High Noon zwischen Como und Donaugartl, zwischen Muscheln und Rehen, gähnend leer und proppenvoll - mit Abschiedsschmerz
Kann mir bitte jemand erklären, warum das Como so leer ist? War dieser Tage mittags in dem durchaus zentral gelegenen Wirtshaus, allein zu zwein, wenn man von Herrn Malek in der Küche absieht, dem ungemein netten Servicemann und, anfangs, weil früh dran, auch noch dem Putzpersonal.
Dabei verspricht die Karte ausgesprochen Erfreuliches, realistisch bepreist (wenn auch keine Kantinendimensionen, klar), und hält das Versprochene durchaus. Zum Beispiel ein Ragout von Geflügelherzen auf grünem Spargel, vielleicht ein bisschen essiglastig, aber sehr anständig.

Oder Miesmuscheln auf knackigen grünen Bohnen, vielleicht ein bisschen beherzt gepfeffert, aber schon sehr gut. Vielleicht wäre doch der Zander in Steinpilzsauce noch besser gewesen. Der Schwammerlrostbraten mit "Semmelrolle" jedenfalls war ziemlich fein, wenn man von ein paar etwas bissfesteren Stellen absieht. Aber mit denen ist bei Rostbraten eben zu rechnen.
Und wenn man abends wieder die Währinger Straße entlang flaniert, wie ich derzeit relativ häufig, ist das Como leider auch nicht wirklich voller. Kann mir das jemand erklären? Wäre schade drum.
Wo wir schon beim Mittagstisch sind: Schade ist es auch um das Donaugart'l. Nur noch bis 11. September hat die Freiluftdependance vom Herrn Floh in Langenlebarn noch offen, dann ist dort der Sommer definitiv vorbei. Ein Prachtsommer voller gemischter Fischstücke auf Blattsalaten, Auschweinragouts und Steinpilznudeln, zuletzt Lammragout und Rehgnocchi. Alles so fair bepreist wie üppig dimensioniert, dass schon zwei Gänge den Fidler schaffen. Und wie schön schaffen.
Ich freu mich auf das nächste Frühjahr. Mit Donaugartl. Und hoffentlich noch mit Como.