Morgenmenschen haben in puncto Karriere bessere Karten - auch wenn Nachteulen mehr Kreativität nachgesagt wird
Folgt man den aktuellen Forschungsergebnissen, dann haben Frühaufsteher im Job die Nase vorne. Während die einen im Büro noch nach Kaffee suchen, berichten die anderen schon vom Morgensport und der fertigen Präsentation - vielleicht nervig, aber erfolgreicher, fasst Fortune aktuell die Studien zusammen. Wer morgens früh aktiv ist, hat überwiegend bessere Noten, erreicht langfristige Ziele eher und fühlt sich verantwortlicher, Aufgaben zu erledigen, zitiert Laura Vanderkam den Biologen Christoph Randler.
Wer morgens schon Dinge erledigt hat, setzt in seinem Gehirn eine Art Erfolgskaskade in Gang, wird erklärt, was wiederum dazu führt, dass man am nächsten Tag gern ein bisschen früher aufsteht, um ähnliche Erfolge zu spüren. Schließlich sei die Willenskraft mit zunehmendem Fortschreiten des Tages auch zunehmend erschöpft, Unangenehmes wird dann noch viel lieber verschoben - auch der berühmte Vorsatz, endlich regelmäßig Sport zu treiben, sollte also in die Früh platziert werden.
Die Vorteilsliste, um aus Eulen doch noch ein bisschen so etwas wie Lerchen zu machen, liest sich dann auch lang: Wer früher mit den Job-Agenden beginnt, ist früher fertig, hat also mehr Zeit für Familie, Kinder, Freunde - und dafür dann einen freieren Kopf.
Wissen, wann
Laura Stack, Expertin für Zeitmanagement, hat allerdings - analog zur Hirnforschung - Erlösung für Eulen bereit: Wichtig sei alleinig, zu wissen, wann man seine produktivste, beste Zeit hat. Wenn diese erst am Nachmittag beginne, gut. Allerdings gehe es dann darum, Ablenkungen zu widerstehen und sich wirklich auf die Arbeitsprojekte zu konzentrieren, kritische Entscheidungen auch tatsächlich in diesen Zeiten zu treffen. Dass Lerchen eher in die Abläufe konventioneller Büros passen, sagt aber auch sie. (kbau, DER STANDARD, Printausgabe, 3./4.9.2011)