine blödsinnige Argumentation...

Ratlos
00
Es gibt in Ö 3 Probleme: 1. die Abgabenquote ist insgesamt zu hoch 2. die Ausgaben sind zu ineffizient 3. die falschen Dinge werden hoch besteuert

ad 1. der 50 % Spitzensteuersatz (den zwar effektiv niemand aber gefühlt alle zahlen) müssen weg - der integrierte Tarif wäre hier sinnvoll
ad 2. die Ausgaben des Staates müssen umgeschichtet werden, weg von sinnlosen Tunnelprojekten hin zu flächendeckender Kinderbetreuung; weg von Schulaufsichtsbehörden hin zu Schulen; weg von "den Ländern" hin zu den Gemeinden etc.
ad 3. Warum die KEST max. halb so hoch sein darf wie die EST hat mir noch niemand erklären können. Ebensowenig versteht jemand, warum Umwidmungsgewinne von Grundstücken Steuerfrei sind. Steuern und Abgaben auf Arbeit runter, dafür Steuern und Abgaben auf Vermögenserträge und Verbrauch von Ressourcen rauf.

Vintageologist
 
01

"Ebensowenig versteht jemand, warum Umwidmungsgewinne von Grundstücken Steuerfrei sind."

Weil diese erst bei Veräußerung realisiert und dann ohnehin berücksichtigt werden.

Du würdest es verstehen, wenn du Ahnung von der Materie hättest. Hast du aber scheinbar nicht, deswegen die Frage: Warum postest du?

Ratlos
00
Ja also wenn SIE dass so sagen überlege ich mir das Posten natürlich.

Übrigens, per Du sind wir noch lange nicht. Lernen Sie vielleicht einmal rudimentäre Höflichkeit bevor Sie jemanden mit einem Posting belästigen.

- rau -
12
Selbstständige (inzwischen mehrere 100.000)

zahlen die vollen 50 %, weil kein 13.u.14.

MCU
02

Noch nichts vom 13%ign Gewinnfreibetrag gehört?
Und das bis 30.000 als Grundfreibetrag ohne Investitionserfordernis: d.h. 3.900 ist pro Person zusätzlich steuerfrei!

Pflaster ohne Trost
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Informieren Sie sich endlich über die Entstehung des 13.u.14 Monatsgehaltes.

Und ziehen Sie so etwas nicht für geschmacklose Vergleiche heran!

Nathaniel Winerib
01

Zwischen 25.000 Euro und der Sozialvesicherungshöchstbemessungsgrundlage von 58.800 Euro zahlt ein Selbständiger sogar 57,4 Prozent Abgaben: 25 % Sozialversicherung, (vom Rest) 43,2 Prozent Einkommensteuer.

Ratlos
11
Ja, aber auch für Selbstständige gilt der progressive Tarif. Selbstständige auch wieder ganz andere Möglichkeiten der Betriebsausgabenabsetzung etc.

Nathaniel Winerib
00

meinen sie, dass selbständige steuern hinterziehen? oder beziehen sie sich auf die fahrt zur arbeitsstätte, die selbständige im unterschied zu unselbständigen absetzen können. andere legale unterschiede gibt es nämlich nicht...

Standard deviation
03

In D. gibt einen Freibetrag auf Bankguthaben bis ca.
25000 EU, für den keine KEST zu entrichten. Dadurch wird der Notgroschen kleiner Leute geschützt. In Ö. wird vom ersten Euro an, KEST eingehoben.
Die KEST in D. wurde unter einer bürgerlichen
Regirung eingeführt, in Ö. von den Sozis; daher
so unsozial.

Walter Bimini
00
genauso kann man sich namen der parteien in österreich leicht merken

die sozis sind unsozial, die ehemals christlichen unchristlich, die freiheitlichen fördern nicht die freiheit und die grüninnen sind alles andere nur nicht grün.

1x1
00

ad 1. die gefühlten 50% kommen vielleicht daher, dass der Staat schnell etwa die Hälfte kassiert.
(Mit Berücksichtigung der SV und Arbeitgeberbeiträgen)

Ratlos
00
Gut, kann man so rechnen. Aber würde nur dann stimmen wenn man davon ausgeht dass die Arbeitgeberbeiträge nach Abschaffung der SV in das Bruttogehalt einfließen.

Ich glaube schon viel aber das glaube ich nicht.

1x1
00

Arbeitgeber zahlt z.B. 3900 - 1950 bleiben übrig.
Die Abgabenquote in Österreich ist etwa 45%.

Walter Bimini
01
vor dem staatsbankrott wird sich nicht mehr viel tun.

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