Wehrpflicht

Nur jeder Dritte glaubt, dass Berufsheer kommt

2. September 2011, 18:24

Nach einem knappen Jahr der Diskussion um die Abschaffung der Wehrpflicht ist weiterhin eine Mehrheit für den verpflichtenden Dienst - Und nur ein Drittel der Befragten glaubt, dass am Ende ein Berufsheer kommt

Linz - Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) weiß nach eigenem Bekunden noch nicht so recht, was sie von der Abkehr ihrer Partei von der allgemeinen Wehrpflicht halten soll. Sie ist mit dieser Unsicherheit nicht allein, nicht in der eigenen Partei und auch nicht im allgemeinen Meinungsbildungsprozess.

Laut einer in dieser Woche durchgeführten Market-Umfrage für den STANDARD gibt es weiterhin eine knappe Mehrheit für die Beibehaltung der Wehrpflicht: 50 Prozent sind dafür, 44 Prozent wollen stattdessen ein Berufsheer aus Freiwilligen. In der SPÖ sind die Mehrheiten zwar glatt umgekehrt, doch stehen die Anhänger der ÖVP und die politisch nicht gebundenen Österreicher in hohem Maße zum Wehrpflicht-System. Besonders stark verankert ist die Wehrpflicht im Bewusstsein von Männern und älteren Befragten. Das Berufsheer hat seine Anhänger bei den Wählern von Grün und Blau. Zudem gibt es in der (am ehesten betroffenen) Gruppe der Wahlberechtigten unter 30 eine knappe Mehrheit für ein Berufsheer.

"Spannend ist, wie sehr die Leute eigentlich daran glauben, dass die diskutierten Veränderungen auch wirklich zustande kommen. Im letzten Winter, als die Diskussion hochgekocht ist, war die Mehrheit für die Wehrpflicht deutlicher - aber die Leute haben mehrheitlich geglaubt, dass am Ende doch ein Berufsheer kommt. Das hat sich jetzt gewandelt", sagt Market-Chef Werner Beutelmeyer.

Derzeit glaubt nur jeder dritte Befragte, dass ein Berufsheer kommt. Selbst die SPÖ-Wähler und die erklärten Befürworter eines Berufsheeres glauben mehrheitlich, dass die Wehrpflicht bleiben wird.

Wie die Grafik rechts zeigt, wird die Abschaffung der Wehrpflicht auch nicht als wünschenswerte Sparmaßnahme befürwortet - diese Idee wurde im Vorjahr noch von 45 Prozent für sinnvoll gehalten, jetzt sind es nur noch 42 Prozent. Weiterhin als besonders wichtig wird der Katastrophenschutz eingeschätzt, der etwa nach ÖVP-Überlegungen aus dem militärischen Bereich ausgegliedert werden könnte. Im Vergleich zu einer gleichen Umfrage aus dem April 2010 hat die Luftraumüberwachung an Bedeutung gewonnen.

DER STANDARD ließ auch fragen, welche Personen und Institutionen in letzter Zeit mit guten Ideen zur österreichischen Sicherheitspolitik aufgefallen sind.

Das beste Zeugnis wird dabei dem Oberbefehlshaber des Bundesheeres, Bundespräsident Heinz Fischer, ausgestellt: 28 Prozent meinen, er wäre mit guten Ideen aufgefallen, zwölf haben eher schlechte Ideen gehört. Fischer neigt bekanntlich eher der Wehrpflicht zu. Negativ aufgefallen ist Verteidigungsminister Norbert Darabos - 29 Prozent unterstellen ihm schlechte, nur 18 Prozent gute Ideen. Noch schlechtere Noten gibt es für FPÖ, BZÖ und Kronen Zeitung - aber auch die ÖVP ist 26 Prozent negativ, nur 19 Prozent positiv aufgefallen. (Conrad Seidl, STANDARD-Printausgabe, 3./4.9.2011)

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unterbezahltüberarbeitet
01

Hat man schon ein ordentliches Ersatzkonzept?
Eines, dass die Sicherung der notwendigen Mannstärke bei Katastropheneinsätzen garantiert?
(Freiwillige helfen trotz allem nie so lange wie GWDs und sind auch nicht so zahlreich)
Eines, dass für die Luft- und Landeshoheits Österreichs eintritt im Frieden und im Krieg?
Eines, dass uns gleich viel oder weniger kostet als das jetzige Modell bei besserer Leistung?
(Hier liegt eines der Hauptprobleme des BHs, es hat zuviel zum Sterben und zu wenig zum Leben)

Man sollte außerdem mal das automatische Nazi-/Monarchieverknüpfen beim Diskutieren der Heeresrefom in Angriff nehmen.

Superschurke
20

Endlich hat die Politik den Mut, mit diesem bürokratischem Wahnsinn Wehrpflicht und Zivildienst zu brechen. Natürlich stößt das bei Menschen mit eingeschränkter Sicht auf die Realität auf Widerstand. Diese verstecken sich dann hinter ideologisch verbrämten Fantasien und versteigen sich in immer absurden Szenarien.

Jedes Jahr gibt es hunderte, wenn nicht tausende Fälle von jungen Männern, die in Konflikt mit der Wehrpflicht geraten. Durch nicht anerkannte Verletzungen im Dienst, Versäumen von Fristen, eigene Nachlässigkeit, Streit mit Rechtsträgern oder einfach sozialer Unangepasstheit. Absurd.

Eigene Behörden, Einrichtungen, Agenturen mit haufenweisen Beamten bearbeiten diesen Unsinn zum bürokratischen Selbsterhalt.

links kritik
 
20
ich verstehe echt nicht, warum die övp sich gegen eine

volksbefragung zur wehrpflicht ausspricht.
die würde sie gewinnen und aus der aktuell defensiven politischen situation herausbringen.

und falls doch die wehrpflicht abgeschafft wird, kann die spö die mehrkosten gleich durch ihre reichensteuer ausgleichen.

Prof. Alois
 
02
Wobei nur ein Problem entsteht

Die Reichensteuer bringt nichts. Oder glauben Sie im Ernst, dass die Flicks aus Deutschland ihren Wohnsitz in Kärnten eingerichtet haben, weil es da so schön ist? Die haben das getan, weil ein einst ein gewiefter Finanzminister namens Lacina (SP) alle diese dummen Steuern kübelte, weil sie nichts bringen. Er wollte möglichst viel ausländisches Geld in Österreich halten. Was ihm gelang. Zum Nutzen der Volkswirtschaft.
Und jetzt kommt eine Geistesgröße namens Faymann daher und will das alles gerechter lösen und erfrecht sich, den Ertrag, den es noch nicht gibt - und vermutlich nie geben wird - großzügig zu verteilen.

Die Flicks werden ihm heiter-bedauernd zuwinken. Aus der Gegend von Monaco ungefähr, schätz ich mal.

Kronenzeitungsleser
01
...zur Umfrage von 'Ceiberweiber.at'

"2) conrad seidl soll weiter lederhose und leopardenfellslipper tragen
lehne voll ab ____________________ stimme voll zu"

Um diese Frage ausreichend beantworten zu können, sollten die Leser/innen auch wissen, was Sie mit 'Slipper' meinen? Handelt es sich dabei um...a) 'Schlüpfer', b) Schuhwerk in sandalenartiger Form, oder c) eine verkleinerte Ausgabe von a?

'Ohne Klarheit keine Wahrheit'

Kronenzeitungsleser
01
...@ceiberweiber.at

So langsam habe ich den Verdacht, wenn ich also den Äußerungen von ceiberweiber.at a.k.a. als 'roter Kater' oder 'Athos das Muskeltier' unter den Pressepostern folge, dass jedesmal, wenn Conrad Seidl seine Leopardenfell-Slipper an hat, er etwas Beunruhigendes, etwas Manipulatives, etwas Suggestives gegen BM Norbert Darabos schreibt. Und bei jetzigem Erkenntnisstand ist aber unklar, ob es sich dabei um a) einen Schlüpfer (unkeusches Wort), eine hüfthohe Unterwäsche für Frauen handelt, b) um Schuhwerk in sandalenartiger Form von Frauen und Männern getragen, oder um c) einen Slip in Leopardenfell-Muster bedruckt, also um eine kleinere Varianten von a.

Antworten, die 1 oder 3 bejahten, wären doch etwas beunruhigend, weil nicht erklärbar!

ceiberweiber.at
10
@ kronenzeitungsleser

nochmal: mich trennen welten von livia klingl (erstattete siehe wikileaks dem cia-stationschef bericht über ihren besuch im iran) und anderen journalistInnen. das bedeutet, sehr sehr viel auf sich zu nehmen, weil feigheit, opportunismus, verrat in österreich immer noch eher die regel als die ausnahme sind und integrität ein seltenes gut ist.
und was das heer betrifft: bin gespannt, welche resonanz streitkräftekommandant höfler (mittagsjournal) findet, der sagte, dass mehr als die hälfte nicht zu milizübungen erscheint (das ist doch ein thema für herrn seidl, freue mich sehr über seinen bericht, sicher ist die off.ges bereit, den kameraden ins gewissen zu reden - oder täusche ich mich da?)

bully bullson
01
...die Wehrpflicht in ihrer derzeitigten Form ist überholt, keine Frage...

...das Heer macht leider eine extrem schlechte Performance...aber dennoch finde ich eine Wehrpflicht (in überarbeiteter Form) auch sozialpolitsch gut und wichtig:

- unsere Gesellschaft wird immer egoistischer, so gesehen schadet es nicht, mal eine Zeitlang für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stehen

- unsere Gesellschaft trifftet immer weiter auseinander (Stichwort: Klassenbildung). Beim Heer und beim ZD hackeln spätere Vorstandsvorsitzende und Hilfsarbeiter Hand in Hand und merken, dass "die Gegenseite eh recht leinwand sein kann"...

- und letzten Endes schadet es niemand, wenn man mal für 6 oder 9 Monate "das letzte Glied in der Nahrungskette ist...

Daher sollte sich Dara lieber überlegen, wie er den GWD besser macht....

Alfred Fux
41
Genau

jeder sollte sich in seiner Jugend zum Mörder und Attentäter ausbilden lassen. Natürlich zum Gemeinwohl. Und wann bekommt man sonst Gelegenheit zu lernen, dass man ein nichtswürdiger Haufen Dreck ist? Und das von Leuten mit einem IQ unter der Marke von Hamstern und einem Alkoholkonsum in Litern pro Woche über dem IQ eines Durchschnittsjugendlichen? Genau! Das Heer muss bleiben! Es lehrt zu kuschen und Hierarchien, die sich aus dem Nichts aufbauen, zu akzeptieren. Das Heer (egal ob beruflich oder unfreiwillig) ist so wichtig wie Durchfall.

Prof. Alois
 
01
K orrigiere

Beim Heer wurde noch nie wer zum Mörder ausgebildet. Zum Attentäter schon gar nicht.

Das österr. Heer ist das hierarchisch offenste, das es auf der Welt gibt. Nirgendwo sonst k ann sich ein jeder Soldat (!) direkt im Parlament beschweren. Unter völliger Umgehung des Dienstweges. Etwa 400 Soldaten aller Dienstgrade machen alljährlich davon Gebrauch. Nennt sich 'außerordentliche Beschwerde'.

Dazu kommt, dass es in Österreich im Heer k eine einzige Einheit gibt, die ohne Grundwehrdiener oder Reservisten aus dem Stand tätig werden kann.

Es ist traurig zusehen zu müssen, wie Scharen von unbedarften alle diese Fortschritte, die ja aus unserer jüngeren Geschichte resultieren, weggeben, weil ihre Partei "Berufsheer" schreit.

bully bullson
02
.."zu Mördern und Attentätern ausilden..."

..genau, weil das steht ja schon in unserer Verfassung!:-)....kann es sein, dass Sie alles sehr, sehr negativ sehen!?!?:-)

Der Unkurze
10

ok was müsste man tun?

- Wehrpflicht auf Frauen ausweiten, damit die diskriminierung ein Ende hat
- Wehrpflicht wieder auf 8 Monate velängern, in 6 Monaten geht sich nichtmal die vernünftige Ausbildung aus, da bleibt keine Zeit mehr um z.B. Manöver zu üben
- Erneuerung und Erweiterung der Ausrüstung, ich mein alleine das PAR...
- überarbeitung der Verwaltung, es kann nicht sein das über die Hälfte nur zum Stabsdienst gebraucht werden.

Kostet alles Geld (vom Verlust von 50% der Stimmen bei der nächsten Wahl ganz zu schweigen) das niemand in die Hand nehmen will, könnte uns aber ein brauchbares Heer einbringen.

Alfred Fux
10
Ja genau! Auf Frauen ausweiten, damit die denselben Blödsinn nachäffen wie die Männer.

Der Unkurze
11

ganz oder garnicht, Wehrpflicht für alle oder Wehrpflicht für niemanden.

schweinebucht
00
Das wichtigste hab ich vermisst

Der sinn der wehrpflicht ist ja vor allem, dass man genug zivildiener bekommt. Die kann man sich nämlich nicht sparen.

Gerhard Kreuzer1
14
Ein Berufsheehr ist halt auch sehr teuer.

Aber wenn mal ein Roter Minister ist, spielt Steuerzahlergeld wohl keine Rolle mehr.
Entscheidend ist der Wille der Krone.

Prof. Alois
 
02
Es ist nicht nur teuer

Es ist auch von der Zusammensetzung her äußerst problematisch. Wer mit 18 noch keine Perspektive entwickelt hat, der hat eine beim Heer. Wer wird das sein?
Ich rate einmal: Welche, die gesellschaftlich auf der Strecke geblieben sind. In England rekrutieren sie buchstäblich in der Gosse. Und in Gefängnissen. Mit Wartefristen je nach Delikt. Das ergibt eine Armee, wo man deren einzelnen Soldaten in der Nacht nicht begegnen will.

Es wird bei uns Hochwässer geben, wo Eltern ihre Töchter wegsperren. Weil das Bundesheer kommt.

Kronenzeitungsleser
00
...was man aus der Graphik ablesen kann, ist

dass es weder eine Mehrheit für die Abschaffung des Grundwehrdienstes noch eine für die Abschaffung des Bundesheeres insgesamt bei den Sparmaßnahmen gibt. Leider fehlt die Alternative: 'Umstellung auf Berufsheer' als Sparmaßnahme. Wie wohl hier die Antwortverteilungen ausgesehen hätten, das wäre interessant gewesen. Nun im 'Kurier' der letzten Woche wurde direkt gefragt, ob man für die 'Abschaffung der Wehrpflicht' wäre. Ich bin mir sicher, dass die KZ schon eine Untersuchung in der Lade hat, wahrscheinlich angefertigt vom IMAS-Institut, die ebenfalls die Abschaffung der Wehrpflicht bescheinigt.

Was jetzt passieren wird, ist die Polarisierung der öffentlichen Meinung auf der Basis von Umfragen, die mal so und mal so ausgehen werden.

Kronenzeitungsleser
01
nach Meinung mancher hier in den Foren

gibt es ohnehin unter den Journalisten nur noch zwei Befürworter der Wehrpflicht: Theuretsbacher vom 'Kurier' und Seidl vom 'Standard'.

Dass 'ceiberweiber.at', postet in der Presse auch als 'rote Kater' oder 'Athos der Musketier' offenbar auf die beiden angesetzt ist, ist auch erkennbar. Nur den beiden ist das so ziemlich wurscht. Es handelt sich hier um zwei Profis, die zum Thema ihre Meinung haben und nicht etwa wie Pándi und andere Konsorten in der boulevardschen Presse ihren Tinnef als Schmusekurs mit dem gesellschaftlichen Mainstream verstreuen.

ceiberweiber.at
10
übrigens

ist dieser kommentar doch bezeichnend: http://derstandard.at/131465258... -alte-Werk
seidl bescheinigt u.a. darabos "keine neuen ideen" - dann wird in einer vom seidl in auftrag gegebenen umfrage auch genau dies festgestellt.
wahrscheinlich wurden die leute befragt, bevor dieser kommentar erschienen ist, aber er entspricht auch dem, wie seidl u.a. darabos sonst beurteilt.

ceiberweiber.at
10
und was diskussionen betrifft....

meine erfahrung als journalistin ist die, dass herren, die stolz auf ihre scheuklappen sind, sich um nichts in der welt von diesen trennen - ein milizangehöriger mailte mir mit vielen anderen im cc vor einigen tagen unterstellungen so in die richtung "frau, du hast null ahnung" und erklärte die grosse darabos-verschwörung gegen entacher - als ich den herren aber antwortete und mit ihnen ernsthaft diskutieren wollte, war es ihnen zu viel.... ich frag natürlich, warum sie dieses und jedes denken, und stelle andere sichtweisen gegenüber, wenn ich andere habe. sind sicher alles im grunde nette kerle, aber sehr sehr stolz auf vorgefasste meinungen und scheuklappen.

ceiberweiber.at
10
angesetzt?

wenn sie ceiberweiber.at meinen, ist dafür eine integre journalistin verantwortlich, die sich etwa von frau klingl vom kurier fundamental unterscheidet (sie berichtete, siehe wikileaks, sofort dem us-botschafter - damals hatte noch nicht mr. eacho diese funktion inne, sondern mr. kilner, laut "naming names" in "geheim" 2007 cia-stationschef).

ceiberweiber.at
10
ps

gemeint ist: einer der ausgaben von "geheim" von 2007, meiner erinnerung nach heft 2 oder 3 unter "naming names".

Kronenzeitungsleser
01
...bitte, bitte, teilen Sie uns auch noch mit,

ob C.S. das mit Leopardenfell-Slipper oder Leopardenfell-Slip geschrieben hat, Slipper vs. Slip, das ist hier die Frage. Ich vermute, Sie wissen mehr, so wie Sie hier posten.

ceiberweiber.at
10
ich meine slipper

dass man sich da vertippen kann?
hab ihn mit slippern gesehen, da haben sich auch alle gewundert, aber er war so mit reden beschäftigt, dass ihn niemand fragen konnte....
theoretisch könnte es wohl auch slips geben - schliesslich hat jemand mal eine lederbadehose erfunden.... soll sogar ein renner sein....

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