Premier Tusk ein "kleiner Tyrann"

2. September 2011, 15:38

Ex-Spitzenpolitiker Palikot bringt "Bürgerplattform" im Wahlkampf in Bedrängnis

Warschau - Die rechtsliberale polnische Regierungspartei "Bürgerplattform" (PO) gerät im Wahlkampf durch Enthüllungen ihres ehemaligen Spitzenpolitikers Janusz Palikot in Bedrängnis. Palikot bezeichnet darin nicht nur Ministerpräsident Donald Tusk (PO) als "kleinen Tyrannen", er legt auch die PR-Arbeit der Partei offen. Eine Reaktion der Partei gibt es bisher nicht.

Tusk und die PO-Strategen hätten "eine Obsession", so der Politiker: die Aufmerksamkeit der Journalisten von den Problemen des Landes abzulenken und auf Ersatzthemen zu steuern. Viele namhafte Redakteure, etwa beim privaten Fernsehsender TVN, seien darauf wiederholt hereingefallen, so Palikot. "Die Medien schlucken praktisch alles", schreibt der Politiker im Buch "Die Kulissen der Plattform", das auf einem langen Interview einer Journalistin beruht. Die Zeitung "Polska" druckte am Freitag im Voraus einige Passagen.

"Kleiner Tyrann"

Ebenso ungünstig für die PO ist das Psychogramm, das Palikot von Tusk zeichnet. Der Regierungschef verhalte sich oft wie ein "kleiner Tyrann", sei impulsiv und werde seinen engsten Mitarbeitern gegenüber mitunter vulgär. "In seinem Verhalten drückt sich seine Rücksichtslosigkeit, seine kontrollierte Aggressivität aus", so Palikot. Tusk verkörpere eine "Mischung aus Nihilismus und Zynismus". Als Beispiel nennt Palikot eine Szene aus Tusks Büro: Der Regierungschef schoss einen Fußball immer wieder auf eine Zimmerpflanze, die noch von seinem Vorvorgänger Leszek Miller stammte - übergeben mit der dringenden Bitte, sich um sie zu kümmern.

Palikot, der als Vertreter des linken PO-Flügels galt, trat im vergangenen Jahr aus der Partei aus. Nach provokanten Auftritten in der Öffentlichkeit war er parteiintern wiederholt abgemahnt worden. Er tritt bei der Parlamentswahl am 9. Oktober mit seiner eigenen Formation "Unterstützungsbewegung Janusz Palikot" an. Wichtigster Programmpunkt ist der Kampf gegen den Einfluss der katholischen Kirche auf Politik und Gesellschaft. Eine jüngste Umfrage des Instituts GfK Polonia zeigt, dass seine Bewegung derzeit mit etwa zwei Prozent der Wählerstimmen rechnen könnte. (APA)

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12 Postings
Wladimir Burdajewicz
 
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Ebenso ungünstig für die PO ist das Psychogramm, das Palikot von Tusk zeichnet.

Und das kann Palikot?. Wie wäre es mit einem Psychogramm von ihm selber. Mit Nachbildungen der Penissen in der Hand und vor allem unqualifizierten aussagen unter der Adresse nicht nur der Opposition endlich hat PO die Notbremse betätigt. Der Mann manchmal machte Eindruck eines Verrückten. Niemand anderer als Palikot nutzte Medien (beste Beispiel "der Standard" rein gefallen -Palikot mit seiner Bewegung ist auf der politischen Arena so von Bedeutung, wie in Österreich die KPÖ) für seine spektakuläre Auftritte und verrückte Ideen.

byron sully
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das seh ich etwas anders. palikot hat zwar eine etwas egomanisch-narzißtische art, das stimmt schon. aber ich finde, daß polen solche leute wie ihn braucht. rein inhaltlich steht er etwa dort, wo bei uns seinerzeit das liberale forum unter heide schmidt. und ich denke, so eine partei ist in polen durchaus nötig. außerdem fand ich neben einigen unnötigen aktionen von ihm viele auch durchaus sympathisch.

Wladimir Burdajewicz
 
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rein inhaltlich steht er etwa dort, wo bei uns seinerzeit das liberale forum unter heide schmidt.

Da kann ich Ihnen nicht zustimmen. Palikots extremes Verhalten war störend nicht nur für die kritisierten von ihm Parteien, aber und vor allem einzelne Personen. Da ist er "über die Leichen" gegangen. Sie dürfen nicht vergessen: die Wortwahl der Fr Schmidt hat niemals. niemanden, persönlich beleidigend angegriffen. Bei Palikot Wörter wie Idiot (niedorozwiniety -missgebildet) , Alkoholiker, Krank waren an der Tagesordnung. Ich würde seine Aktionen mit grünen Abgeordneten (Weber???- der Name ist mir in die Vergessenheit geraten ), der die Hackenkreuzflage im Parlament entfalten lassen, verglichen. Nicht zum Thema gebracht, aber um viel Wirbel gesorgt. Vom Palikot habe ich nie eine Lösung eines Problems gehört nur spektakulär zu sein.

byron sully
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nochmals: mit dem vergleich mit heide schmidt bezog ich mich nicht auf charakter/persönlichkeit (da sind die beiden wirklich grundverschieden), sondern auf die rolle im politischen spektrum.

Schwarz Grün
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palikot versucht offensichtlicht irgenwie aufmerksamkeit zu bekommen

tusk ist ein tyrann weil er mit dem fußball auf eine zimmerpflanze schießt ....... gehts noch ... hauptsache es wirkt und der standard schreibt darüber .....

papst benedikt
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"Die Medien schlucken praktisch alles"

das wäre die passende schlagzeile gewesen, denn damit wird eines der grossen probleme unserer demokratie anno 2011 angesprochen.

Schwarz Grün
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trifft auch auf diesen artikel zu

Adam Markus
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Anscheinend hat Polen endlich und nach vielen Jahren christlich fundamentalistischer- rechtsrechter Regierungen wieder Anschluss an Europa gefunden und schafft es über den nationalistischen Tellerrand hinaus zu blicken.

Hoffentlich bleibt's auch so.

byron sully
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die fundamentalistisch-klerikale PiS-regierung war bloß 2 jahre (2005-2007) im amt, von "vielen jahren" also keine rede.

Wladimir Burdajewicz
 
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nach vielen Jahren christlich fundamentalistischer- rechtsrechter Regierungen

Schon von den Linksparteien in Polen gehört. Gerade die waren am längsten an der Macht. Rechtsrechte PiS Partei gerade ganze 2 Jahre war an der Macht. Den Anschluss an Europa ist schon längst durchgezogen.

ulli52
 
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mein erster gedanke:

Janusz Palikot ist ist ein Don Quichotte und die katholische kirche in polen stellt die windmühlenfliegel dar

dünneseis
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wie oft hab ich mir das über österreichsiche medien und dem umgang mit politikern bei interviews gedacht:

"Die Medien schlucken praktisch alles"

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