US-Mediziner steckten 1.300 Menschen mit Syphilis an

2. September 2011, 17:06
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    Der Syphilis-Erreger unter einem Elektronenmikroskop.

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    "Penecillin heilt Gonorrhoe in vier Stunden. Suchen Sie noch heute Ihren Arzt auf." Ein Werbeplakat in den USA aus den 1940er Jahren.

Penicillin-Testreihe: Von 1946 bis 1948 wurden 5.000 Guatemalteken zu Experimenten gezwungen

Seit knapp 65 Jahren leidet Marta Lidia Orrellana an Syphilis. Sechs Jahrzehnte lang lebt die 74jährige nun schon mit ständigen Schmerzen, Blut im Urin, Bluthochdruck, Gelenk- und Muskelbeschwerden - typische Symptome der Geschlechtskrankheit. Im Alter von zehn Jahren wurde das guatemaltekische Waisenkind mit den Erregern infiziert. Nicht etwa durch eine Vergewaltigung oder durch einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. "Sie haben mir die Beine aufgerissen, zwei Ärzte, und mich dann innen mit ihren Händen und Fingern abgetastet. Ich habe nur geweint - ich wollte das doch nicht," erzählte Marta Journalisten der ARD Anfang August. 

1.300 Menschen infiziert - 83 Tote

Zwischen 1946 und 1948 wurden rund 1.300 Menschen in Guatemala "zu Forschungszwecken" mit den Geschlechtskrankheiten Syphilis, Gonorrhöe und Ulcus molle infiziert. Soldaten, Prostituierte, Häftlinge, geistig behinderte Menschen und sogar Waisenkinder fungierten als unfreiwillige menschliche „Versuchskaninchen". Sie wurden weder über die Infektion noch über mögliche Folgen der Experimente informiert.

Während die Welt geschockt auf die Nürnberger-Ärzteprozesse blickte und immer mehr grauenhafte Details über Experimente in NS-Konzentrationslagern bekannt wurden, spielten sich nur ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Mittelamerika ähnliche Szenen ab - unter Führung eines Ärzteteams aus den USA.

Der Leiter der wissenschaftlichen Studie, John Cutler, hatte bereits in den Jahren zuvor ähnliche Projekte an Häftlingen in den USA durchgeführt. Diese hatten sich jedoch für die Testreihe freiwillig zu Verfügung gestellt. 

In Guatemala wurde weder informiert noch um Erlaubnis gefragt. Einige ProbandInnen von damals wussten bis vor kurzem noch gar nicht, warum sie plötzlich krank geworden waren. Die 1.300 infizierten Menschen wurden in Versuchs- und Kontrollgruppen eingeteilt. Während an ca. 700 PatientInnen die Wirkung von Penicillin getestet wurde, behandelten die Ärzte um Dr. Cutler die restlichen Infizierten nicht, um die Krankheitsverläufe der beiden Gruppen vergleichen zu können.

83 Menschen starben im Zuge der Versuche, so wie zum Beispiel Berta. Auch sie wurde mit Syphilis infiziert. Als Berta im Sterben lag, beschloss man an ihr zu untersuchen, wie sich eine zweite Infektion auf den menschlichen Organismus auswirken würde. Die Ärzte infizierten die wehrlose Frau mit Syphilis an den Augen und anderen Stellen am Körper. Wenige Monate später starb sie. 

Aufzeichnungen durch Zufall entdeckt 

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse waren so gering, dass Cutler diese nicht veröffentlichte. Die Aufzeichnungen landeten in Aktenschränken der Universität Pittsburgh, wo die US-Historikerin Susan Reverby sie im Oktober 2010 fand.

US-Präsident Barack Obama entschuldigte sich umgehend, nachdem der Skandal bekannt wurde,  bei den Opfern und setzte kurz darauf eine Untersuchungskommission ein. Die ersten Ergebnisse wurden zu Beginn der Woche veröffentlicht. Die Leiterin der Kommission, Amy Gutmann, sprach von einer „historischen Ungerechtigkeit". „Die, die in die Studie verwickelt waren, haben in ihren Forschungen nicht den kleinsten Respekt vor Menschenrechten und Moral gezeigt." Die Mediziner seien „moralisch schuldig in mehrfacher Hinsicht".

Guatemalas Regierung kündigte ebenfalls eine Untersuchung an und entschuldigte sich bei den Opfern. Einheimische Medizinern hatten die US-amerikanischen Ärzte in den 40er Jahren bei ihren Experimenten unterstützt.

Einige Überlebende haben mittlerweile Klagen gegen die USA eingebracht. So wie die Waise Marat. Sie erhofft sich Hilfe und Unterstützung. Viel wichtiger ist es ihr aber, ihre Würde wieder zurück zu bekommen. "Wir haben doch auch ein Recht zu leben. Warum haben sie das mit uns gemacht? Natürlich muss man für die Wissenschaft forschen, aber so etwas kann man Menschen doch nicht antun." (elin, derStandard.at, 2. September 2011)

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1 2
NANANANANANANANA BATMAN
02
hippokrates

wird zu einem rotationskörper!

docw
100
penicillin cures gonorrhoe

was jetzt? wurden die leute mit einem (relativ) harmlosen tripper angesteckt oder doch mit syphilis?

Frohe Weinnächte
 
06
soll ich sie gegen ihren willen mit einem relativ harmlosen tripper anstecken?

. Kramar
 
02

Lies einfach den Artikel, anstatt zu meckern

docw
30

ich beziehe mich nur auf das bild, auf dem vom tripper zu lesen war, und sonst nichts.

NONE
00
6.11.2011, 14:27

Das hast du oben aber nicht erwähnt worauf du deine Kritik beziehst.

Es ist aber auch unerheblich, deine Kritik ist so oder so schlecht, daher fetzen-rot für dich zu Recht.

docw
20
6.11.2011, 16:14

das erschüttert mich aber, dass ich von ihnen fetzen-rot bekomme. aber nicht der farbe wegen, sondern ob der tatsache, dass es wirklich so viele debile und inferiore gibt, die bei dieser stupiden strichlerei mitmachen. so, und jetzt los in den farbtopf mit ihnen.

sepperl gorge
07

Na gottseidank gibt es soetwas ja heute nicht mehr...

Zwei Und Vierzig
00
Sind sie sicher?

DaKoarli
 
01
Ich glaube das sind Sarkasmus-Pünktchen

sepperl gorge
01

ich glaube sie haben recht

Kelbo
11

und jetzt? Kommt die USA und hängt die "Ärzte" auf so wie sie es in den 40ern gemacht hatten?

Ein Unrechtsstaat mit nicht mehr ganz weißer Weste ist die USA. Und täglich kommen neue Frechheiten ans Licht. Bei Stalin wusste man wenigstens was für ein Typ das ist. Die USA sind gefährlicher: Ein Wolf im Schafspelz

NANANANANANANANA BATMAN
10
supermächte

sind halt rechtsstaaten. war immer so.

bb47
01
dürfte schwierig werden

1. sind ein guter Teil der damals involvierten Personen wohl schon verstorben

2. hängt man laut Kriegsrecht, aber ansonsten gibts die Todesstrafe durch Strom, Injektion oder Gas.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Kriegsverbrecher nach dem Kriegsrecht verhandelt und verurteilt.

NONE
00
6.11.2011, 14:28

Das mit dem Kriegsrecht ist aber egal.

Es muss die Todesstrafe gelten für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und es müssen auch westliche Politiker angeklagt werden können, was ja zur Zeit nicht möglich ist - Den Haag ist nur ein strategisches Instrument des Westen.

meineid
30
Wisst Ihr jetzt

warum die Afghanen die NATO Lazaretten angreifen?

meineid
02
John Cutler und al.

werden heute nur vorgeschoben als die alleinschuldigen.
Natürlich hat das Departmenet for Veneral Diseases das alles haargenau geplant, um möglichst schnell kommerziell verwertbare Ergebnisse zu erhalten.

chacun à son gout
02
wunderbar,

von einer Entschuldigung haben die Opfer und ihre Angehörigen wahnsinnig viel...

BK W. Shoyssel
17
Mengele, Rascher, Ding-Schuler, Hirt, Gebhardt, von Verschuer, Ullrich, Bumke, Endruweit und Borm, ...

hätten eigentlich schöne Karriere nach Kriegsende in den USA machen können, wenn man sich das da ansieht. Unfassbar.

Kelbo
011

Folterer hatten sie offenbar selber genug. Nur von Raketen hatten sie keine Ahnung, da mussten die Deutschen helfen...

NONE
00
6.11.2011, 14:29

Ich denke die hätten auch ohne die deutschen Forscher die Nukes basteln können. Hätte wohl nur etwas länger gedauert.

zimbo
 
11
Sie überraschen, grün.

Ansonsten waren sie ohnedies kritisch.

Ein Hammer sind ja die Ringwurmkinder.

Aber Hut ab vor Ihnen.

notsostandard
10
Nagel auf den Kopf getroffen.....

orang orang
10
Zentralamerika

ist auch heute noch ein Gebiet um Probanden anzuheuern. 2007 war es, als die 15 jährige Tochter eines armen Bergbauern in Costa Rica monatlich "Besuch" bekam, es wurde/wird? der Imstopf gegen Gebärmutterkrebs getestet, der bereits Jugendlichen verabreicht werden soll/sollte????
Ich möchte lieber nicht wissen wie es dem armen Mädchen heute geht.

opryde
11
1946?

da hat der amerikaner aber schnell nicht nur die menschenversuchsdaten und tlw. das personal aus dem dritten reich eingebuergt, nein, auch die methoden ...

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