Mehrere Kisten mit Prospekten sowie Elektrogeräten beschlagnahmt
Zollfahnder haben im Einsatz gegen
Produktpiraten am Freitag mehrere Stunden lang die Elektronikmesse
IFA durchkämmt. Die Beamten beschlagnahmten am ersten Messetag
mehrere Kisten mit Prospekten sowie Elektrogeräte. Nach Angaben der
Berliner Staatsanwaltschaft gab es bis zum Nachmittag 16
Strafanzeigen. Wie ein Sprecher des Zollfahndungsamtes Berlin sagte, suchen
die
Beamten nach Geräten ohne die erforderlichen Patentlizenzen. Die
Aktion sollte erst am Abend abgeschlossen werden, die Fahnder sollten
auch von der Polizei unterstützt werden.
Weniger Probleme als in früheren Jahren
Unabhängig davon wurde am Vormittag der Stand eines Herstellers
geschlossen, der Ventilatoren des britischen Herstellers Dyson
nachgeahmt haben soll. "Wir haben gegen diesen Aussteller eine
einstweilige Verfügung erwirkt", sagte Dyson-Chef Martin McCourt der
Nachrichtenagentur dpa. Die Messe bestätigte, dass ein Stand
geschlossen wurde. Insgesamt gebe es aber weniger Probleme mit
Produktpiraten als in früheren Jahren, sagte eine Sprecherin.
69 Stände vor drei Jahren geschlossen
Vor drei Jahren hatte der Zoll 69 Stände durchsucht und
Strafverfahren wegen fehlender Lizenzen eingeleitet. Die Beamten
beschlagnahmten damals fünf Lastwagen-Ladungen voller Elektrogeräte,
darunter Fernseher, MP3-Player und Autoradios. Dyson-Chef McCourt forderte ein härteres Vorgehen der
chinesischen
Regierung. "Wir brauchen hohe Geldstrafen, vielleicht müssen auch
Direktoren ins Gefängnis gehen." Der rotorenlose Ventilator seines
Unternehmens werde immer häufiger kopiert. "Chinesische Hersteller
überfluten den europäischen Markt mit Plagiaten davon." (APA)